Web 2.0 ist ein Buzzword, das vor allem in den Medien fast schon inflationär gebraucht wird. Die Wenigsten wissen aber, was sich hinter dem Begriff Web 2.0 verbirgt. Ist es etwas Neues? Ist es etwas Altes? Was kann man mit Web 2.0 machen und was nicht?
Vitaly Friedman hat zu einem 700 Seiten umfassenden Rundumschlag ausgeholt und präsentiert mit seinem Praxisbuch Web 2.0 alles, was man über das “neue” Web wissen muss. Zum Beispiel, dass es gar nicht so neu ist. Die viel zitierten innovativen Techniken und revolutionären Innovationen wie AJAX, CSS, RSS oder Social Networks gab es auch schon früher. Entwickelt wurden wohl die meisten Konzepte Ende der 90er-Jahre. Allerdings war die Zeit noch nicht reif, genauer gesagt die Technik. Aufgrund mangelnder Breitbandkommunikation konnte vieles nicht umgesetzt werden.
So macht das Web 2.0 technisch wie auch konzeptionell einen Schritt zurück, als die Benutzer zum aktiven Austausch von Informationen und Kenntnissen motiviert wurden. User Generated Content und das Web als Service-Plattform sind ein Charakteristikum der Web 2.0-Portale. Dieser Grundgedanke fiel in den 90er-Jahren allerdings dem Online-Konsum zum Opfer. Von der dominierdenden Meinung, die das Web 2.0 als eine revolutionäre Neuerung darstellt, darf man sich demnach nicht beeindrucken lassen.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, was Friedman dann auf schier endlos vielen Seiten erklärt, wenn nichts wirklich neu ist? Es gilt den alten Grundgedanken neu aufzunehmen und neu zu interpretieren. Bevor es an die Umsetzung des Web 2.0 geht, gilt es aber, die grundlegenden Ideen, Techniken und Designkonzepte des Web 2.0 zu verstehen. Zum Einsteig in die Thematik gibt Friedman eine umfassende Einleitung ins Thema – zum neuen Gewand des Web 2.0, seiner Designkultur.
Seitenelementen wird mehr Bedeutung und Ausdruckskraft verliehen und eine einheitliche Organisation und Struktur der Seiten wird zunehmend wichtiger. Danach geht es an die Seitengestaltung und all die typischen Dinge, die man dabei zu beachten hat wie Webtypografie, Farbgestaltung, Navigation, Listen und Tabellen, Schaltflächen, Formulare, Barrierefreiheit und Usability, CSS und Browserkompatibilität. Im Anschluss geht es an die Programmierung, AJAX, Microformate und Mashups stehen auf dem Programm und schließlich geht es ans Publishing. Dazu stehen Podcasts, Vcasts und Screencasts sowie Wikis und Weblogs zur Verfügung. Schritt für Schritt-Workshops schließlich komplettieren das Buch.
Webdesignern und Webentwicklern sowie Experten der Materie wird mit dem Prexisbuch Web 2.0 ein wertvolles Kompendium geliefert, das sich besonders zum Nachlesen einzelner Web 2.0-Elemente eignet. Anfänger finden in dem Buch zudem ein hervorragendes Instrumentarium, um sich mit dem Thema Web 2.0 vertraut zu machen und sich einen Überblick zu verschaffen. Aufgrund der Breite des Buches vermisst man an der einen oder anderen Stelle manchmal jedoch die Tiefe.






















