Java 6 - Codename Mustang - ist nach über zwei Jahren Entwicklung letzte Woche final veröffentlicht worden. Aus diesem Anlass präsentieren wir Ihnen sukzessive aufeinander folgend die interessanten Meinungen unserer Java Magazin-Autoren.
Zum Abschluss unserer "Java 6 - kommentiert"-Serie kommt Peter Roßbach zu Wort. Er ist freiberuflicher Softwarearchitekt, Tomcat-Committer und langjähriger Begleiter des Java Magazins.
Peter, wie siehst du die neue Version von Java? Ist sie für dich mehr als nur ein Maintenance-Release zu Java 5, wie oftmals im Vorfeld geäußert wurde?
Peter Roßbach: Im Prinzip ist das neue Java 6 ein echtes, aber wertvolles Update von Java 5. Der Umstieg geht vermutlich meist sehr flüssig. Im Wesentlichen können wir Entwickler uns auf neue wichtige Details freuen.
Was sind für dich die Highlights der neuen Version?
Roßbach: Also ich bin begeistert über das neue Script API. Es wurde Zeit, dass verschiedene Sprachen und neue Konzepte auf der Basis der Java Virtual Machine besser umgesetzt werden können. Neue Ideen und Programmierstile zuzulassen halte ich für eine bedeutende und notwendige Maßnahme für den Erfolg der Java-Plattform. Die Vielfalt im Umfeld von Java ist weiterhin ein Segen und schafft Kreativität. Für einfache Zwecke sind Script-Sprachen allerdings in der Lage, schneller und eleganter hochwertige Lösung auf Bestehendem zu schaffen. Ich bin gespannt, wie z.B. Groovy und Grails uns dies im nächsten Jahr beweisen werden.
Weiterhin sind für mich wichtig: die Verbesserung der Anpassung an verschiedene Betriebssysteme und die neuen Tools zum Management, zur Speicherprofiling und zum Debuggen von Java Anwendungen. Die Innovation im Swing API lassen hoffen, das SWT auch weiterhin eine starke und verlässliche Konkurrenz besitzt und der Kampf, Java auf dem Desktop zu platzieren, noch lange nicht beendet ist.
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Roßbach: Sicherlich wäre mal eine Bereinigung der Standard-APIs notwendig. Vielleicht ist weniger API einfach mehr, aber dafür fehlt uns bisher ein geeignetes Modulkonzept. Das Thema Concurrency ist eine kommende Herausforderung, da der Siegeszug der MultiCore CPU anhalten wird. Die klassischen Programmiermodelle und Sprachen erscheinen mit hier zu zäh und die Verschwendung dieses Potenzials ist enorm. Mehr Gedanken und konkrete Ideen für die Umsetzung von asynchronen und hochparallele Anwendungen werden uns intensiv beschäftigen. Java ist dafür vorbereitet, aber in den beiden Bereichen Modularisierung und Versionierung nicht ausreichend. Ich denke, die Java-Plattform müsste sich in Zukunft stärker als virtuelles Betriebssystem, das über Rechnergrenzen hinweg agiert, entwickeln.
Was gibst du den nächsten Java-Versionen mit auf den Weg?
Roßbach: Meine Neugier ist geweckt, und ich sehe viel Spaß auf mich zukommen, die Herausforderung von Java 6 einzusetzen. Die Migration geht meist schnell, aber die leistungsfähig wirklich umzusetzen, erfordert vermutlich erst mal wieder unsere Geduld. Besonders eindrucksvoll wird es sein, durch die Open-Source-Freigabe, neue frische Ideen auf der Basis des jetzigen Javas bald kennen zu lernen. Technologie entwickelt sich und ich vertraue auf die Innovationsfähigkeit und -freudigkeit der Java-Community.
Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.
























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