Montag, 21. Mai 2012

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17.03.2010
XML-Report: Erneute Niederlage

Daniel Koch

Schon wieder musste Microsoft eine Niederlage einstecken. Denn ein amerikanisches Berufungsgericht hat das gegen Microsoft verhängte Urteil im Patentstreit mit der Softwarefirma i4i noch einmal bestätigt. i4i nahm das neuerliche Urteil natürlich mit Genugtuung auf, während sich die Microsoft-Verantwortlichen langsam aber sicher der Tatsache bewusst werden, dass diese Angelegenheit wohl doch nicht mehr zum Guten gewendet werden kann. Und wo wir schon beim Verlieren bzw. bei Niederlagen sind: So langsam schwant mir, dass die Berliner Hertha ungebremst in Richtung zweite Liga taumelt. Nach der Last-Minute-Niederlage am vergangenen Samstag im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg glauben wohl nur noch die größten Optimisten, dass Hertha den Klassenerhalt schafft. Einen reizvollen Nebeneffekt hätte der Abstieg zweifellos: In der nächsten Saison käme es dann zu einem echten Lokalderby zwischen dem 1. FC Union Berlin und Hertha BSC Berlin. Aber bis auf dieses sicherlich mit Spannung erwartete Duell wird es finster um das Berliner Fußballerherz werden. Denn ein Stadion mit stolzen 74 000 Sitzplätzen für oftmals zähe Zweitligabegegnungen wirkt dann doch etwas deplatziert. Aber noch bleiben ja einige Spieltage, um das Wunder doch noch zu schaffen. Und hier schließt sich wieder der Kreis: Bei Hertha darf man sich zumindest noch theoretische Hoffnung machen, dass der Abstieg vermieden wird. Im Hause Microsoft wird hingegen nun wohl niemand mehr auch nur ein Fünkchen Hoffnung haben, dass man um die Millionenstrafe herumkommt.

Microsoft verliert im Patentstreit erneut

Es ist hinlänglich bekannt, dass sich Microsoft massiven Vorwürfen seitens der kleinen Softwarefirma i4i ausgesetzt sieht. Und so musste Microsoft im vergangenen Jahr aufgrund von Patentverletzungen nicht nur 290 Millionen Dollar Strafe zahlen, auch ein Verkaufsverbot für Office 2007 ist für den US-amerikanischen Markt längst in Kraft getreten. In diesem Zusammenhang hat Microsoft nun eine weitere Niederlage einstecken müssen. Denn laut einer Stellungnahme einer Kommission des US-Berufungsgerichts für die Bundesebene ist das gegen Microsoft verhängte Urteil rechtskräftig. Ob Microsoft nun weitere Schritte plant, ist zunächst einmal noch offen.

Tim Bray wird Android-Entwickler

Timothy William Bray dürfte sicherlich einigen unter Ihnen als einer der mitverantwortlichen Entwickler für den XML- und den Atom-Standard bekannt sein. Denn Bray war in den Jahren 2001 bis 2004 einer der maßgeblichen Autoren der XML-Spezifikation beim W3C. Lange Zeit ist Bray Chef des Webentwicklerteams bei Sun Microsystems gewesen, lehnte allerdings ein von Oracle nach der Sun-Übernahme unterbreitetes Angebot ab und verließ Sun Ende Februar 2010. Ab sofort ist Bray für Google tätig. Dort arbeitet er als so genannter Developer Advocate im Android-Entwicklerteam. Warum er sich für diesen Schritt entschieden hat, beschreibt er in seinem Blog. Als Hauptgründe gibt er jedenfalls bestimmte Aversionen gegen Apple im Allgemeinen und das iPhone im Besonderen an. Vor allem das Verteilungsmodell der Apps über den App-Store ist Bray offenkundig ein Dorn im Auge.

FileMaker 11

Das bekannte Datenbanksystem FileMaker wurde in Version 11 veröffentlicht. In dieser Version gibt es zahlreiche Neuerungen, die detailliert auf der FileMaker-Webseite aufgeführt sind. Die interessanteste neue Funktion dürften dabei zweifellos die Diagramme sein. Denn jetzt hat man eine große Auswahl dynamischer Diagramme (Balken-, Flächen-, Linien- und Kreisdiagramme), durch die sich bestimmte Aspekte einer Datenbank sehr gut visualisieren lassen. Die erstellten Diagramme lassen sich dann übers Web oder als PDF-Dokumente veröffentlichen. Ebenso bietet FileMaker 11 aber auch eine Schnellsuche. Diese sucht gleichzeitig in allen Datenbankfeldern nach dem entsprechenden Suchbegriff. Die sonst üblichen OR-Verknüpfungen entfallen hier. Hat man das richtige Ergebnis, erzeugt man einen so genannten Snapshot-Link. In dieser XML-Datei sind die betreffenden Indexnummern enthalten.  Die Snapshot-Links können wiederum anderen Benutzern zur Verfügung gestellt werden, ohne dass sie Einblick in die Auswahlkriterien der Links geben müssten. Die deutschsprachige Version des Datenbanksystems gibt es ab dem 23. März 2010. Preislich liegt FileMaker Pro 11 bei 349 Euro. FileMaker Pro 11 Advanced wird 499 Euro kosten.

RDFa-Arbeitsgruppe gegründet

Das W3C hat die RDFa Working Group gegründet. Hauptaufgabe dieser Arbeitsgruppe wird es sein, die Unterstützung für RDFa zu verbessern. So will man Entwickler beim Erstellen von RDFa-Applikationen unterstützen und die Verbreitung dieser Technologie innerhalb von HTML, XHTML und XML fördern. Gegründet wurde die Gruppe, um RDFa 1.0 zu verbessern und zu erweitern. Zudem soll die RDFa Working Group die HTML Working Group bei der Umsetzung von RDFa in HTML5 and XHTML5 unterstützen.

Design Notes for Extensible Stylesheet Language (XSL) 2.0

Ein neuer Arbeitsentwurf der Design Notes for Extensible Stylesheet Language (XSL) 2.0 wurde von der XSL Working Group herausgegeben. Dieses Dokument beschreibt Design Notes für die zweite Version der Formatting Objects (FO), die bekanntermaßen Teil von XSL sind.

XML-Tool der Woche

Längst haben sich Frameworks etabliert. Das gilt übrigens nicht nur für JavaScript- und AJAX-Frameworks, auch auf dem Gebiet der Webanwendungs-Frameworks hat sich so einiges getan. Eine sehr interessante Applikation ist dabei LIMBAS. Bei LIMBAS handelt es sich um ein Web-Client/Server-Framework, das einen unglaublich großen Funktionsumfang zu bieten hat. Dank dieser Funktionsvielfalt kann LIMBAS zum Beispiel als DMS-, CMS- oder aber auch als CRM-Lösung eingesetzt werden. Ausführliche Informationen zu dieser Open-Source-Software finden Sie unter http://www.limbas.com/de.  Der Download ist über die Sourceforge-Projektwebseite möglich.

Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne unter xml@medienwerke.de entgegen.

Bis nächste Woche
Ihr Daniel Koch

Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in Berlin. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter dk@medienwerke.de. Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und informiert über die neuesten Entwicklungen der Standardisierungsgremien.

 









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