Sonntag, 12. Februar 2012

News

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Montag, 1. März 2010

XML-Report: Momente für die Ewigkeit

Daniel Koch

Die 21. Olympischen Winterspiele sind Geschichte. Und wie hätten sie schöner enden können, als mit der Eishockey-Goldmedaille für die Gastgeber in einem dramatischen Finale gegen die USA? Rückblickend sind es überwiegend schöne Spiele gewesen, die wieder mal allerlei Highlights zu bieten hatten. Und das müssen bei weitem nicht immer Rekorde und Höchstleistungen sein. So wird für viele sicherlich die Freischwimmer-Einlage von Anni Frisinger-Postma im Halbfinale des Eisschnelllauf-Team-Wettbewerbs in bleibender Erinnerung bleiben. Denn die strauchelte und rutschte auf allen Vieren – nebenbei hektische Schwimmbewegungen vollführend – völlig entkräftet ins Ziel. Hinter der Ziellinie liegend hämmerte sie dann frustriert mit den Fäusten aufs Eis. Denn ihr Missgeschick – so glaubt sie in dem Moment – hat sie und ihr Team um den Platz im Finale gebracht. Bis ihr Blick auf die Anzeigetafel fällt. Und dann . . . der Rest ist Geschichte. Aber auch die Goldpanne des niederländischen Eisschnellläufers Sven Kramer wird in die Historie der olympischen Spiele  eingehen. Denn Kramer wurde – klar auf Goldkurs liegend – von seinem Trainer fälschlicherweise auf die Innenbahn geleitet. Und so folgte auf den zweisekündigen Goldjubel eine Schimpftirade auf den die schlechte Nachricht überbringenden untröstlichen Coach. (Mittlerweile hat Kramer ihm übrigens auch höchstoffiziell verziehen.) Die Spiele sind also vorbei und der Alltag hat uns wieder. Und der beginnt in dieser Woche mit der fast unendlichen Geschichte um Microsoft, Office und ODF.

Kritik an ODF-Auswahl in Office 2010

In der kommenden Office-Version soll es ein Auswahlfeld geben, über das man das gewünschte Datei-Standardformat einstellen kann. Für Word, Excel und PowerPoint sind darin OOXML und ODF voreingestellt. Durch dieses Auswahlfeld will Microsoft einer durch die Europäische Kommission drohenden Kartelluntersuchung entgehen. Nun gibt es allerdings Kritik an der Auswahlmöglichkeit. So kritisiert Richard Stallman, Chef der Free Software Foundation, dass Microsoft das Konkurrenzformat ODF absichtlich in ein schlechteres Licht rücken wolle. Denn in dem Auswahlfeld wird OOXML an erster Stelle angezeigt. Schwerer wiegt laut Stallman allerdings der Beschreibungstext zu ODF. Denn dort ist zu lesen, dass ODF möglicherweise nicht alle Funktionen von Office unterstützt. „Normale“ Anwender, so die Befürchtung, würden daher wahrscheinlich eher auf das Microsoft-Format zurückgreifen. Bislang handelt es sich bei der kritisierten Office-Version allerdings noch um einen Release Candidate. Ob die Funktion tatsächlich in der vorliegenden Form integriert wird, steht momentan noch nicht fest.

Elektronische Kfz-Zulassung mit xKfz

XML greift auch immer mehr in klassische Lebensbereiche ein. Bestes Beispiel dafür ist das eKfz-Verfahren vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme. Mit diesem Verfahren soll die elektronische Kfz-Zulassung mithilfe des neuen Personalausweises Realität werden. Ab dem 1. November 2010 bekommen alle Bundesbürger bei Beantragung eines Personalausweises ausschließlich den neuen Ausweis im Scheckkartenformat. Dank der eID-Funktion des neuen Ausweises können Kfz-Zulassungen direkt im Autohaus über ein Zulassungsportal beantragt werden. Die übermittelten Daten werden von der Zulassungsstelle empfangen. Der Hol- und Bringdienst der ZB1 und ZB2 (Fahrzeugschein und -brief) sowie der Kennzeichen werden von einem Dienstleister erledigt. Anfangs wird das Verfahren ausschließlich in Berlin zu nutzen sein. Im nächsten Schritt will das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme die elektronische Kfz-Zulassung flächendeckend anbieten. Voraussetzung dafür ist ein entsprechender Standard. Und genau hier kommt XML ins Spiel. Denn das Institut will mit xKfz auf ein XML-Format setzen.

Mit Pivot Daten visualisieren

Mit Pivot sollen sich selbst große Datenmengen einfach visualisieren und handhaben lassen. Dabei sind die Daten in Form einer Bildersammlung aufbereitet, denen Texte hinzugefügt werden. Die Bilder sind nach logischen Gruppen sortiert. So kann man sich z.B. bestimmte Wikipedia-Artikel zu einer Kollektion zusammenstellen. Anhand von Filtern lässt sich die Darstellung der Kollektionen eingrenzen. Auf der Pivot-Webseite gibt es ein kleines Video, das das Prinzip verdeutlicht. Ziel von Pivot – hinter dessen Entwicklung übrigens Microsoft steckt – ist es, Daten, unabhängig davon, wo sie herkommen, übersichtlich darzustellen. Für die Installation von Pivot werden u.a. Windows Vista mit aktiviertem Aero und ein 2-GHz-Prozessor vorausgesetzt.

Altova unterstützt IBM i 6.1

Mit dem von Altova veröffentlichten Release 2010r2 seiner gesamten Softwarepalette werden nun erstmalig auch IBM i 6.1 und 64-Bit-Systeme unterstützt. Darüber hinaus soll die Performance von Version 2010 Release 2 des Altova MissionKit um ein Vielfaches beschleunigt worden sein. Bemerkbar machen soll sich das vor allem bei der Arbeit mit sehr großen Daten. Ausführliche Informationen zum neuen Release finden Sie unter http://www.altova.com/de/whatsnew.html.

Sechs Entwürfe zu SPARQL

Mit gleich sechs neuen SPARQL-Entwürfen wartet die SPARQL Working Group auf. Dabei handelt es sich um SPARQL 1.1 Query, SPARQL 1.1 Update, SPARQL 1.1 Protocol for RDF, SPARQL 1.1 Service Description, SPARQL 1.1 Uniform HTTP Protocol for Managing RDF Graphs und um SPARQL 1.1 Entailment Regimes. Auf der offiziellen Webseite der Semantic Web Activity gibt es weiterführende Informationen zu SPARQL 1.1.

XML-Tool der Woche

AJAX-Anwendungen können sinnvoll sein und durchaus einen Mehrwert bieten. Spaß machen sie allerdings nur, wenn die Performance stimmt. Genau dieser Aspekt ist es aber, der gerne übersehen bzw. vergessen wird. Mit der dynaTrace AJAX Edition lassen sich vorhandene Performanceprobleme aufdecken und beheben. Das Tool ermöglicht dabei übrigens nicht nur die reine Performancemessung. Auch Serverengpässe und das Nachvollziehen asynchroner JavaScript-Aufrufe über den gesamten Round-Trip sind möglich. dynaTrace AJAX Edition ist kostenlos und kann von der Seite http://ajax.dynatrace.com/ heruntergeladen werden.

Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne unter xml@medienwerke.de entgegen.

Bis nächste Woche
Ihr Daniel Koch

Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in Berlin. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter dk@medienwerke.de. Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und informiert über die neuesten Entwicklungen der Standardisierungsgremien.

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