Na, wie waren die Feiertage bei Ihnen? Ruhig und heimelig, mit leckerem Essen und gar köstlichem Wein? Oder doch eher die rustikale Variante: Permanent unterwegs im so genannten Feiertagsstress? Wie auch immer es gelaufen ist, eines dürfte wohl fast überall gleich gewesen sein: Die wilde Jagd nach Ostereiern. Jetzt, da die Feiertage vorbei sind, muss man sich allerdings nicht übergangslos in den spätwinterlichen und momentan – zumindest aus Wettersicht – furchtbar grauen Alltag stürzen. Denn auch im "normalen" Leben können Sie Ihrem Entdeckerinstinkt folgen. Wer dieser Tage beispielsweise die Seiten des W3C besucht, der findet dort zahlreiche interessante Meldungen zum Thema XML. Sie sehen also: Die Jagd geht weiter, wenn auch nicht nach Ostereiern, so doch immerhin nach allerlei Wissenswertem. Und das ist ja schließlich auch etwas wert.
XQilla unter der Apache2-LizenzBislang wurde die XQuery-Klassenbibliothek XQilla von Oracle entwickelt. Nun steht sie auf Sourceforge zum Herunterladen bereit. Beachten Sie, dass das in C++ geschriebene XQilla bislang ausschließlich im Quelltext vorliegt. Informationen zum Kompilieren gibt es auf der Projektwebseite. Oracle hat XQilla unter die Apache2-Lizenz gestellt, wodurch Entwickler sie in ihren eigenen Projekten einsetzen können. Die bekannte embedded Open-Source-Datenbank Berkeley DB XML, ebenfalls ein Oracle-Produkt, verwendet XQilla intern für XQuery-Abfragen.
POWDERDie Protocol for Web Description Resources (POWDER) Working Group hat einen aktualisierten Arbeitsentwurf zu Protocol for Web Description Resources (POWDER): Description Resources veröffentlicht. Sinn und Zweck von POWDER ist es, dass ein Protokoll zur Verfügung gestellt wird, mit dem sich Webressourcen mittels HTTP, RDF und OWL beschreiben lassen.
RDFa PrimerDie beiden Arbeitsgruppen Semantic Web Deployment Working Group und XHTML2 Working Group haben ebenfalls einen aktualisierten Arbeitsentwurf veröffentlicht, nämlich RDFa Primer 1.0. Bei RDFa handelt es sich um eine Syntax zum Beschreiben strukturierter Daten in XHTML. Die Änderungen im vorliegenden aktualisierten Entwurf betreffen die Interpretation des @src-Attributs.
SSMLUnd auch die Voice Browser Working Group hat sich nicht lange bitten lassen und eine aktualisierte Fassung von Speech Synthesis Markup Language (SSML) Version 1.1 herausgebracht. Die SSML ist neben VoiceXML und der Speech Recognition Grammar Specification ein Teil des W3C Speech Interface Framework. Dabei ist SSML für die eigentliche Aussprache verantwortlich. In der Neufassung des SSML-Arbeitsentwurfs sind unter anderem Attribute entfernt und neue Werte eingeführt worden. Alle vorgenommenen Änderungen finden Sie in der entsprechenden Liste.
XML BaseUm den illustren Reigen der neuen beziehungsweise aktualisierten Arbeitsentwürfe für diese Woche komplett zu machen, hat die XML Core Working Group die Empfehlung zu XML Base (Second Edition) veröffentlicht. Über XML Base wird ein an das HTML-Element base angelehntes Verfahren beschrieben, um Base-URIs für Teile von XML-Dokumenten zu definieren. Dabei kann das Attribut xml:base in XML-Dokumente eingefügt werden, um einen Basis-URI anzugeben, der sich vom Basis-URI des eigentlichen Dokuments oder der externen Entity unterscheidet. Alle Änderungen der aktualisierten Empfehlung sind in den XML Base Specification Errata zusammengefasst. Kommentare zu XML Base (Second Edition) sind noch bis zum 30. Juni 2008 willkommen.
DIN für Open XMLEndlich mal wieder gute Nachrichten für Microsofts Open XML. Denn das für die ISO-Normen zuständige Gremium bei dem Deutschen Institut für Normung (DIN) hat die Einführung von Open XML als neue DIN-Norm ISO/IEC DIS 29500 befürwortet. Sieht man sich allerdings das aktuelle Abstimmungsergebnis an und vergleicht das mit dem vom August 2007, dann sind – zumindest leichte – Verschiebungen hin zu einer Ablehnung zu sehen. Also auch bei DIN hat Open XML noch lange nicht das Rennen gemacht.
XML-Tool der WocheBei dem XMLBlueprint XML Editor handelt es sich um einen äußerst schnellen XML-Editor. Das ist zunächst einmal nichts Besonderes. Im Vergleich zu vielen seiner XML-Editor-Kollegen weiß dieses Tool aber durch zahlreiche Zusatzfunktionen zu überzeugen. So lassen sich XML-Dokumente gegen DTD, Relax NG Schema und XML Schema überprüfen, es werden FTP und WEBDAV unterstützt und XSLT ist möglich. Für XSLT wird entweder auf das interne MSXML oder "externe" XSLT-Prozessoren wie Saxon, Libxslt usw. zurückgegriffen. Der Editor kann zunächst in einer 10-Tage-Phase getestet werden. Wer sich anschließend für den Kauf entscheidet, der bekommt ein erstklassiges XML-Tool für 119 US-Dollar.
Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne
unter
xml@medienwerke.de entgegen.
Bis nächste Woche,
Ihr Daniel Koch
Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in
Hamburg. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung
und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter dk@medienwerke.de.
Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über
Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und
informiert über die neuesten Entwicklungen der
Standardisierungsgremien.






