Mittwoch, 7. Januar 2009





16.09.2008
XML-Report: Schnäppchenjäger

Daniel Koch

Die Zeiten des klassischen Sommer- und Winterschlussverkaufs sind bekanntermaßen vorbei. Heutzutage blinken einem ganzjährig und überall große Sale-Schilder entgegen. Und die wirken: Wer sich auf den Straßen und in den Einkaufspassagen umblickt, der sieht sie: Eilig vorbeihastende Menschen, die bereits mehrere Tragetaschen mit sich herumschleppen, aber trotzdem noch in das ein und andere Geschäft müssen. Rabatte bzw. die Chance auf sie ziehen Schnäppchenjäger also magisch an. Genauso verhält es sich mit Web-2.0-Anwendungen. Denn auch dort lassen sich – natürlich immer vorausgesetzt, dass man sie richtig einsetzt – ein paar Euro einsparen. Ein gutes Beispiel dafür ist General Electric. Bei GE sind das dank der – übrigens ganz still und heimlich seit vielen Jahren aufgebauten – unternehmensinternen Web-2.0-Plattform, allein durch die frei durchsuchbaren Frage-und-Antwort-Dateien über drei Stunden, die GE-Mitarbeiter pro Problem weniger Zeit investieren müssen. Das summiert sich natürlich. Es lohnt sich also nicht nur, beim klassischen Shopping-Trip die Augen offen zu halten, auch das Internet kann beim Sparen helfen. Man muss eben nur wissen, wo man sparen kann und will.

General Electric und das Web 2.0

Eingangs dieses XML-Reports ist es bereits angeklungen, dass General Electric erfolgreich seine eigene Online-Plattform betreibt. Dabei bedient man sich seitens GE größtenteils solcher Elemente, die im Web 2.0 zu Hause sind. Die Plattform wird von GE mittlerweile seit über 10 Jahren kontinuierlich aufgebaut und permanent aktualisiert. Hauptaugenmerk wird dabei auf die Einbindung von Mitarbeitern und Zulieferern aus über 6000 Standorten gelegt. Erreicht wird das unter anderem durch sich frei formende Communities und den Austausch von Fragen und Antworten unter Experten in Form einer dynamischen Datenbank. Und die Plattform wird genutzt. So werden beispielsweise die Profilseiten der jeweiligen Mitarbeiter allein 100 000 Mal pro Tag aufgerufen. Schließlich lässt sich so herausfinden, mit wem man eigentlich zusammenarbeitet und wer welche Dokumente hochgeladen hat. Und natürlich spielt in diesem Zusammenhang XML eine bedeutende Rolle. Denn dadurch, dass GE seine Arbeitsprozesse auf XML umgestellt hat, dauern diese meist nicht länger als drei Tage. Kein Vergleich zu früher, wo sich das schon mal über mehrere Wochen hinziehen konnte.

Kritik am Internet Explorer

Fast schon traditionell kommt Microsofts Internet Explorer bei den Kritikern nicht besonders gut weg. Jetzt reihte sich auch noch Tim Berners-Lee in die Reihe der Gegner des Microsoft-Browsers ein. Laut Berners-Lee wird der Internet Explorer schon bald eine Vielzahl an Web-Usern von vielen Seitenfunktionen ausschließen. Berners-Lee begründet das mit der mangelnden Unterstützung von SVG-Grafiken im Internet Explorer. Denn tatsächlich lassen sich SVG-Grafiken in diesem Browser nur mithilfe eines Plug-ins anzeigen. Zum Einsatz kommt dabei meistens der SVG-Viewer von Adobe. Nun hat Adobe allerdings angekündigt, den Support für eben dieses Tool zum Jahresende einstellen zu wollen. Für IE-Anwender sind das natürlich schlechte Neuigkeiten. Ob Microsoft nun doch SVG fest in seinen Browser integriert oder weiter an der Entwicklung der Vector Markup Language festhält, werden die nächsten Monate zeigen.

Representing Content in RDF

Den ersten Arbeitsentwurf zu Representing Content in RDF hat die Evaluation and Repair Tools Working Group veröffentlicht. Dieses Dokument beschreibt ein Vokabular, mit dem sich Inhalte in RDF darstellen lassen. Dabei spielt es keine Rolle, um was für eine Art von Content es sich handelt. Gleichzeitig mit dem genannten Arbeitsentwurf hat man auch gleich noch eine aktualisierte Fassung von HTTP Vocabulary in RDF herausgegeben. Dieser Arbeitsentwurf beschreibt die Darstellung von HTTP-Vokabular in RDF, sodass HTTP-Header nach dem Austausch zwischen einem Client und einem Server im RDF-Format wiedergegeben werden können. Details dazu finden Sie unter http://www.w3.org/TR/HTTP-in-RDF/.

XML Schema Definition Language

Die W3C XML Schema Working Group hat den überarbeiteten Entwurf zu XML Schema: Component Designators specification herausgegeben. Dieses Dokument definiert ein System für die Kennzeichnung von XML-Schema-Komponenten. Bei den Komponenten handelt es sich um Elemente, die das abstrakte Datenmodell des Schemas enthalten. Spezifiziert werden diese durch XML Schema Part 1: Structures und XML Schema Part 2: Datatypes. Der XSD-Entwurf teilt das Problem des Erstellens von Schemas in zwei Teile: die Definition eines zusammengesetzten Schemas und die Definition für eine bestimmte Schema-Komponente.

CSS Backgrounds and Borders Module Level 3

In dem Entwurf CSS Backgrounds and Borders Module Level 3 der Cascading Style Sheets (CSS) Working Group dreht sich alles um die Definition von Hintergründen und Rahmen mittels CSS. Neuerungen im Vergleich zu Level 3 sind vor allem Boxen mit unterschiedlichen Hintergründen und runden Ecken.

XML-Tool der Woche

Die Validierung von XML-Dokumenten gehört zum Handwerkszeug jedes XML-Entwicklers. Wie bzw. mit welchem Tool man seine Dokumente validiert, ist dabei sicherlich Geschmackssache. Eine durchaus interessante Variante stellt der XML ValidatorBuddy dar. Dieses Tool integriert sich nämlich nicht nur in den Windows Explorer, es gibt es auch als Kommandozeilen-Werkzeug und als Plug-in für XMLSpy. Besonders angenehm ist freilich die Explorer-Variante. Denn hier lässt sich die Validierung dann über das Kontextmenü der betreffenden Datei(en) starten. XML ValidatorBuddy kann als Testversion von der Seite http://www.spycomponents.com/ValidatorBuddy.htm heruntergeladen werden. Die Vollversion kostet 19.90 US-Dollar. Das Tool ist allerdings ausschließlich für Windows verfügbar.

Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne unter xml@medienwerke.de entgegen.

Bis nächste Woche,
Ihr Daniel Koch

Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in Hamburg. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter xml@medienwerke.de. Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und informiert über die neuesten Entwicklungen der Standardisierungsgremien.







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