Montag, 13. Oktober 2008

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Donnerstag, 10. April 2008

About Security #150: Schwachstellen-Suche: Zustandsinformationen 2

Nachdem wie in About Security #149 beschrieben in der Webanwendung mögliche Schwachstellen beim Umgang mit Zustandsinformationen gefunden wurden, geht es nun darum, diese zu beheben. Das Grundproblem besteht dabei darin, dass die Zustandsinformationen auf dem Client gespeichert werden, wodurch sie von einem Angreifer manipuliert werden können.

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Um derartige Angriffe abzuwehrenn, kann also auf den alten Grundsatz "Traue nie dem Client" zurückgegriffen werden: Informationen, die vom Benutzer und insbesondere einem Angreifer nicht manipuliert werden dürfen, dürfen nicht auf dem Client gespeichert werden. Zurückgegebene Werte müssen immer geprüft werden. In diesem Fall auch darauf, ob es sich um erwartete Werte handelt. Was manchmal ziemlich schwierig ist: Preise dürften z.B. in den seltensten Fällen negativ werden, aber wie niedrig dürfen sie denn sein? Dafür eine Regel aufzustellen, dürfte in den allermeisten Fällen unmöglich sein. Um festzustellen, ob der zurückgelieferte Preis korrekt ist, muss man ihn mit dem auf dem Server gespeicherten Wert vergleichen. Dann kann man aber auch gleich den auf dem Server gespeicherten Wert verwenden, wodurch eine Manipulation des Clients durch den Angreifer zwecklos wird. Dasselbe gilt entsprechend für die meisten anderen Einsatzzwecke auf dem Client gespeicherter Zustandsinformationen: Wann immer es möglich ist, sollten Informationen auf dem Server gespeichert werden. Manchmal ist es aber trotz aller Bedenken notwendig, Informationen auf dem Client zu speichern, z.B. im Fall von Session-IDs (auf die später eingegangen wird). Einen vorgetäuschten Schutz bietet dabei die Verwendung kryptischer Namen für die Parameter. Ein Name wie z.B. "vdf7dg" ist im Quelltext zwar weniger auffällig als z.B. "Preis" oder "Status", da seine Bedeutung aber gleich bleibt, ist es für einen Angreifer kein Problem, sie zu ermitteln. Mehr Schutz bietet die Verschlüsselung oder das Hashen der Werte, da sie dann vom Angreifer nicht mehr so leicht manipuliert werden können.

Schritt 4b: URL-Parameter

Der Vorteil der Übertragung der Zustandsinformationen über die URL besteht darin, das sie dann auch beim Anklicken eines normalen Links übertragen werden, während Formulare, egal ob mit oder ohne versteckte Felder, das Anklicken eines Buttons erfordern. Die in Links enthaltenen Parameter können vor dem Anklicken über die Statuszeile und nach dem Anklicken in der Adresszeile des Webbrowsers beobachtet werden, und auch die Manipulation kann direkt in der Adresszeile erfolgen. Ein Angreifer nutzt entweder die zuvor gesammelten Informationen oder beobachtet die Änderungen an den Parametern in der URL, während er sich durch die Webanwendung klickt. Danach läuft ein Angriffe wie bei der Manipulation versteckter Felder ab: Was passiert, wenn ein Parameter manipuliert wird? Ein typisches Beispiel ist ein Parameter, über den bestimmte Daten ausgewählt werden, z.B. ein Benutzerprofil:

http://www.webanwendung.example/editprofil.cgi?id=456

Was passiert, wenn der Wert für "id" geändert wird? Kann das Profil eines anderen Benutzers geändert oder auf Daten zugegriffen werden, die eigentlich nicht zugänglich sein sollten? Entsprechend wird mit allen anderen Parametern verfahren: Wo ändert sich unerwartet und unerlaubt ein Zustand?

About Security: Die komplette Serie

Evtl. gibt es auch Parameter, die aktuell gar nicht in der URL enthalten sind, z.B. zum Einschalten der Ausgabe von Debug-Informationen. Die könnte durch eine Parameter-Wert-Kombination wie debug=on, debug=1, debug=true oder so ähnlich aktiviert werden. Beim Testen der eigenen Webanwendung kennt man den notwendigen Parameter, ein Angreifer kann nur systematisch mögliche Kombinationen ausprobieren. Natürlich wurde die entsprechende Funktion entfernt, bevor die Webanwendung auf das Produktivsystem übertragen wurde - oder? Wenn nicht, sollte das jetzt nachgeholt werden. Um einen Angreifer das Erraten des Parameters zu erschweren, kann man statt "debug" eine zufällige Bezeichnung wie "fghzq" verwenden. Das nutzt aber nur etwas, wenn der Parameter keine Auswirkungen auf den Client hat. Sonst erkennt der Angreifer seine Bedeutung bei der Analyse des Clients und wird dann natürlich auch dessen Auswirkungen auf den Server testen.

Die Gegenmaßnahmen gegen solche Angriffe beginnen wieder mit dem alten Lied "Traue nie dem Client", sprich: Alle Werte müssen vor ihrer Verwendung überprüft werden. Wie auch beim Schutz vor Angriffen über manipulierte Formularfelder kann die Verschlüsselung oder das Hashen der Werte den Angreifer zumindest behindern.

Schritt 4c: Cookie-Parameter

Cookies sind die einzige Möglichkeit, Daten für längere Zeit auf dem Client zu speichern. Ein verbreiteter Anwendungszweck ist das Erkennen des betreffenden Benutzers bei einem erneuten Besuch, um ihn z.B. direkt eine personalisierte Version der Webanwendung zu präsentieren. Für einen Angriff, bei dem Cookies manipuliert werden, gibt es eine eigene Bezeichnung: Cookie-Poisoning. Das ist ein Thema der nächsten Folge.

Wenn Sie Fragen oder Themenvorschläge haben, können Sie diese gerne an die angegebene E-Mail-Adresse senden oder im Security-Forum einbringen!

Carsten Eilers

Kommentare

Gravatar Amir Hodzic 10.10.2008
um 23:05 Uhr
Finde die Zusammenstellung relativ sinnfrei. Aus dem einen Grund weil ein guter Webdeveloper mal grundsätzlich diese Bibliotheken nicht benötigt. Zum anderen weil die Bezeichnung eines Ajax-Frameworks schon einmal komplett falsch ist. Die IDE ist genau so unnötig, weils notepad genau so tut. Das mit dem OR-Mapping ist in jedem halbwegs funktionalen PHP-Framework integriert.
Jeder der Ahnung von PHP hat macht das selber innerhalb von paar Stunden und hat es zur Verfügung.

Sry aber dieses mal eher ne negative Bewertung von mir :)
#zitieren
Gravatar DerGast 10.10.2008
um 23:56 Uhr
Amir: Ja, das finde ich auch. Notepad ist doch wirklich in Sachen Bedienkomfort bisher unübertroffen! Keine komplizierten Menüs, Buttons etc. Und Frameworks sind doch wirklich nur was für Weicheier, sprich Leute, die gar nicht programmieren können. Wie anmutig und schön doch der Code ist (um nicht zu sagen: zeitlos elegant), um mit JavaScript und einem zünftigen W3C DOM durch die Knoten der Seite zu iterieren! Und an Feiertagen, ja, da ziehe ich die Maus von meinem Rechner ab und mache mir ein paar gemütliche Stunden mit dem DOS-Fenster. #zitieren
Gravatar Semantiker 11.10.2008
um 01:33 Uhr
Hallo Herr Szugat, vielen Dank für den witzigen und geistreichen Kommentar zu den Entwicklungen des Webs, insbes. des "Semantic Web" (im akademischen Sinne, daher auch oft groß geschrieben) und dem semantischen Web (im pragmatischen Sinne, daher klein). Die Bezeichnung des "pragmatischen Webs" als Surrogat für den Terminus "Web 2.0" hat mich besonders schmunzeln lassen; es ist sicher eine Menge Wahrheit daran.
Andererseits erfüllt das Semantic Web als Vision und Leitlinie durchaus seinen Zweck, auch wenn manche Dinge dann einfach praxisnäher (und beschränkter) gelöst werden, da die Webdesigner und -Programmierer eben pragmatisch denkende Menschen sind, die aus (beruflichen) Gründen den kürzesten Weg zum Honigtopf beschreiten anstatt in die (Un-)Tiefen der Semantik abzutauchen.
#zitieren
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