Wie angekündigt, geht es in dieser Folge weiter um die Sicherheit von
Notebooks. Die in
About Security #123 vorgestellten Schutzmaßnahmen
richteten sich gegen Angreifer mit physischem Zugriff auf das Gerät:
Schutz vor Diebstahl, vor unbefugtem Starten und vor unbefugtem Zugriff auf
gespeicherte Daten. Im Folgenden geht es zuerst um die Abwehr von Angriffen
aus der Ferne.
Schutz vor Belauschen und Manipulation der Kommunikation
Bei der Kommunikation eines Notebooks mit dem eigenen lokalen Netz
müssen folgende Sicherheitsanforderungen erfüllt werden:
- Sicherstellung der Vertraulichkeit der übertragenen Daten
durch Verschlüsselung
- Sicherstellung der Integrität der übertragenen Daten
durch ein geeignetes Übertragungsprotokoll und ggf.
zusätzliche Anwendung einer digitalen Signatur
- Sicherstellung der Authentizität der übertragenen Daten
durch gegenseitige Authentisierung der Kommunikationspartner
- Sicherstellung der Nachvollziehbarkeit der Datenübertragung
durch Einsatz einer geeigneten Protokollierungsfunktion
Beim Einsatz von Notebooks ist die Nutzung einer WLAN-Verbindung
nahe liegend. Im eigenen lokalen Netz wird diese Verbindung durch IEEE
802.11i / WPA2 (siehe About Security #109 bis #116) geschützt. Wie
aber sieht es bei der Nutzung fremder WLANs, z.B. auf Konferenzen, oder von
öffentlichen WLAN-Hotspots aus? Die möglichen Angriffe auf sowie
die sichere Nutzung von WLAN-Hotspots wurde bereits in About Security #117 beschrieben. Dieselbe Sicherheitsmaßnahme wie bei WLAN-Hotspots
hilft auch gegen ein Belauschen der Kommunikation in fremden WLANs: Die
konsequente Nutzung verschlüsselter Verbindungen. Bei Unternehmen
bietet es sich an, für diesen Zweck eine VPN-Verbindung zu einem
Gateway im eigenen lokalen Netz herzustellen, und dann den gesamten
Netzwerkverkehr, auch in das Internet, darüber abzuwickeln. Das so in
das eigene lokale Netz eingebundene Notebook genießt denselben
Schutz wie die stationären Clients. VPN wurden bereits in About
Security #88 ff. beschrieben. Für die Anbindung eines Notebooks an ein
Unternehmensnetz bieten sich IPsec (About Security #89 bis #95 ) und
SSL/TLS (About Security #97/#98) an.
Schutz vor Kompromittierung
Lokale Netze sind durch mehrstufige Sicherheitssysteme geschützt: Eine
Firewall schützt das Netz vor unerwünschten Zugriffen von
außen, der E-Mail-Server hat einen Virenscanner, Content- und
Spamschutz, die lokalen Server einen On-Access-Virenscanner usw.
Das Notebook muss außerhalb des lokalen Netzes ohne diesen Schutz
auskommen, sofern nicht wie oben erwähnt alle Zugriffe nach
außen durch eine VPN-Verbindung über das lokale Netz abgewickelt
werden. Daher muss das Notebook selbst ausreichend gegen direkte Angriffe,
Viren, Würmer usw. geschützt werden. Sonst ist nicht nur das
Notebook selbst in Gefahr, sondern auch das lokale Netz, wenn ein
kompromittiertes Notebook bei der Rückkehr von einem
Außeneinsatz ohne weitere Prüfung angeschlossen wird.
- Die erste Stufe der Notebook-eigenen Sicherheitsmaßnahmen
ist das Abschalten aller außerhalb des lokalen Netzes nicht
benötigten Dienste und Funktionen beim Verlassen des Netzes, um
keine unnötigen Angriffspunkte zu bieten.
- Die zweite Stufe ist ein Virenscanner. Dabei sind zentral
verwaltete Systeme vorzuziehen, die beim Anschluss des Notebooks an das
lokale Netz die Virensignaturen aktualisieren und einen Scan
veranlassen können.
- Die dritte Stufe ist eine lokale Firewall für das Notebook.
Zwar kann über das Für und Wider einer Personal Firewall lange
gestritten werden, bei einem außerhalb eines geschützten
Netzes eingesetzten Notebook ist sie auf jedem Fall angebracht, um
Angriffe von außen abzuwehren. Auch dabei sind zentral verwaltete
Systeme lokal verwalteten vorzuziehen: Zum einen hat der Benutzer so
keine Möglichkeit, ihn störende Funktionen zu deaktivieren
oder unerwünschten Netzwerkverkehr passieren zu lassen, zum
anderen kann dadurch sichergestellt werden, das eventuelle Änderungen
der Security Policy des Unternehmens auf allen Notebooks durchgesetzt
werden. Eine Steigerung der Personal Firewall als Softwarelösung
auf dem Notebook sind externe Hardwarelösungen wie z.B.
Yoggie Pico
oder
mGuard smart,
die zwar sicherer, aber auch deutlich teurer sind.
Schutz vor veralteten Daten
Wird ein Notebook außerhalb des lokalen Netzes eingesetzt,
müssen die benötigten bzw. geänderten Daten
regelmäßig zwischen Notebook und Server synchronisiert werden.
Die verwendete Synchronisationssoftware muss Synchronisationskonflikte
auflösen können. Diese treten auf, wenn eine Datei seit der
letzten Synchronisation an mehr als einem Speicherort geändert wurde,
z.B. weil sie sowohl auf einem Notebook als auch auf einem Client im
lokalen Netz bearbeitet wurde. Bei der Synchronisation muss sichergestellt
werden, dass keine Manipulationen vorgenommen werden, wie z.B. das
Einschleusen von Schadprogrammen. Die Synchronisation muss protokolliert
werden, um unbefugte Synchronisationsvorgänge erkennen zu können.
In der nächsten Folge werden weitere Schutzmaßnahmen für
Notebooks beschrieben.
Wenn Sie Fragen oder Themenvorschläge haben, können Sie diese gerne an die angegebene E-Mail-Adresse senden oder im Security-Forum einbringen!
Carsten Eilers