Mittwoch, 8. Februar 2012

News

präsentiert von: Entwickler Magazin
Donnerstag, 9. Februar 2006

Kommentar: Borland trennt sich von seinen Wurzeln

Eigentlich hat es schon lange in der Luft gelegen, aber so recht daran glauben wollte niemand: Borland, die Traditionsschmiede für Entwicklungstools, trennt sich von ihren Wurzeln. Delphi, C++Builder, JBuilder und weitere Entwicklungsprodukte werden verkauft, sofern sich ein Interessent für sie finden wird; das Hauptgeschäft soll im Bereich der Application Lifecycle Management- (ALM)Tools liegen.

Durch Eclipse war das Geschäft mit der einstmals führenden Java-Entwicklungsumgebung JBuilder de facto zum Erliegen gekommen. Und durch Microsofts Schwenk zu .NET gerieten aber auch die Windows-Experten bei Borland in arge Bedrängnis. Die Qualität der Delphi-Versionen für .NET überzeugte die Delphi-Community nur mäßig und auch die Begeisterung für .NET hielt sich dort in Grenzen.

Anstatt sich im Geschäft mit zahlreichen Einzelkunden aufzureiben, denen der Kauf von immer häufigeren Updates nicht mehr plausibel zu machen war, verlegt Borlands CEO Tod Nielsen seine Aktivitäten auf das Geschäft mit den Großkunden. ALM-Tools werden meistens nicht in einzelnen Boxen, sondern in hohen Stückzahlen verkauft, wenn große Unternehmen ihren gesamten Entwicklungsprozess vereinheitlichen. Das vereinfacht den Vertrieb, der sich nicht mehr auf einen Massenmarkt konzentrieren muss, sondern direkt an die Management-Ebene verkauft.

In einem offenen Brief schreibt David I., Vice President Developer Relations: "I am moving forward as part of the new company with a huge smile on my face and a small tear in my eye." Die knappen Finanzmittel innerhalb der letzten zwei Jahre seien allzu oft in den ALM-Bereich investiert worden, die IDE-Sparte sei leer ausgegangen, schreibt David weiter.

Ausgegliedert werden im Einzelnen die Entwicklungsumgebungen Delphi, JBuilder, C++Builder, C#Builder und Kylix (das gar nicht mehr verkauft wird) sowie die Datenbanktechnologien InterBase, JDataStore, nDataStore.

Eclipse zu spät erkannt

Tatsache ist, dass mit IDEs im Java-Markt kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist. Eclipse überzeugt schließlich nicht nur dadurch, dass es kostenlos ist, sondern auch durch eine glänzende Architektur und seine hohe Stabilität und Qualität. War es um die Jahrtausendwende noch Borland gewesen, das um seine JBuilder-Plattform Primetime herum eine beachtliche Community von Tool-Zulieferern versammeln konnte, spielt die Plug-in-Musik heute ausschließlich bei Eclipse.

Wer sich an Borlands Lizenzpolitik beim JBuilder in den letzten drei Jahren erinnert, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man hier gerade noch herausholen wollte, was noch herauszuholen ging: Im Halbjahres-Rhythmus warfen die Borländer neue Major-Releases auf den Markt, zu saftigen Preisen. Was in manchem Großunternehmen noch vermittelbar schien, erschien dem Großteil der JBuilder-Gemeinde nicht mehr akzeptabel. Sie wechselte zu Eclipse.

Ohne Zweifel - Eclipse wurde von der Borland-Führung viel zu spät erkannt. Dabei hätten die Kalifornier eventuell noch die Möglichkeit gehabt, sich frühzeitig als Added-Value-Anbieter für Eclipse zu positionieren. Ein starkes Together für Eclipse war zum Zeitpunkt der Togethersoft-Übernahme bereits vorhanden ... Aber die Borländer zogen es vor, ihre Produkte zunächst gegen Eclipse zu positionieren und einen verzweifelten Kampf gegen eine sich weltweit formierende Eclipse-Community zu kämpfen. Heute basieren mehrere Produkte der ALM-Reihe auf Eclipse.

Auch bei Delphi: David gegen Goliath

Auch mit Delphi konnte Borland kaum noch punkten. Gegen Microsofts enorme Anstrengungen bei Visual Studio konnte die Entwicklungsmannschaft aus Scotts Valley nur wenig ausrichten. Die sanfte Migration von VCL zu VCL.NET, an und für sich ein bestechendes Konzept, vermochte nur wenig Begeisterung in der Delphi-Gemeinde hervorzurufen. Zur EKON im September letzten Jahres allerdings konnte man etwas erleben, was in der Delphi-Welt selten geworden war: Begeisterung. Die Weltpremiere der Betaversion von Delphi 2006 wartete zum ersten Mal seit Jahren mit Features auf, die die Herzen der Gemeinde gewinnen konnten (siehe Dexter - die Enthüllung).

Ein zweites Inprise vermeiden

Schon einmal wollte die Entwickler-Company aufsteigen in die Welt der Infrastrukturanbieter für große Unternehmen, wo Geschäfte eher auf dem Golfplatz als im Online-Shop oder am Messestand abgeschlossen werden. Der Name Inprise jedoch konnte nicht so rasch im Enterprise-Markt Fuß fassen wie das Vertrauen der klassischen und loyalen Borland-Fangemeinde sank. Del Yocam, Vater der Inprise-Strategie, musste infolgedessen abdanken, Dale Fuller übernahm das Ruder und kehrte zurück zum bewährten Borland-Brand.

Nun stehen die Borländer vor der Herausforderung, sich im Markt von IBM, Oracle, Mercury, Serena und Compuware zu etablieren. Nur mit einer überzeugenden Management-Strategie und exzellenter Technologie werden hier Gewinne zu erzielen sein. Schließlich ist Borland zwar anerkannter Experte im ALM-Business, gehört allerdings nicht zu den Big Playern. Die Übernahme von Segue Software ergänzt Borlands ALM-Portfolio immerhin um wichtige Komponenten wie Load und Funcational Testing. Zusammen mit den zahlreichen weiteren getätigten Übernahmen wie Legadero (IT Governence Tools und Know-how) sowie Teraquest (Geschäftsprozesse und Projektmanagement) finden sich interessante Technologien in Borlands Portfolio, die jetzt nur noch zu Silber gemacht werden müssen.

Am meisten Kopfzerbrechen wird dem Borland-Management natürlich die Frage bereiten, ob die Strategie auch von der Wall Street honoriert wird. Die gestrige Ankündigung quittierte die Börse allerdings mit sinkenden Preisen für die Borland-Aktie.

(sm)

Konferenzen

BASTA! 2012

BASTA! 2012

27.- 2. März 2012
Maritim Hotel Darmstadt

MobileTech Conference

MobileTech Conference

26.-28. März 2012
München

JAX 2012

JAX 2012

16.-20. April 2012
Rheingoldhalle, Mainz

BigData Con 2012

BigData Con 2012

16.-18. April 2012
Rheingoldhalle, Mainz

Business Technology Days

Business Technology Days

17.-19. April 2012
Rheingoldhalle, Mainz

International PHP Conference

International PHP Conference

3.- 6. Juni 2012
Maritim proArte, Berlin

webinale 2012

webinale 2012

4.- 6. Juni 2012
Maritim proArte Berlin

RailswayCon

RailswayCon

4.- 6. Juni 2012
Maritim proArte, Berlin

Werbung
Top-Jobs

Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES

Informatikerin / Informatiker

Magazine

Entwickler Magazin - Enterprise Technologies & Business Solutions

Entwickler Magazin

Enterprise Technologies & Business Solutions

dot.net magazin - die unabhängige Quelle für .NET-Technologien

dot.net magazin

Die Quelle für .NET-Technologien

Eclipse Magazin

Eclipse Magazin

Weltweit erstes Magazin für Eclipse-Entwickler

Java Magazin - Internet & Enterprise Technology

Java Magazin

Internet & Enterprise Technology

Sharepoint

Sharepoint Magazin

Sharepoint

CREATE OR DIE - Ein Leben für die Kreativität

CREATE OR DIE

Ein Leben für die Kreativität

Business Technology - Management Magazin

Business Technology

Management Magazin

PHP Magazin - Professional PHP Development

PHP Magazin

Professional PHP Development

PHP User - Praktische Referenz für Internetenthusiasten

PHP User

Praktische Referenz für Internetenthusiasten

Bücher




Webhosting mit Host Europe