Was als Nebenveranstaltung der Webinale begann, endete als eine mögliche Ablösung der RailsConf-Europe. Die vielen internationalen Speaker und ein anspruchvolles Publikum sorgten für eine hochklassige Konferenz in zugegeben überfüllten und zu kleinen Räumen. Gerade diese Enge aber erzeugte eine familiäre Atmosphäre, die durch lange Abende mit den anwesenden Mitgliedern des Rails-Core-Teams weiter gestärkt wurde. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr!
Jonathan Weiss ist Berater und Partner bei der Peritor GmbH in Berlin. Dort ist er als Rails Consultant mit verschiedenen Projekten aus den Bereichen Scalibility und Security vertraut. Er ist ein aktives Mitglied der Ruby und Rails Community und der Entwickler von Webistrano, eines Open-Source-Rails-Deployment-Tools. Daneben ist er der FreeBSD maintainer von Rails und Rubygems.
____________________
Lange sah es mit europäischen oder gar deutschen Rails-Konferenzen 2009 schlecht aus, was im krassen Gegensatz zur aktuellen Bedeutung und Popularität von Ruby on Rails steht. Dankenswerterweise machte der Software & Support Verlag aus der Not eine Tugend und rief kurzerhand die RailsWayCon ins Leben.
So trafen sich im Mai dann doch Rails-Fans aus aller Herren Länder bei sehr sommerlichen Temperaturen in Berlin, und es ist in jeglicher Hinsicht beeindruckend, was das Organisations-Team in so knapper Zeit auf die Beine gestellt hat. Szenegrößen wie Ola Bini, Neal Ford, Yehuda Katz und viele andere gaben sich hier nach exzellenten Vorträgen die Klinke in die Hand.
Für mich persönlich stach besonders die Ausgewogenheit der Vortragsthemen hervor. Die Bandbreite reichte von handfesten Tipps zur Beschleunigung von Frontends bis hin zur Vorstellung dessen, was uns alle mit Rails 3 erwarten wird. Insbesondere die Vorträge von Ola Bini waren eine Bereicherung, weil sie unterhaltsam und eindrucksvoll zeigten, was sich außerhalb der Ruby/ Rails-Welt so alles tut.
Naturgemäß spielen sich Rails-Konferenzen noch in einem überschaubaren Rahmen ab, und so empfand ich es als sehr positiv, dass die RailsWayCon in denselben Räumen stattfand wie die Webinale und die International PHP Conference. Leicht wurden Kontakte zu netten Menschen aus anderen Bereichen der Web- Entwicklung geknüpft, und es wurde sogar der eine oder andere PHP-Entwickler bei Rails-Vorträgen gesichtet.
Insgesamt war das ein gelungenes Debüt, das dem Großteil der Teilnehmer sichtlich Spaß gemacht hat und hoffentlich im nächsten Jahr fortgeführt wird.
Maik Schmidt arbeitet seit mehr als fünfzehn Jahren als Software-Entwickler und realisiert momentan Dienste im Bereich "Business Process Outsourcing". Er schreibt für diverse Fachzeitschriften und veröffentlichte die folgenden Bücher: "Enterprise Integration with Ruby" (http://www.pragprog.com/titles/fr_eir/enterprise-integration-with-ruby), "Enterprise Recipes with Ruby and Rails" (http://www.pragprog.com/titles/msenr/enterprise-recipes-with-ruby-and-rails).
____________________
Schön war's: alte Kollegen zu treffen, neue Kontakte zu knüpfen und Kooperationen zu vereinbaren. Leider waren die Räume etwas zu klein, und das Mittagessen sollte das nächste Mal geselliger gestaltet werden.
Heiko Webers ist der Geschäftsführer und Sicherheitsspezialist bei bauland42 (http://www.bauland42.de), die sichere und innovative Webanwendungen entwickelt und in Sicherheitsfragen berät. bauland42 betreibt das Ruby on Rails Security Project (http://www.rorsecurity.info).
Vor seiner Zeit mit Ruby on Rails, hat er zehn Jahre lang Desktop-Anwendungen entwickelt. Jetzt ist er glücklicher.
____________________
Ola Bini kann scheinbar mühelos eine neue Programmiersprache schaffen. Er hat an den Beispielen von JRuby und Ioke einen sehr interessanten Blick hinter die Kulissen geboten und den Weg von AST (abstract syntax tree) über die Laufzeitumgebung (frames, bindings) hin zu Interpretierung oder Kompilierung aufgezeigt. Ruby sei dabei schwierig zu implementieren wegen einer sehr flexiblen Syntax (wenig Klammern und Semikolons, viel Whitespace) und der hohen Flexibilität (eval, Closures, viele Funktionen akzeptieren eine explizite Übergabe eines Binding-Objekts). Um so vorteilhafter sei es für den Ruby-Entwickler, denn er bekomme ein sehr mächtiges Werkzeug an die Hand und könne sehr kompakte und gleichzeitig sehr ausdrucksstarke Programme schreiben.
Neal Ford führte aus, wie durch entsprechende Benennung die Dinge plötzlich viel seriöser wirken können. Führt man z.B. statt "Monkey Patching" die Begriffe "cut points" und "advice" ein, so klingt es nicht mehr nach Bastelei sondern nach fortgeschrittenen Design Patterns.
Ich fand auch die Gespräche mit dem Rails-Core-Team zwischen den Vorträgen und am Abend sehr aufschlussreich. Dabei findet vielleicht das eine oder andere Patch eine Abkürzung auf dem Weg ins zentrale github Repository.
Vladimir Dobriakov entwickelt seit 15 Jahren professionell Unternehmenssoftware, ist Senior Consultant bei der innoQ Deutschland GmbH, war Sprecher bei der Rails Konferenz 2008 und hat sich mit der Lokalisierungs-Problematik in zahlreichen globalen Projekten beschäftigt.
























Kommentare