Wahrscheinlich fing alles mit Lassie an, der berühmtesten
Hündin der Welt. Es ist aber auch zu herzzerreißend, wenn
sie mal wieder Timmy und Jeff aus der Patsche hilft und zum Dank etwas
zu beißen bekommt. Oder denken Sie nur an Wilber und dessen
sprechendes Pferd Mister Ed. Nun ließe sich Liste berühmter
Tiere zum Beispiel mit Wal Willy, Pferd Fury und Foghorn Leghorn noch
beliebig fortsetzen.
Aber während die einen – vielleicht aufgrund schlechter
Erfahrungen – Hunden reserviert begegnen und den anderen Wale
schlichtweg zu groß sind, gibt es wohl ein Tier, das eigentlich
jeder mag: der Pinguin. Und ganz besonders scheint nun auch Microsoft
Pinguine, genauer gesagt Tux, ins Herz geschlossen zu haben. Denn
immerhin ist man dieser Tage der Open Source Business Foundation e.V.
beigetreten und begibt sich so mehr und mehr auf das Gebiet des
einstmals verschmähten Linux-Pinguins.
Die XHTML-2-Arbeitsgruppe hat den Last Call zum Arbeitsentwurf CURIE Syntax 1.0 herausgegeben. Der Entwurf richtet sich in erster Linie an Markup-Entwickler. Ziel von CURIE 1.0 ist eine Definition für das Ausdrücken von URIs in einer generischen, verkürzten Syntax. Dabei setzt sich ein CURIE immer aus zwei Teilen, nämlich einem Präfix und einem Suffix, zusammen. Beide Elemente sind durch einen Doppelpunkt voneinander getrennt.
DAISY XMLIn Zusammenarbeit mit Microsoft hat das DAISY Consortium das Add-in "Save as DAISY XML" für Office 2007 vorgestellt. Mit diesem Add-in soll die barrierefreie Nutzung von Word-Dokumenten vereinfacht werden. Das Besondere an diesem Add-in ist sicherlich auch, dass es als Open-Source-Projekt entwickelt wurde. Mit Save as DAISY XML können Textdokumente, die auf Open XML basieren, in das Format Digital Accessible Information System (DAISY) umgewandelt werden. Dabei handelt es sich immerhin um das am häufigsten genutzte Format für Menschen mit einer Sehbehinderung. Herunterladen kann man sich das Add-in von der entsprechenden Projektwebseite. Parallel zum Add-in wurde auch die neueste Version der Konvertierungssoftware aus dem DAISY-Pipeline-Projekt veröffentlicht. Mit den darin enthaltenen Konvertierungstools lässt sich DAISY XML in das DAISY-Digital-Talk-Book-Format umwandeln. Dadurch kann man Schriftsprache in gesprochenes Wort konvertieren.
Microsoft und Open SourceMicrosoft ist der Open Source Business Foundation e.V. (OSBF) beigetreten. Bei der OSBF handelt es sich um einen Zusammenschluss von Firmen, wissenschaftlichen Institutionen und öffentlichen Einrichtungen mit mehr als 120 Mitgliedern. Nun verwundert es den ein oder anderen sicherlich, dass gerade das Unternehmen, das jahrelang für das Gegenteil von OSS stand bzw. immer noch steht, einer dezidierten OSS-Organisation beitritt. Dabei geht Microsoft eigentlich nur den bereits im November 2006 eingeläuteten Weg hin zu mehr OSS konsequent weiter. Begonnen hat damals alles mit der Novell-Partnerschaft. In der hatte sich Microsoft verpflichtet, Novell-Kunden nicht zu verklagen und zudem SUSE-Linux-Coupons zu verkaufen. Nach und nach ging Microsoft immer mehr solcher Partnerschaften ein. Darunter sind solch namhafte Vertreter wie Zend, Sun oder das Open-Source-Projekt XML Translator. Kritiker dieses Engagements sehen in den jüngsten Bemühungen der Redmonder allerdings eher den Versuch, die Open-Source-Bewegung als einen zusätzlichen Vertriebsweg zu instrumentalisieren.
OpenOffice 3.0 (Beta)Microsofts Open XML hat nun auch in OpenOffice Einzug gehalten. Die Beta-Version von OpenOffice 3.0 unterstützt neben Open XML auch Erweiterungen des OpenDocument-Standards ODF 1.2. Dadurch, dass Open XML interpretiert wird, können nun zumindest Dateien aus Microsofts Office 2007 in OpenOffice eingelesen werden. Das Abspeichern von Dokumenten im angestammten Microsoft-Office-2007-Format ist allerdings nicht möglich. Die Beta-Version kann für Windows, Linux und den Mac von der Download-Seite heruntergeladen werden.
SOA Starter DaysAlle SOA-Interessierten aufgepasst: Die Entwickler Akademie veranstaltet die SOA Starter Days. Stattfinden wird das Ganze vom 2. bis 4. Juni 2008 in München. In den drei ganztätigen Intensiv-Workshops erhält man einen umfassenden Einstieg in die SOA-Welt. Los geht es mit SOA-Grundlagen in Theorie und Praxis. Am zweiten Tag stellt Andreas Holubek die Möglichkeiten von SOA in Verbindung mit Web Services vor. Und am letzten Tag widmet sich Torsten Winterberg dann unter anderem der Geschäftsmodellierung für SOA. Anmelden können Sie sich direkt online unter http://entwickler.com/ssl/soa_cc/. Ausführliche Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie auf der Webseite der Entwickler Akademie. Wer nicht an allen drei Tagen teilnehmen will, kann übrigens auch einzelne Workshops buchen. Für die Teilnehmer an den SOA Starter Days bietet das NH München Deutscher Kaiser entsprechende Zimmerkontingente an.
XML-Tool der WocheDas so genannte semantische Internet ist in aller Munde. Und auch das W3C verstärkt zusehends seine dahin gehenden Bemühungen. Erinnert sei in diesem Zusammenhang auch an die immer wieder im XML-Report auftauchenden neuen Arbeitsentwürfe zu OWL und RDF. Mit dem von Altova entwickelten SemanticWorks 2008 gibt es ein Tool, mit dem sich Semantic-Web-Instanzdokumente, Ontologien und Vokabulare mit visuellen Mitteln entwerfen lassen. Diese Entwürfe können dann zum Beispiel im RDF-Format ausgegeben werden. Darüber hinaus hat SemanticWorks natürlich auch noch die "üblichen" Funktionen wie Syntax- und Semantikprüfung sowie eine automatische Codegenerierung mit an Bord. SemanticWorks kann als 30-Tage-Testversion kostenlos heruntergeladen werden. Die Vollversion gibt es für 99 Euro.
Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne
unter
xml@medienwerke.de entgegen.
Bis nächste Woche,
Ihr Daniel Koch
Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in
Hamburg. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung
und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter xml@medienwerke.de.
Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über
Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und
informiert über die neuesten Entwicklungen der
Standardisierungsgremien.
















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