Dem Deutschen fehlt das Blogger-Gen – so ungefähr lässt sich ein Artikel des US-Bloggers Felix Salmons im SZ-Magazin zusammenfassen. Salmons hat seinen provokanten Text lesergerecht in zehn Gründe unterteilt – treffender wäre es aber wohl von zehn ziemlich platten Vorurteilen zu sprechen. Denn laut Salmon kann der Deutsche nicht Bloggen, weil:
- Bloggen auf Gleichheit basiert – der Deutsche aber auf Status und Hierarchie fixiert ist.
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in der Blogosphäre jeder seine stichhaltigen Meinungen äußern darf – der Deutsche aber nur "zertifizierten Meinungsträgern" öffentliche Äußerungen erlauben will.
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in den USA die Stimme des Volkes bzw. der Blogger von den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft ernst genommen wird – der deutschen Elite ist das aber keine Tugend.
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man zum Bloggen ensprechende Fähigkeiten braucht – dem Deutschen diese aber abgehen, weil er immer nur an seine Karriere denken kann.
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ein Blogger sich auch mal irren darf – der Deutsche aber in der ständigen Angst lebt, etwas zu tun, was ihn "dumm aussehen lässt".
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Blogger Schnellschüsse lieben – der Deutsche aber immer methodisch und systematisch vorgehen muss.
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Blogger natürliche Außenseiter sind – die Deutschen aber Außenseiter gering schätzen.
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etwa in den USA sogar Professoren Blogs als wichtiges Medium akzeptieren – die deutschen Professorenkollegen dies aber völlig anders sehen.
- Bloggen keine Arbeit ist und nur Ruhm und Ehre einbringt – der Deutsche Bloggen aber als Arbeit empfindet und dafür bare Münze haben möchte, die sich in Deutschland mit Blogs allerdings nicht verdienen lässt.
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der Blogger keine Ferien kennt – der Deutsche aber Ferien nunmal "extrem ernst" nimmt.
Dass das SZ-Magazin Salmons Text etwas "frisiert" hat, lässt sich bei Stefan Niggemeier nachlesen. Eine Parodie der Salmon-Thesen hat Klaus Jarchow verfasst.