Freitag, 9. Januar 2009

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02.09.2008
XML-Report: Lost in Schleswig-Holstein

Daniel Koch

Normalerweise sollte moderne Technik den Menschen unterstützend unter die Arme greifen. Bestes Beispiel dafür sind Navigationssysteme. Dort gibt man einfach das gewünschte Fahrziel ein, die Route wird berechnet und schon kann es losgehen. Meistens funktioniert das auch ganz gut. Nur ist meistens eben nicht immer. So geschehen am letzten Sonntag. Da nämlich wollten zwei Reisende – und diese Geschichte ist nicht frei erfunden – eine Fahrt von Flensburg ins südliche Dänemark und von dort nach Glücksburg bzw. zum Schloss Glücksburg unternehmen. In Dänemark angekommen, wurde als neues Ziel also Glücksburg eingegeben. Das Navi berechnet die Route. Die angegebenen 65 Kilometer können stimmen, also Abfahrt. Und in der Tat fuhr besagtes Pärchen dann auch schnurstracks nach Glücksburg. Ein Schloss gab es dort zwar nicht, dafür waren reichlich Pferde unterwegs. Denn das Navi führte die Reisenden nicht zum Glücksburg mit der Postleitzahl 24960, sondern zu einen kleinem Dort, das sich ebenfalls Glücksburg nennt, allerdings die Postleitzahl 25821 hat. Dieses Beispiel macht deutlich: Wirklich immer sollte man die Postleitzahl überprüfen und sich nicht nur auf Namen verlassen. Die Sache mit der Namensüberprüfung trifft übrigens auch hinsichtlich der XML-Tage in Berlin zu. Die gibt es nämlich nicht mehr unter diesem Namen. Die Veranstaltung nennt sich jetzt Xinnovations. Wann und wo sie stattfindet, erfahren Sie in diesem XML-Report.

SKOS

Den Last Call für SKOS Simple Knowledge Organization System Reference gab es dieser Tage von der Semantic Web Deployment Working Group. Darin wird ein allgemeines Datenmodell zum Teilen und Verbinden über das semantische Web beschrieben. Ziel ist es, einen einfachen und kostengünstigen Weg zu entwickeln, um bestehende Wissensdatenbanken in das Semantische Web zu überführen. Denn bekanntermaßen nutzen viele Systeme wie Taxonomien und Thesauren vergleichbare Strukturen und werden innerhalb ähnlicher Systeme verwendet. Mit SKOS sollen die verschiedenen Ansätze nun über unterschiedliche Anwendungen hinweg nutzbar gemacht werden.

Web IDL

Den Arbeitsentwurf Web IDL hat die Web Applications Working Group veröffentlicht. In diesem Papier wird eine syntaktische Untermenge von OMG IDL Version 3.0 beschrieben, die von Spezifikationen genutzt werden kann, die Interfaces definieren. Bei Web IDL handelt es sich um eine IDL-Variante, die Eigenschaften enthält, die speziell auf die Bedürfnisse des Webs zugeschnitten sind.

Best Practice Recipes for Publishing RDF Vocabularies

Neues gibt es auch aus der beliebten Best-Practice-Reihe des W3C. Dieses Mal geht es um Vokabularien und Ontologien im RDF- und OWL-Umfeld. Veröffentlicht wurde das Papier Best Practice Recipes for Publishing RDF Vocabularies von der Semantic Web Deployment Working Group. Gedacht ist das Ganze hauptsächlich für diejenigen, die RDF- und/oder OWL-Vokabularien erstellen. Mit dem vorliegenden Papier bekommen sie nämlich Schritt-für-Schritt-Anleitungen an die Hand, wie sie Vokabularien im Web am effektivsten veröffentlichen können.

Beispiele für Silverlight

Auch bei Silverlight gilt, dass man am besten anhand von Beispielen lernt. Jetzt ist es bereits über ein Jahr her, dass Thomas Meinike das Projekt Silverlight/XAML – Learning by Coding ins Leben gerufen hat. Unter http://slxlbc.datenverdrahten.de/ gibt es zahlreiche Beispiele, die interessierten Entwicklern den Umgang mit Silverlight und XAML näher bringen sollen. Die ohnehin schon recht umfangreiche Code-Bibliothek wurde nun um 35 weitere Beispiele erweitert. Alle neuen Anwendungen sind an einem vorangestelltem sl2_ zu erkennen.

Xinnovations 2008

Die XML-Tage in Berlin hatten einen guten Ruf. An den möchten die vom 22. bis zum 24. September stattfindenden Xinnovations 2008 anknüpfen. Die Xinnovations basieren auf dem Konzept der XML-Tage, sind also eine Kombination aus Wirtschaftsforum und wissenschaftlicher Konferenz. Allerdings wird der Fokus jetzt nicht mehr ausschließlich auf XML liegen. Vielmehr will man sich ganz allgemein mit netzbasierten Lösungen für Kollaboration und Kommunikation auseinandersetzen. Das bedeutet natürlich nicht, dass XML auf den Veranstaltungen ein Schattendasein fristen muss. Bester Beweis dafür ist das XSLT-Tutorial. Und auch am W3C-Tag gibt es Interessantes. Da dreht sich nämlich alles rund um das Semantische Web. Dabei geht es dann auch um RDF und SPARQL. Anmeldungen sind direkt online möglich. Die Teilnahme am Innovations- und Wirtschaftsforum sowie den Workshops ist kostenlos. (Es wird allerdings um eine Registrierung gebeten.)

XML-Tool der Woche

Es kommt immer mal wieder vor, dass man Code dokumentieren muss. Für solche Anwendungen ist Highlight das ideale Werkzeug. Dieses Tool konvertiert Quellcodes in formatierten Text mit farbiger Syntaxhervorhebung. Insgesamt unterstützt das Programm mehr als 120 Programmier- und Auszeichnungssprachen. Rund 40 Farbstile sorgen für eine deutliche Kennzeichnung der einzelnen Codelemente wie Strings, Zahlen, Schlüsselwörter und Kommentare. Zudem werden überlange Zeilen automatisch umbrochen. Highlight ist plattformunabhängig und lässt sich von der Seite http://www.andre-simon.de/ herunterladen. Für einen ersten Test kann man übrigens auch eine Online-Demo laufen lassen.

Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne unter xml@medienwerke.de entgegen.

Bis nächste Woche,
Ihr Daniel Koch

Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in Hamburg. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter dk@medienwerke.de. Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und informiert über die neuesten Entwicklungen der Standardisierungsgremien.








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