Dienstag, 2. Dezember 2008





26.08.2008
XML-Report: Verdammt lang' her

Daniel Koch

Mehr als sieben Jahre ist es her, dass sich Peking bei der Vergabe der olympischen Sommerspiele gegen die Mitkonkurrenten Toronto, Paris, Istanbul und Ōsaka durchsetzen konnte. Kaum zu glauben, dass nach nur 16 Tagen alles schon wieder vorbei ist. Manch einer wird sicherlich in den ersten Tagen, an denen Sport nicht mehr rund um die Uhr übertragen wird, unter leichten Entzugserscheinungen leiden. Aber auch das wird sich natürlich wieder legen. Um den Abschiedsschmerz etwas zu lindern, habe ich mich gefragt, was eigentlich die Internetbranche im Jahr 2001, als in China die Vorbereitungen auf die Spiele begannen, bewegt hat. Nach kurzem Grübeln schoss es mir schlagartig ins Gedächtnis: Die Dotcom-Blase ist geplatzt. Viele Agenturen zogen aus ihren erst frisch bezogenen schicken Büros wieder aus. Freiberufliche Entwickler mussten ihre Stundenlöhne drastisch senken, und auch sonst machte sich Ernüchterung breit. Heute scheint alles auf solideren Füßen zu ruhen. Gut Ding will also doch Weile haben, so scheint es zumindest. Spannend bleibt es in der Internetbranche aber allemal. Und nicht vergessen: In vier Jahren finden die Sommerspiele in London, also quasi direkt vor der eigenen Haustür statt. Mal sehen, wie der Rückblick auf die letzten vier Internetjahre dann ausfallen wird.

Fünf Dokumente zu POWDER

Gleich fünf Dokumente zu POWDER hat die Protocol for Web Description Resources (POWDER) Working Group veröffentlicht. Namentlich sind dies Description Resources, Grouping of Resources, Formal Semantics, Primer und Test Suite. Ausführliche Informationen zu den einzelnen Entwürfen gibt es unter http://www.w3.org/2007/powder/. Bei den ersten drei Papieren handelt es sich jeweils um den Last Call. Die anderen beiden haben hingegen den Status von First Public Drafts.

Pronunciation Lexicon Specification

Den Vorschlag einer Empfehlung, also den Proposed Recommendation, gibt es in diesen Tagen von der Voice Browser Working Group. Die hat nämlich Pronunciation Lexicon Specification (PLS) Version 1.0 veröffentlicht. PLS bildet die Basis für die Beschreibung von Ausspracheinformationen für den Einsatz in Sprachsystemen. Welche Änderungen es im Vergleich zum vorherigen Arbeitspapier gibt, können Sie im Anhang D des Dokuments nachlesen. Kommentare sind noch bis zum 18. September herzlich willkommen.

JSR

Dem Java Community Process liegt nun Java Language & XML User Interface Markup Integration (JSR 280) als Proposed Final Draft vor. Mit diesem Entwurf wird ein API definiert, um XML-Markups für Benutzeroberflächen laden, manipulieren, integrieren und rendern zu können. Die Entwicklung von JSR 2008 wurde in enger Zusammenarbeit mit der CDF-Arbeitsgruppe des W3C vorangetrieben.

JasperReports

Unter http://jasperreports.sourceforge.net/ gibt es Version 3.0.1 der Java-Bibliothek JasperReports. Bei JasperReports handelt es sich laut Eigenaussage der Entwickler um die meistgenutzte Open-Source-Engine in Java. Mithilfe dieses Tools lassen sich Berichte aus XML-Datenquellen und anpassbaren Datenquellen generieren. Dazu definiert JasperReports einen eigenen XML-Dialekt für die Beschreibung von Berichten. Diese Beschreibung ist dabei nicht nur eine Vorlage, sondern kann auch gleich noch Berechnungen und Bedingungen enthalten, die man so auch von Tabellenkalkulationen her kennt. Mit dem neuen Release werden Gantt-Charts hinzugefügt. Zudem gibt es eine verbesserte Swing-Report-Viewer-Komponente.

Seminar zu Apache Axis2

Wer sich für Apache Axis2 interessiert, für den gibt es gute Nachrichten. Die Entwickler-Akademie veranstaltet ein dreitätiges Seminar zu diesem Thema. Ausführliche Informationen zum Ablauf der Veranstaltung gibt es auf der Webseite der Entwickler-Akademie. So viel aber schon vorab: Ein Großteil der Schulung dreht sich um Erstellung, Konfiguration und Inbetriebnahme von Web Services sowie um das Anlegen entsprechender Clients.

XML-Tool der Woche

Wer den Firefox verwendet, bekommt mit Firebug ein erstklassiges Entwicklerwerkzeug zur Hand. Opera-Anwender schauten hier bislang in die Röhre. Mit Dragonfly gibt es aber mittlerweile ein Tool, das Firebug in nichts nachsteht. Bislang existiert zwar lediglich eine Alpha-Version, aber auch die hat es bereits in sich. Nach der Installation stehen alle Informationen zu dem verwendeten JavaScript-Code, den CSS-Layouts und dem DOM zur Verfügung. Die gesamte Oberfläche wirkt sehr aufgeräumt und hilft dabei, dass man sich schnell zurechtfindet. Opera-Fans bekommen mit Dragonfly ein Werkzeug an die Hand, durch das sie sich noch unabhängiger von anderen Browsern machen.

Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne unter xml@medienwerke.de entgegen.

Bis nächste Woche,
Ihr Daniel Koch

Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in Hamburg. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter dk@medienwerke.de. Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und informiert über die neuesten Entwicklungen der Standardisierungsgremien.











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