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16.03.2006
About Security: Ein Bericht von der CeBIT
Wie angekündigt gibt es diese Woche einen Bericht über Neuigkeiten von der
CeBIT. Sensationell Neues wurde dieses Jahr (zumindest im Bereich Sicherheit)
nicht vorgestellt. Einige Produkte bzw. Themengebiete sind mir jedoch
aufgefallen.
Hardware
Barracuda Networks hat die Barracuda IM Firewall vorgestellt. Unternehmen, die
Instant Messaging einsetzen und dadurch nicht generell verbieten können, haben
damit die Möglichkeit, die IM-Kommunikation zu kontrollieren, zu protokollieren und
abzusichern. Das System umfasst einen IM-Client und -Server mit Management- und
Sicherheitsfunktionen. Die Firewall ermöglicht die Ausfilterung unerwünschter
Daten wie z.B. Viren oder bestimmter Dateitypen. Für das Instant Messaging
können die herkömmlichen IM-Dienste wie z.B. AOL, Yahoo oder ICQ verwendet
werden. Außerdem können direkt über die IM Firewall auch verschlüsselte
Verbindungen hergestellt werden. Vom gleichen Hersteller gibt es auch eine
Spyware- (zum Schutz vor Spyware und Viren) und Spam-Firewall (zum Schutz vor
Spam und Viren), wobei der Begriff "Firewall" etwas irreführend ist.
Die tuxGate secure Appliances von tuxGate enthalten Funktionen wie eine
Firewall, Virtuelle Private Netze (VPN) auf Basis von IPSec, Viren- und
Spamschutz sowie einen Contentfilter. Außerdem gibt es separate Appliances als
Proxy- (tuxGate Proxy), E-Mail- (tuxGate Mail) und VPN-Server (tuxGate VPN). Der
Mail-Server erlaubt außer der Kontrolle der ein- und ausgehenden E-Mails auch
die automatische Ent- und Verschlüsselung aller E-Mails mit OpenPGP. Der
VPN-Server enthält einen eigenen DynDNS-Dienst für den dynamischen Tunnelaufbau.
Interessant ist bei allen Systemen auch die einfache Administration über eine
grafische Oberfläche.
About Security – die Themen
bisher:
- Einführung (#1, 2, 3,
4)
- Eine typische Schwachstelle: Der Pufferüberlauf
(#5, 6, 7, 8, 9, 10)
- Schwachstellen in Webanwendungen:
- SQL-Injection
(#11, 12,
13)
- Cross-Site Scripting
(#14, 15)
- Skriptcode einschleusen (#16)
- HTTP Request Smuggling
(#17, 18, 19, 20)
- HTTP Response Splitting
(#21, 22, 23, 24, 25)
- Gefahren für Webanwendungen (#26)
- Webserversicherheit
(#27, 28)
- Firewall (#29, 30, 31, 32, 33, 34, 35, 36)
- Logfiles (#37, #38, #39, #40, #41)
- Intrusion Detection (#42, 43, 44, 45, 46, 47)
Von COMCO wurde der IntraPROTECTOR gezeigt, ein System zur Abwehr interner
Angriffe. Das System überwacht das lokale Netzwerk auf Anomalien und erkennt so
z.B. Angriffe auf Router, Switches oder Endgeräte.
Software
Dass mitgebrachte Datenträger wie z.B. USB-Sticks oder Firewire-Festplatten eine
nicht zu unterschätzende Gefahr darstellen, wurde bereits in About Security #4
beschrieben. Einige Hersteller haben sich dieses Problems angenommen.
- Von CenterTools wurde DriveLock 4.0 vorgestellt, dass ab Windows 2000
eingesetzt werden kann. Es erlaubt zentral verwaltet die Kontrolle von
beliebigen Wechseldatenträgern und Gerätetypen. Es können sowohl generell alle
Geräte eines Types (z.B. USB-Stick) ausgesperrt als auch über eine Whitelist
einzelne Geräte (z.B. der USB-Stick mit der Seriennummer 1234567) zugelassen
werden. Die Einschränkungen bzw. Freigaben können sowohl für Benutzergruppen
als auch einzelne Benutzer festgelegt werden. Auch kann protokolliert werden,
wer welche Dateien auf welchem Datenträger geschrieben oder gelesen hat. Über
das Anlegen von Schattenkopien der betroffenen Dateien ist eine spätere
Prüfung deren Inhalte möglich. Geschriebene Dateien können bei Bedarf
zusätzlich verschlüsselt werden, sodass ein Dieb die kopierten Daten nicht
nutzen kann.
- Ähnliche Ansätze verfolgt Sanctuary Device Control von SecureWave, ebenfalls
ab Windows 2000 einsetzbar. Hier ist es z.B. möglich, vom Netz getrennte
Rechner (z.B. Laptops) zu schützen. Dazu wird eine lokale Kopie der letzten
Zugriffsrechteliste (Access Control List, ACL) gespeichert, die automatisch
bei der nächsten Anmeldung oder bei Bedarf auch manuell offline aktualisiert
wird.
- DeviceWatch von itWatch ist ebenfalls ab Windows 2000 einsetzbar und erlaubt
auch die Erfassung von Geräten, die nur im Offline-Betrieb zu einem beliebigen
Zeitpunkt verwendet wurden. Der DeviceWatch Scanner zur Erkennung aller im
Netz verfügbaren Geräte und Schnittstellen arbeitet unabhängig von der
Installation des DeviceWatch Clients.
Die Schutzfunktionen aller Produkte schließen außer den üblichen Datenträgern auch mehr oder weniger alle anderen Peripheriegeräte ein. So sind auch Zugriffe über WLAN oder Bluetooth gesichert.
Zum Abschluss noch etwas aus der Forschung: Wer Probleme hat, sich sein Passwort zu merken, wird sich über Psylock (Psychometric Locking) freuen. Dabei handelt
es sich um ein biometrisches Authentifizierungsverfahren, das Benutzer anhand
ihres Tippverhaltens erkennt. Das Verfahren wurde von der ibi research GmbH,
einem Ableger des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik II der Universität
Regensburg, entwickelt. Es wird an einen neuen Benutzer angepasst, indem dieser einen vorgegebenen Satz mehrmals eintippt. Dabei werden verschiedene Parameter wie Schreibgeschwindigkeit und Rhythmus sowie Merkmale wie Links- oder Rechtshändigkeit erfasst, die dann mit statistischen Methoden ausgewertet und mit einem neuronalen Netz klassifiziert werden. Die Sicherheit des Systems
steigt beim späteren Einsatz zur Authentifizierung mit der Länge der
Tippvorlage. Das System ist für Windows verfügbar.
In der nächsten Woche wird die Umsetzung der Beispiele aus About Security #47
mit dem Open-Source-IDS Snort beschrieben.
Wenn Sie Fragen oder Themenvorschläge haben, können Sie diese gerne an die angegebene E-Mail-Adresse senden oder im Security-Forum einbringen!
Carsten Eilers
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