Dienstag, 7. Oktober 2008

News

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Donnerstag, 25. Januar 2007

About Security #90: Virtuelle Private Netze — IPsec (2)

IP Encapsulating Security Payload (ESP), spezifiziert in RFC 4303, ist das zweite IPsec-Protokoll. Im Gegensatz zu dem in About Security #89 vorgestellten IP Authentication Header ist hiermit zusätzlich zur Authentifizierung und Sicherstellung der Integrität auch die Sicherstellung der Vertraulichkeit durch Verschlüsselung der Daten möglich.

Header des IP-Encapsulating-Security-Payload-(ESP-)Protokolls
Security Parameter Index (SPI)
(32 Bit)
Sequenznummer
(32 Bit)
Initialisierungsvektor (IV)
 
 
Daten
 
 
Padding
 
                             
Padding Length
(8 Bit)
 Next Header  
(8 Bit)
 
Integrity Check Value (ICV)
 

Schutzmaßnahmen: Verschlüsselt, Signiert

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  • Security Parameter Index (SPI)
    definiert zusammen mit der IP-Adresse und dem IPsec-Protokoll die Sicherheitsassoziation (Security Association).
    Diese legt die von den IPsec-Protokollen verwendeten Parameter fest, s.u.
  • Sequenznummer
    zur Verhinderung von Replay-Angriffen, s. About Security #89
  • Payload
    der Bereich, der die verschlüsselten Nutzdaten enthält:
    • Initialisierungsvektor (Initialization Vector, IV)
      ist der Initialisierungsvektor für den im Cipher-Block-Chaining-Modus eingesetzten symmetrischen Verschlüsselungsalgorithmus.
      Die Länge ist abhängig vom eingesetzten Algorithmus und beträgt z.B. im Fall von 3DES 64 Bit.
    • Daten
      die eigentlichen Daten, verschlüsselt mit dem eingesetzten Algorithmus
  • Padding (Füllbytes)
    dient zum Auffüllen der Daten bis zur nächsten Blockgrenze des Blockalgorithmus, die Länge liegt zwischen 0 und 255 Byte.
  • Padding Length
    gibt die Länge des verwendeten Paddings an, um es nach der Entschlüsselung entfernen zu können.
  • Next Header
    definiert das Protokoll der im Paket übertragenen Daten.
    Im Transportmodus enthält es die Protokollnummer des jeweiligen höheren Protokolls, im Tunnelmodus mit IPv4 eine 4.
  • Integrity Check Value (ICV)
    enthält ggf. die Authentifizierungsdaten.
    Der ICV wird erst nach abgeschlossener Verschlüsselung berechnet, um beim Empfänger bei fehlgeschlagener Authentifizierung die Entschlüsselung zu sparen.
    Im Gegensatz zum IP-Authentication-Header-Protokoll wird der IP-Header nicht in die Berechnung des ICV einbezogen. Geschützt werden nur der ESP-Header und die verschlüsselten Nutzdaten. Dies ermöglich prinzipiell den Einsatz von Network Adress Translation (NAT), da eine nachträgliche Änderung der IP-Adressen nicht zur Ungültigkeit des ICV führt.
Sicherheitsassoziation und Security Policy

Die Sicherheitsassoziation (Security Association, SA, spezifiziert in RFC 4301) legt die von den IPsec-Protokollen zu verwendenden Parameter wie Verschlüsselungs- und Authentifizierungsalgorithmus und deren Schlüssel etc. sowie weitere Informationen wie z.B. die Lebensdauer der SA und die Betriebsart (Transport- oder Tunnelmodus) fest. Alle Sicherheitsassoziationen werden in der so genannte Security Association Database (SAD) gespeichert. Jeder Eintrag enthält mindestens folgende Daten:

  • Security Parameter Index (SPI)
    ein vom Empfänger gewählter Wert zur eindeutigen Identifizierung der SA. Bei ausgehenden Verbindungen wird der Wert für den Aufbau des AH- bzw. ESP-Headers verwendet. Bei eingehenden Verbindungen wird darüber die passende SA bestimmt.
  • Sequence Number Counter
    ist ein 64-Bit-Zähler für die aktuelle Sequenznummer.
  • Sequence Counter Overflow
    ist ein Flag, das die Regeln im Fall eines Sequenznummerüberlaufs festlegt.
  • Anti-Replay-Empfangsfenster
  • AH-Authentifizierungsalgorithmus, Schlüssel etc. (nur wenn erforderlich)
  • ESP-Verschlüsselungs- und -Authentifizierungsalgorithmus sowie deren Schlüssel etc. (nur wenn erforderlich)
  • Lebensdauer der Sicherheitsassoziation
  • Betriebsart (Transport- oder Tunnelmodus)
  • Quell- und Zieladresse für den Tunnelmodus (nur wenn erforderlich)
  • einige weitere Felder, auf die hier nicht eingegangen werden soll

Während die Sicherheitsassoziation festlegt, wie die Daten geschützt werden, legt die Security Policy (SP, spezifiziert in RFC 4301) fest, welche/wann Daten geschützt werden.

About Security: Die komplette Serie

Die Security Policies werden in der Security Policy Database (SPD) gespeichert. Für jedes die IPsec-Grenze passierende Paket (egal ob aus- oder eingehend) wird in der SPD nachgesehen, wie das Paket zu behandeln ist. Dabei sind drei Aktionen möglich:

  • DISCARD, das Paket darf die IPsec-Grenze nicht passieren und wird verworfen
  • BYPASS, das Paket darf die IPsec-Grenze unverändert passieren
  • PROTECT, das Paket wird entsprechend der zuständigen SA geändert.

Die Auswahl der anzuwendenden Security Policy erfolgt auf Grundlage der lokalen und entfernten IP-Adressen und des verwendeten Protokolls. So könnte z.B. die HTTP-Verbindung zwischen zwei ganz bestimmten Rechnern mit IPsec geschützt werden, während alle anderen HTTP-Verbindungen ungeschützt bleiben.

In der nächsten Folge wird das für den Schlüsselaustausch verwendete Internet Key Exchange Protocol (IKEv2) beschrieben.

Wenn Sie Fragen oder Themenvorschläge haben, können Sie diese gerne an die angegebene E-Mail-Adresse senden oder im Security-Forum einbringen!

Carsten Eilers

About Security – Übersicht zum aktuellen Thema "VPN – Virtuelle Private Netze"

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