Freitag, 21. November 2008

entwickler.com Magazine Konferenzen Entwickler Akademie Entwickler-Forum Jobbörse Bücher
Software & Support Verlag

Das J2ME Wireless Toolkit: Die Installation

Frage: Ich versuche J2ME zu installieren. Dabei erhalte ich die Fehlermeldung, daß meine Javaversion nicht 1.3 oder höher sei. Wenn ich das mit java -version prüfe, erhalte ich aber 1.3.0_02 als Versionsangabe. Was ist die Ursache?

Antwort: Für alle, die es nicht wissen, es handelt sich im Falle von J2ME um das Wireless Toolkit von Sun Microsystems; also um eine abgespeckte Java-Version für den "Embedded Devices"-Markt. Mit anderen Worten, Sie können mit Hilfe von J2ME Programme für Handys, PDAs, Set-Top Boxen und andere elektronische Kleingeräte entwickeln.

Aber wie bereits gesagt, das gesamte Leistungsspektrum der Sprache Java steht dem Anwender selbstredend nicht zur Verfügung, was angesichts der begrenzten Ressourcen solcher Geräte nicht weiter überrascht.
Trotzdem, man kann damit durchaus respektable Applikationen erstellen. Etliche der heute erhältlichen Handys belegen das eindrucksvoll, denn viele Produkte von Siemens, Motorola und O2 haben die Java-Unterstützung bereits standardmäßig eingebaut.

Nun zur eigentlichen Frage. Die Installation von J2ME ist relativ einfach zu bewerkstelligen. Aber es gibt einiges zu beachten. Denn bevor Sie sogenannte Midlets auf den oben genannten Geräten ausführen können, müssen Sie sich das Toolkit natürlich aus dem Netz besorgen. J2ME gehört nämlich nicht zur Java-Standard-Bibliothek. Unter [1] wird das Toolkit kostenlos von Sun Microsystems angeboten.

Das Wireless Toolkit wird sowohl für Windows 98/ME, 2000 und XP als auch für Linux und Solaris angeboten. Allerdings arbeitet nur die Windows-Variante wirklich zufriedenstellend; Linux und Solaris werden zwar unterstützt, aber die Fehleranfälligkeit von J2ME auf diesen Systemen gibt reichlich Anlaß zur Unzufriedenheit. So ist das mit der vielgepriesenen Java-Plattformunabhängigkeit! Achten Sie überdies peinlich genau darauf, die aktuelle stabile JDK-Version zu verwenden, sonst wird es schnell Schwierigkeiten geben.

Nun zum Installations-Procedere: Zuerst wird das Archiv, ein tarball, im Verzeichnis Ihrer Wahl entpackt. Anschließend müssen die J2ME-Binaries zum System-Pfad hinzugefügt werden. Das erreicht man so:


export PATH=:meinverzeichnis/j2mewtk/bin

Diesen Befehl sollte man möglichst in die Datei .bashrc (oder eine andere passende rc-Datei) schreiben, um diese Zeile nicht jedes Mal von Hand eintippen zu müssen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass sich die JDK-Binaries ebenfalls im Pfad befinden!

Ist das geschehen, kann sogleich getestet werden, ob die Installation erfolgreich war. Der Aufruf des preverify-Kommandos schafft Klarheit. Dieses Kommando darf zu Testzwecken ohne Argumente verwendet werden. Das sieht dann so aus:

user@meinrechner:~ > preverify

Es sollten auf der Konsole einige Meldungen zur Verwendung von J2ME auftauchen. Ist das der Fall, ist davon auszugehen, dass Ihre Installation erfolgreich war.

Zuguterletzt werden noch folgende Einträge in die passende rc-Datei (zum Beispiel .bashrc) gespeichert:

export J2MEWTK_HOME=/pfad/zu/meinem/verzeichnis/j2mewtk
export MIDPAPI=/lib/midpapi.zip
export J2MECLASSPATH=/wtklib/kenv.zip:/wtklib/kvem.jar:/wtklib/lime.jar

Damit ist die Installation endgültig abgeschlossen und Sie können beginnen, erfolgreich eigene Midlets zu entwickeln. In diesem Sinne viel Erfolg.

Thomas Kaufmann

[1] http://java.sun.com/products/j2mewtoolkit




Software & Support Verlag GmbH