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13.03.2008
![]() Zur Lage der ProgrammiersprachenIm Rahmen einer Studie zum Stand des Computerbuchmarktes hat Mike Hendrickson für O'Reilly den Markt für Programmiersprachen untersucht. Im Vergleich zu 2006, so fand Hendrickson heraus, hat sich das Interesse an Programmiersprachen im Jahr 2007 um 1.67 Prozent verschlechtert. Das generelle Wachstum des Computermarktes im Vergleich zum Vorjahr (+1%) sei demnach nicht im Verkauf von Büchern zu Programmiersprachen zu suchen. Es sei vielmehr Publikationen zur Anwendung von MacOsX, Vista oder Office zu verdanken, so das Ergebnis der Studie "O'Reilly Radar".
C# wächst, Java schrumpftDie Zahlen für die Programmiersprachen aus dem O'Reilly Radar sind in einem Baumdiagramm dargestellt: Dabei gibt die Größe der Box den Verbreitungsgrad der Sprache an, die Intensität der Farbe die Entwicklung im letzten Jahr. Aus der Diagramm-Analyse ergibt sich, dass ActionScript and PowerShell im letzten Jahr am stärksten angewachsen sind. Auch Python, Ruby und C# haben im Vergleich zu 2006 beträchtlich an Interesse gewonnen. Ruby ist demnach mittlerweile die achtgrößte Sprache, hat Perl und Python überholt und rückt verdächtig nahe an Visual Basic heran. C# ist mit einer eindrucksvollen Wachstumsrate von knapp 18.85% gewachsen und konnte seinen Marktanteil von 11% im Jahr 2006 auf 13% im Jahr 2007 erweitern. Sollte C# diese Wachstumsrate beibehalten, wird es Java als Nummer 1 überholen, das derzeit lediglich mit einer Rate von 14.16% wächst. Auch die einzelnen C#-Buchtitel verkaufen sich laut O'Reilly trotz begrenzterem Angebot ebenso gut wie Java-Bücher. Ein weiteres Diagramm in der Studie zeigt den 5-Jahres-Trend für die großen Programmiersprachen: Rot zeigt das Jahr 2007. Bemerkenswert ist der deutliche Rückgang von Java: Seit 2003 ist der Verkauf von Java-Büchern um etwa die Hälfte zurückgegangen. C# und JavaScript sind laut dieser Untersuchung die beiden einzigen Hauptsprachen, die sich in den letzten fünf Jahren ziemlich konstant gehalten haben, ja sogar gewachsen sind. Wie Hendrickson weiter in der Untersuchung schreibt, ist auch die Beliebtheit der kleinen bzw. mittelkleinen Sprachen angewachsen, in erster Linie dank Groovy, SAS, Erlang, Matlab, und Processing. Eine detaillierte Untersuchung in verschiedenen Größen-Kategorien findet sich auf der O'Reilly-Site. Die beliebtesten Buchtitel in den Hauptsprachen waren 2007 in den USA:
ÜbertragungsschwierigkeitenFraglich bleibt natürlich, inwieweit die Ergebnisse der Studie zur Entwicklung des Buchmarkts auf den Verbreitungsgrad der jeweiligen Programmiersprache übertragen werden können. Wie Hendrickson zu Beginn der O'Reilly-Studie selbst vermerkt, werden in der Untersuchung Computerbuchverkäufe als Trend-Indikator für Technologien betrachtet. Grundlage der Untersuchung sind Daten aus den wöchentlichen 3.000 Top-Titeln von Bookscan, einem US-amerikanischen Monitoring Service. Die Bücher zu den Sprachen wurden anhand ihrer Titel, aber auch anhand ihrer impliziten Programmiersprache, beispielsweise in Code-Beispielen, kategorisiert. Den Löwenanteil an den gelieferten Zahlen machen dabei große Ketten wie Borders, Barnes & Noble und Amazon aus. Offen bleibt auch die Frage, ob es nicht vielleicht am Buchprogramm selbst liegen könnte, dass sich die eine Sprache besser verkauft als die andere. Schließlich bestimmt das Angebot die Nachfrage, und zwar nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ. Darüber hinaus lässt sich die Entwicklung des US-amerikanischen Buchmarktes nicht ohne Weiteres auf den deutschen bzw. internationalen Markt übertragen, und so ist die obige Studie als Trend-Indikator zwar interessant, aber nur bedingt aussagekräftig. Am besten schaut man sich weitere Studien an, um sich ein Bild von der Lage der Programmiersprachen zu machen -- beispielsweise den TIOBE Programming Community Index, der seine Ergebnisse auf Kriterien wie ausgebildete Ingenieure, Kurse und Drittanbieter stützt. [aa] State of the Computer Book Market - The Languages (http://radar.oreilly.com/archives/2008/03/state-of-the-computer-book-mar-23.html) |
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