Freitag, 9. Januar 2009

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30.09.2008
XML-Report: Hinkende Vergleiche

Daniel Koch

Jetzt kommt sie wieder, die Jahreszeit, in der viele Aktivitäten wetterabhängig sind. Im Sommer ist es ja ganz einfach: Sobald die Sonne scheint, muss man einfach raus. Das gilt auch dann, wenn man nach zwei Wochen draußen sein eigentlich einfach nur mal wieder einen Abend zu Hause verbringen möchte. Dieses Luxusproblem gibt es jetzt nicht mehr. Vielleicht haben Sie ja auch schon einen Kurztrip für das kommende verlängerte Wochenende geplant und werfen jetzt täglich einen bangen Blick auf die Prognosen der einschlägigen Wetter-Webseiten. Denn der von den Sportfreunden Stiller so liebevoll gesäuselte Refrain "Egal ob's regnet, stürmt oder schneit, wir sind bereit", mag für das Fußballstadion gelten, für ein Wochenende am Meer sind das nur bedingt rosige Aussichten. Ein schönes Gefühl – auch wenn es spannend sein mag – ist es also nicht, seine geplanten Aktivitäten so vom Wetter abhängig machen zu müssen. Apropos Aktivitäten: IBM scheint Ernst zu machen. Denn wie der Big Blue dieser Tage vermelden ließ, hat man eine neue Unternehmensrichtlinie aufgestellt, in der Bedingungen definiert sind, unter denen man an der Entwicklung neuer Standards mitarbeiten will. Was es in diesem Zusammenhang mit Open XML auf sich hat, wird in diesem XML-Report gezeigt. So unterschiedlich ein geplanter Ausflug und die IBM-Aktivitäten aber auch sein mögen, eines wird deutlich: Was dem einen der Blick auf die Wetter-Webseiten, ist dem anderen seine Unternehmensrichtlinie.

IBM und die ISO

Wohl als Konsequenz aus der ISO-Nominierung von Office Open XML hat IBM eine Unternehmensrichtlinie definiert, mit der der IT-Konzern festlegt, wann er zu einer Mitarbeit bei der Entwicklung neuer Standards bereit ist. Darin enthalten ist auch eine sofortige Prüfung sämtlicher Mitgliedschaften von IBM in den verschiedenen Organisationen, Verbänden und Gruppen. Zusätzlich wird es ein Pflichtenheft geben, in denen Kriterien festgelegt werden, anhand derer über die Mitarbeit an Projekten entschieden wird.  Bei den künftigen Standardisierungsprozessen will sich IBM unter anderem an der Qualität und der Offenheit der Verfahrensregeln und den Mitgliedschaftsregeln orientieren. Ebenfalls mit einfließen in die Entscheidung soll, wie die entsprechende Organisation mit den Bestimmungen zum geistigen Eigentum umgeht. IBM spricht sich zusätzlich auch für eine engere Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern aus, um zu erreichen, dass offene Standards für die Interoperabilität von Software frei zur Verfügung stehen und implementiert werden können.

SAML 2.0

Die Liberty Alliance hat Details für die Durchführung einer Interoperabilitätsprüfung für SAML 2.0 veröffentlicht. Mit diesen Tests sollen interessierte Unternehmen ihre Produkte entsprechend auf SAML 2.0 testen können. Ausführliche Informationen zu den neuen Interoperabilitätsprüfungen gibt es auf der Projektwebseite.  Bei SAML 2.0 handelt es sich um eine Sprache für den Austausch von Authentifizierungs- und Autorisierungsinformationen über Organisationsgrenzen hinweg.

jQuery

Microsoft hat angekündigt, das freie JavaScript-Framework jQuery in seine Entwicklungstools integrieren zu wollen. Zunächst soll das Framework mit ASP.NET ausgeliefert werden. Auf längere Sicht soll man es aber auch über Visual Studio nutzen können. Zusätzlich will Microsoft Komponenten entwickeln, die auf jQuery basieren und das Framework in seinen Webserver integrieren. Weitere Rückendeckung erhält jQuery von Nokia. Denn die wollen das Framework in ihre Variante Web-Runtime des freien Webkit einbauen.

Geolocation Working Group

Eine neue Arbeitsgruppe wurde vom W3C ins Leben gerufen. Die Geolocation Working Group ist Teil der Ubiquitous Web Applications Activity. Ihr Auftrag ist die Definition eines sicheren Interface für die Nutzung von Lokalisierungsinformationen, die vom Global Positioning System (GPS) stammen. Ausführliche Hintergründe zur Arbeit dieser Gruppe finden Sie in der Geolocation Working Group Charter.

Device Description Repository Simple API

Die vorgeschlagene Empfehlung Device Description Repository Simple API hat das W3C veröffentlicht. In diesem Dokument wird eine einfache API für den Zugriff auf DDRs beschrieben. Hintergrund des Device Description Repository ist die zunehmende Anzahl Web-fähiger Geräte. In diesem Zusammenhang spielt die Content-Anpassung eine immer größere Rolle.  Dabei hängt die erfolgreiche Anpassung des Contents an die Funktionen der Geräte sowohl vom Wissen um das Gerät, wie auch vom Verständnis von den Anforderungen an die Applikation ab. Mit der jetzt veröffentlichten Empfehlung soll die Entwicklung entsprechender Inhalte vereinfacht werden.

XML-Tool der Woche

Es ist erstaunlich, was es doch für hilfreiche Tools gibt, die eigentlich ganz unscheinbar daherkommen. Ein typischer Vertreter dieser Gattung ist AmoK xml2sql. Mit diesem Tool lassen sich die mit phpMyAdmin exportierten SQL-Dumps von MySQL-Datenbanken zurück in reine SQL-Syntax konvertieren. Das Tool kommt minimalistisch daher und lässt sich ausschließlich über die Kommandozeile bedienen. Um AmoK xml2sql benutzen zu können, ist die Java Runtime Environment ab Version 1.4 nötig. Das Tool wurde in Java geschrieben, ist kostenlos und kann von der Entwicklerseite heruntergeladen werden. Einsetzen lässt es sich unter Linux, Windows und Mac.

Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne unter xml@medienwerke.de entgegen.

Bis nächste Woche,
Ihr Daniel Koch

Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in Hamburg. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter xml@medienwerke.de. Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und informiert über die neuesten Entwicklungen der Standardisierungsgremien.








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