Woran merkt man eigentlich in diesem Jahr, dass Sommer ist? So ganz einfach lässt sich diese Frage leider nicht beantworten. Dass die Freibäder, ob der sich in der Sonne aalenden Massen, aus allen Nähten platzen, kann man nicht gerade sagen. In den Parks hopsen und kurven Menschen geschickt (oder auch nicht) über und um Pfützen. Auch dort will also nicht das typische Sommerfeeling aufkommen. Ja selbst manche Gartenparty versinkt mehr oder weniger in den Fluten, zumindest aber im Regen. Nun wäre gegen einen abendlichen Sommerregen natürlich nichts einzuwenden. Denn erfahrene Sommerparty-Veranstalter stellen in den hiesigen Regionen ohnehin immer einen schmucken Zeltpavillon auf. Die helfen – zumindest bis zu einem gewissen Grad – zwar gegen den Regen, temperaturtechnisch sind sie aber ein ziemlicher Flop. Wenn man nämlich merkt, dass die Getränketemperaturen, die tagsüber – aufgrund des fehlenden Kühlschranks – zu hoch gewesen sind, mit fortschreitender Abendstunde in Richtung eiskalt gehen, wird klar, dass es keine Party in einer lauen Sommernacht ist. Und wenn selbst die härtesten Partylöwen weit vor Mitternacht das Handtuch werfen und freiwillig die erhofft wilde Sause frühzeitig beenden, ist die kleine Feier sprichwörtlich gelaufen. Da das alles nicht gerade untrügliche Anzeichen eines traumhaften Sommers sind, muss man sich eben anders behelfen. Und genau hier kommt mal wieder – wenn auch vielleicht auf ungewohntem Terrain – Open Source ins Spiel. Denn wie es mittlerweile schon gute Tradition ist, gibt es auch in diesem Jahr wieder den von Google initiierten Summer of Code. Wer sich also wenigstens etwas Sommer ins Haus holen möchte, kann das auf der Projektwebseite http://socghop.appspot.com/ erledigen.
XQuery Update Facility 1.0Die vorgeschlagene Bewerberempfehlung XQuery Update Facility 1.0 hat die XML Query Working Group veröffentlicht. In diesem Dokument wird eine Erweiterung von XQery 1.0 beschrieben. Dabei liefert die XQuery Update Facility Ausdrücke, über die sich persistente Veränderungen an den Datenmodellen von XQuery 1.0 und XPath 2.0 vornehmen lassen. In dem jetzt veröffentlichten Dokument sind die Anmerkungen, die bislang im Rahmen des Bewerberempfehlungszeitraums eingegangen sind, berücksichtigt.
PatentstreitigkeitenNach wie vor gibt es Streitigkeiten zwischen dem W3C und Apple um einen geplanten Standard für die Aktualisierung webbasierter Applikationen. Jetzt hat das W3C die nächste Runde eingeläutet. Das Konsortium sucht nun nämlich nach Beispielen dafür, dass die von Apple patentierte Technologie bereits vor der Einreichung des Patents 5,764,992 genutzt wurde. Beantragt wurde das Patent von Apple 1995. Erhalten hat der Konzern es dann letztendlich 1998. Das Patent beschreibt eine Software, die auf einem Computer läuft und automatisch durch eine neue Version ersetzt wird, ohne dass die Grundfunktion dabei unterbrochen wird. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das W3C mit Widgets 1.0: Updates. In dem nun veröffentlichten Aufruf sucht die vom W3C extra aufgrund der Patentstreitigkeiten ins Leben gerufene Patent Advisory Group nach Informationen über Softwareupdatesysteme, die vor 1995 im Einsatz waren und die für Widgets in Frage kommen. Auf diese Weise möchte man einen Weg finden, Widgets zu aktualisieren, ohne dabei Apple-Patente verletzen zu müssen. Ebenso könnte die Suche aus Sicht des W3C aber auch zur Aufhebung des Patents führen. Die Angelegenheit dürfte sich also sicherlich noch eine Weile hinziehen.
OWL 2Die OWL Working Group lädt zur Implementierung der OWL 2 Web Ontology Language ein. Auf der Seite http://www.w3.org/2007/OWL/wiki/Implementations gibt es eine Liste von aktuellen Implementierungen. Die Arbeitsgruppe bittet nun um die Zusendung weiterer Informationen über Tools, die bereits OWL umgesetzt bzw. integriert haben. Gleichzeitig gibt die OWL Working Group bekannt, dass die vier Dokumente Overview, Primer, New Features and Rationale, and Quick Reference jeweils in Form des letzten Aufrufs bereitstehen.
SKOSDie vorgeschlagene Bewerberempfehlung SKOS Simple Knowledge Organization System Reference hat die Semantic Web Deployment Working Group veröffentlicht. Kommentare und Anregungen zur aktuellen Veröffentlichung können bis zum 15. Juli auf der Webseite der Semantic Web Activity abgegeben werden.
SVG Parameters 1.0Auch in Sachen SVG gibt es in diesen Tagen wieder einmal Neuigkeiten. Die SVG Working Group hat die Veröffentlichung der beiden Arbeitsentwürfe Search SVG Parameters 1.0, Part 1: Primer und SVG Parameters 1.0, Part 2: Language bekanntgegeben. Bei der SVG-Parameter-Spezifikation handelt es sich um ein SVG-2.0-Modul, mit dem sich Inhalte von Parametern in SVG 2.0 nutzen lassen. Innerhalb der Primer-Spezifikation wird beschrieben, wie sich die SVG-Parameter innerhalb von SVG 1.2 nutzen lassen.
XML-Tool der WocheAls Webentwickler hat man oft mit dem Problem zu kämpfen, dass für einen bestimmten Zweck eine Technologie ideal wäre, diese aber von den Browsern nicht unterstützt wird. Zähneknirschend muss man sich dann nach Alternativen umsehen. Wenn es Ihnen auch so geht, sollten Sie einen Blick auf das von Sergey Ilinsky entwickelte Ample SDK werfen. Das ist eine JavaScript-Bibliothek, die Render-Routinen in JavaScript umsetzt, die normalerweise dem Browser überlassen werden. Dank Ample SDK lassen sich browserunabhängige Applikationen entwickeln, in denen solche Technologien eingesetzt werden, die vom Browser nicht unterstützt werden. Ample SDK setzt sich aus der Ample Runtime und verschiedenen Modulen zusammen. Endlich kann man beispielsweise auch Anwendungen auf Basis von SVG und XUL schreiben, die im Internet Explorer laufen. Von der Ample Runtime werden u.a. DOM Level 3, XSLT, XInclude 1.0, SMIL 3.0 und XBL 2.0 unterstützt. Sämtliche Sprachen werden vom Ample SDK in JavaScript "übersetzt" und sind so in modernen Browsern nutzbar. Ausführliche Informationen zum Ample SDK und dessen Fähigkeiten finden Sie auf der Projektwebseite.
Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne
unter
xml@medienwerke.de entgegen.
Bis nächste Woche
Ihr Daniel Koch
Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in
Berlin. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung
und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter dk@medienwerke.de.
Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über
Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und
informiert über die neuesten Entwicklungen der
Standardisierungsgremien.
























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