Kaum wurde die Suchmaschine des Wikipedia-Gründers Jimmy Wales am gestrigen Montag online geschaltet hagelte es Kritik. Betrachtet man den aktuellen Stand wohl nicht zu Unrecht. Dabei sollte man allerdings nicht vergessen, dass auch Wikipedia nicht ab dem Start ein umfangreiches Nachschlagewerk war. Erst die Beiträge der Nutzer haben für die heutige Fülle an Einträgen gesorgt.
Nach dem gleichen Prinzip soll Wikia-Search funktionieren. So können Anwender zum Beispiel Suchergebnisse als irrelevant klassifizieren, was zur Folge hat, dass diese dann nicht mehr in den Trefferlisten auftauchen. Ein fairer Vergleich mit dem Marktführer Google ist deshalb systembedingt erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich.
Offen für Änderungen
Gegenwärtig durchsucht die - wie Wales betont - vorläufige Version von Wikia-Search lediglich 50 bis 100 Millionen Seiten im Internet - viel weniger als Google & Co. Geld verdienen will Wales mit der Suchmaschine im Gegensatz zu Wikipedia perspektivisch allerdings schon. Dazu soll es möglich sein, Werbung zu schalten. An den Einnahmen sollen die Nutzer, die zur Weiterentwicklung der Suchmaschine beitragen, jedoch nicht beteiligt werden.
Wo ist dann der Unterschied zu anderen Anbietern wie MSN, Yahoo oder eben Google? Hauptsächlich besteht er darin, dass eben nicht ein Unternehmen das Ganze kontrolliert. Das zeigt sich auch darin, dass Wikia-Search eine Open-Source-Software ist. Das heißt, der Quellcode ist öffentlich und kann von Programmierern genutzt werden, um die Software technisch weiterzuentwickeln.
Gewinnorientierung und Open Source kein Gegensatz
Hält man sich vor Augen, dass Open-Source-Software sich in zunehmendem Maße als Alternative zu Paketlösungen großer Software-Anbieter etabliert, sollte man Wikia-Search nicht vorschnell abschreiben. Auch die Absicht, das Projekt langfristig gewinnbringend zu betreiben, könnte von Erfolg gekrönt sein. Die Unterscheidung zwischen kommerziellen und Open-Source-Lösungen ist ohnehin irreführend. Für viele ist Open Source bereits heute ein lohnendes Geschäft.



