Freitag, 9. Januar 2009





29.04.2008
XML-Report: Gerechter Lohn für alle (?)

Daniel Koch

Nun also ist es raus: Über 60 Prozent aller Webworker arbeiten mehr als 40 Stunden pro Woche. Diejenigen, die in diesem Gewerbe ihr täglich Brot verdienen, wird das nicht überraschen. Denn Hand auf's Herz: Wer hat nicht schon bis Spätabends an einem "kleinen Programmierproblemchen" gesessen, das mit zunehmender Dauer immer komplexer wurde? Lässt man sich häufiger zu solch unfreiwilliger (Arbeitstags)-Verlängerung hinreißen, kann man von einer 40-Stunden-Woche natürlich nur träumen. Interessant bei der von den Webkrauts durchgeführten Umfrage sind auch die Angaben zum Jahreseinkommen. Dort kommt man nämlich auf 35 000 Euro jährlich in der Webworker-Branche. Das klingt doch schon mal nicht schlecht. Und wer momentan etwas weniger verdient, der sollte sich mit den 20 Prozent der Befragten trösten, die angeben, lediglich auf ein Jahreseinkommen von 10 000 Euro zu kommen. Allerdings wird vermutet, dass es sich bei denen eher um "Teilzeit-Webworker" handelt, die ebenfalls explizit zur Teilnahme an der Umfrage aufgefordert wurden. Wenn Sie wissen wollen, welche Zusammenhänge es zwischen Einkommen und Ausbildung, Einkommen und Geschlecht und, und, und gibt, dann sollten Sie sich auf jeden Fall die Umfrageergebnisse ansehen.

Office 2007 und Open XML

Das fängt ja gut an. Kaum sind die Jubelarien über die Open-XML-ISO-Weihen verklungen, gibt es schon wieder negative Meldungen für Microsoft. Denn das in Office 2007 voreingestellte XML-Dateiformat entspricht nicht mehr dem ISO-Standard Open XML. Das zumindest schreibt Alex Brown, Leiter des zuständigen ISO-Komitees, in seinem Blog. Grund für die Abweichungen seien die Änderungen, die während des Standardisierungsverfahrens seitens Microsoft vorgenommen wurden. Jetzt wartet man bei der ISO gespannt darauf, dass Microsoft Office bald wieder dem Standard ISO/IEC 29500 entsprechen werde. Brown jedenfalls ist optimistisch und hofft, dass die Redmonder die Vorteile der Einhaltung von Standards erkennen werden.

Sechs Entwürfe zu OWL 2

Besonders fleißig hat sich dieser Tage die OWL-Arbeitsgruppe gezeigt. Die nämlich tritt mit stolzen sechs Arbeitsentwürfen an das Licht der Öffentlichkeit. Namentlich sind dies Structural Specification and Functional-Style Syntax, Model-Theoretic Semantics, Mapping to RDF Graphs, XML Serialization, Profiles und Primer. Bei der OWL (Web Ontology Language) handelt es sich um eine Sprache, mit der sich Ontologien erstellen, veröffentlichen und verteilen lassen. Drei der jetzt veröffentlichten Entwürfe sind die gleichen, die man bereits im Januar herausgegeben hat, allerdings laufen sie jetzt unter einem anderen Namen. Neu sind hingegen "nur" XML Serialization, Profiles und Primer. XML Serialization spezifiziert eine neue XML-Syntax für OWL. Profiles definiert eine OWL-Untermenge, während Primer eine vereinheitlichte technische Einführung zu OWL 2 darstellt.

XMLHttpRequest Object

Den letzten Aufruf zum Arbeitsentwurf The XMLHttpRequest Object hat die Web API Working Group veröffentlicht. Erst durch das XMLHttpRequest-Objekt wurde eine asynchrone Kommunikation im AJAX-Modell überhaupt möglich. Dank dieses Objekts können Daten im Hintergrund mittels JavaScript über HTTP an Applikationen auf dem Server gesendet und die Informationen des Servers in Form von XML empfangen und verarbeitet werden. Wer sich also mit AJAX beschäftigt, sollte ruhig auch einmal einen Blick in diesen Arbeitsentwurf riskieren.

Dynamic Languages World Europe 2008

Wo gerade die Rede vom XMLHttpRequest-Objekt gewesen ist, noch ein Hinweis zu einer dazu passenden Konferenz. Vom 26. Bis zum 28. Mai findet im Kongresszentrum Karlsruhe die Dynamic Languages World Europe 2008 statt. Dort dreht sich alles – und das signalisiert natürlich auch schon der Name – um dynamische Sprachen. Im Vordergrund stehen dabei vor allem PHP, Python und Ruby (on Rails). Da vieles im Umfeld dynamischer Sprachen mittels XML gelöst wird, ist diese Veranstaltung auch und gerade für XML-Interessierte empfehlenswert. Vor allem die Workshops und Sessions versprechen so einiges. Anmeldungen sind direkt auf der Webseite möglich.

Web Services Internationalization (WS-I18N)

Von der Internationalization Core Working Group stammt der Arbeitsentwurf Web Services Internationalization (WS-I18N). In diesem Dokument werden Verbesserungen für die Internationalisierung von SOAP-Messaging beschrieben. Enthalten sind beispielsweise Informationen darüber, wie sich Zeitzonen und andere internationale Informationen angeben lassen.

XML-Tool der Woche

CSS besitzt zwar eine einfache Syntax, man kann mit den Cascading Stylesheets aber trotzdem eine ganze Menge erreichen. Wie vielfältig sich CSS tatsächlich einsetzen lässt, das beweist CSSToXSLFO. Mit diesem Tool können XML-Dokumente mit einer CSS2-Datei in ein XSL-FO-Dokument konvertiert werden. Dieses Dokument lässt sich dann wiederum mit einem geeigneten FO-Prozessor in das gewünschte Zielformat (PDF, PostScript usw.) umwandeln. Bei CSSToXSLFO handelt es sich um ein in Java geschriebenes Kommandozeilentool, das mindestens Java 1.3 benötigt. Auf der Projektwebseite gibt es eine ausführliche Dokumentation dazu, wie sich das Tool einsetzen lässt.

Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne unter xml@medienwerke.de entgegen.

Bis nächste Woche,
Ihr Daniel Koch

Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in Hamburg. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter xml@medienwerke.de. Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und informiert über die neuesten Entwicklungen der Standardisierungsgremien.











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