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MES – Manufacturing Execution Systems
Markus Stäuble

Das vorliegende Buch trägt den Untertitel "Anforderungen, Architektur und Design mit Java, Spring & Co. ", um Fachfremden gleich kurz zu beschreiben, was man von den 426 Seiten erwarten kann. Um zu erfahren, in welcher Fachdomäne sich das Buch bewegt, ist ein Blick in Kapitel 2 (MES-Einführung) empfehlenswert, das erstmal erklärt, was MES überhaupt ist – ein Softwaresystem zur Optimierung der Produktionsprozesse in der Fertigungs- und Prozessindustrie.

Nach dieser Beschreibung überrascht es dann nicht, dass das erste Kapitel sich mit den Grundlagen der Produktionstheorie auseinandersetzt und eigentlich noch nichts mit den Themen aus dem erwähnten Untertitel zu tun hat. In Kapitel 3 werden die Grundlagen der Geschäftsprozessmodellierung anhand von MES aufgezeigt. Als Modellierungssprache wird UML verwendet. Wie in den anderen Kapiteln auch, erläutern die Autoren jeweils, warum eine bestimmte Methodik oder ein bestimmtes Framework gewählt wurde. Besonders die Begründungen können in eigenen Projekten hilfreich sein, egal in welcher Fachdomäne sie sich abspielen. Das Kapitel schließt mit einem Praxisbeispiel der Epoxy Leiterplatten GmbH ab. In der folgenden Anforderungsanalyse wird kurz auf RUP (Rational Unified Process) sowie die fachlichen und technischen Anforderungen eingegangen. Hier werden u.a. Anforderungen wie Internationalisierung, Sicherheit und Logging beschrieben. Diese Beschreibung kann auch außerhalb von MES-Projekten helfen.

Kapitel 5 befasst sich mit den technischen Anforderungen, die bei der Entwicklung von MES-Applikationen vorhanden sind. Hier werden z.B. Themen wie Modularisierung, Wartung und Support sowie Continuous Integration behandelt. Nach der Analyse der Systemlandschaft folgt die Begründung für die Wahl des Basisframeworks. Hier wird beschrieben, warum Java und Spring als Basis gewählt wurden. Diese Begründungen können auch für andere Projektsituationen ein Ansatz sein. Außerdem wird kurz auf weitere Technologien wie Hibernate, jBPM und Eclipse RCP eingegangen und eine kurze Begründung für deren Einsatz gegeben. In Kapitel 5.6 gehen die Autoren auf den wichtigen Bereich des Aufbaus einer Build-, Test- und Integrationsumgebung ein. Kapitel 6 ist ganz dem Thema Architektur, bzw. Entwicklung der Architektur gewidmet. Den Abschluss von Kapitel 6 bildet ein Fallbeispiel.

Nachdem Kapitel 6 sich ganz der Architektur gewidmet hat, geht es danach um die Umsetzung: Hier werden Themen wie Schnittstellendefinition oder Persistenzschicht behandelt, sowie das Design der Integrationsschicht beschrieben. Bei der Präsentationsschicht ist erwähnenswert, dass für MES unterschiedlichste Clients bedient werden müssen. Somit sind hier Technologien wie ULC von Canoo und auch Eclipse RCP relevant. Ebenfalls behandelt werden klassische Querschnittsaufgaben, z.B. die Fehlerbehandlung und Logging. Das Kapitel 7 schließt wieder mit einem Fallbeispiel ab. Danach folgt ein Anhang zum Rational Unified Process, der bereits an vielen Stellen im Buch eingesetzt wird.

Das Buch zielt vor allem auf den ganzheitlichen Entwicklungsprozess, von der Anforderungsanalyse bis zur Umsetzung. Die Zielgruppe des Buchs sind erfahrene Entwickler und Softwarearchitekten. Um Argumente für eigene Architekturentscheidungen zu finden, kann dieses Buch mit Sicherheit unterstützen. Das besondere ist die gewählte Fachdomäne. Wenn Sie sich unsicher sein sollten, ob dieses Buch etwas für Sie ist, sollten Sie in Kapitel 4.3, 5.3 und 6 blättern. Insgesamt hat man mit "MES – Manufacturing Execution Systems" kein Nachschlagewerk vor sich, sondern ein Buch, das die komplette Bandbreite der Softwareentwicklung am Beispiel von MES aufzeigt.

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Autor: Jens Reimann, Michael Schäfer, Christoph Schmidtbauer, Peter Schoner
Verlag: entwickler.press
ISBN: 978-3-86802-002-1

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