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URL dieses Buch-Tipps: Webdesign mit CSS
Stefan Blanz
Inhalte
"Webdesign mit CSS" ist jetzt in der zweiten Auflage erschienen. Es wurde hierfür inhaltlich überarbeitet und durch weitere Designs ergänzt. Schon dieses Vorgehen erzwingt fast, die Kritik von Jens Grochtdreis aus der ersten Besprechung zu wiederholen: viele Designbeispiele sind mehr denn je veraltet und das häufige "Rundmachen" des eckigen Mediums Internet trägt nicht unbedingt zum positiven Akzeptanzmanagement standardkonformer und semantischer Entwicklungstechnologien bei. Vermutlich wurde auch die Zukunftsfähigkeit des Buches beabsichtigt, denn Jens Meiert diskutiert bereits Elemente aus der noch nicht verabschiedeten XHTML-2-Spezifikation. Der Navigationsliste EigenheitenVerwunderlich: Der Umgang in der Darstellung mit aufgerufenen Seiten in Navigationsmenüs variiert, obwohl aus Usability-Sicht gerade hier der Mut des sonst gerne Position beziehenden Autors Jens Meiert wünschenswert gewesen wäre. Das wirkt doch etwas unverständlich, denn obwohl es sich "nur" um ein CSS-Buch handelt, so sind Design und Struktur doch verwoben wie Geschwister. Die Adaption der Sitemap der Bundesregierung gipfelt stattdessen in einem "Seitenhieb", dass das Buchbeispiel "valider [...], schlanker [und] semantischer als der Quelltext der Vorlage" daherkommt. Aus aktueller Usability-Sicht wäre es aber viel eher angesagt gewesen, grundsätzlich die Gebrauchstauglichkeit einer Sitemap zumindest in Frage zu stellen. Viele Kollegen raten mittlerweile von einem Einsatz der Sitemap generell ab. Auch mit der Semantik hapert es immer wieder. Zumindest bekam der Rezensent den Sinn, eine Definitionsliste einzusetzen und dann die definierten Terme (<dt>) mit display:none; ins Nirwana zu schicken, nicht in seinen Horizont. Irgendwie hat man den Eindruck, dass die zahlreichen und versierten Tipps und Tricks doch wieder am Screendesign hängen bleiben, anstatt ein tiefergehendes Verständnis für die strukturellen Begebenheiten der Inhalte im Medium Internet zu wecken. Allerdings ist dies auch ein grundsätzliches Problem bei CSS- und Designbüchern, da man den konkreten Anwendungsfall des Lesers nicht kennen kann. Das zwingt immer wieder zu spekulativen oder suggestiven Einlassungen, selbst wenn man Praxiserprobtes zu Rate zieht. Auch beansprucht das Buch nicht, ein Usability- und/oder Accessibility-Buch zu sein. FazitJens Meiert versucht, den Brückenschlag zwischen Inhalt und CSS-Design zu leisten, indem er solche Beispiele wählt, die man auch als Prototypen inhaltlicher Strukturen bezeichnen kann. Das ist auch in der Praxis nicht anders zu empfehlen, da ja in aller Regel Content-Management-Systeme mit Basis-Templates eingesetzt werden (müssen). Dort liefern sie Entwicklern ein solides Handwerkszeug, wie man die konzeptionellen Wünsche eines Projektes strukturell umsetzen kann, solange man keinen gesteigerten Wert auf das Buch als Inspirationsquelle legt. Die Neuauflage verliert jedoch ein wenig vom Maß ihres innovativen Charakters, das zum Zeitpunkt der Erstauflage noch vorhanden war. Da hätte man noch mehr ausmisten, erneuern und/oder erweitern können. Es empfiehlt sich am besten für Leser, die sich im diffusen Niemandsland zwischen Anfängerschaft und fortgeschrittener CSS-Entwicklung tummeln. Autor: Jens Meiert und Ingo Helmdach
Verlag: O'Reilly ISBN: 978-3-89721-712-6 |
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