Die PHP Development Tools (PDT) gehören mit zu den populärsten Projekten der Eclipse-Plattform. Erstmals steht im aktuellen Eclipse 3.5 Galileo Release auch ein eigenes Package für PHP-Entwickler bereit. Grund genug, sich bei Michael Spector über die Neuerungen von PDT in der Galileo-Version zu erkundigen.
JAXenter: Hallo Michael. Du bist Entwickler bei Zend Technologies und maßgeblich am PHP Development Tools (PDT) Projekt bei Eclipse beteiligt. Kannst du das PDT-Projekt zu Beginn kurz vorstellen?
Michael Spector: Wir verfolgen bei der Entwicklung von PDT eigentlich zwei Ziele: Zum einen möchten wir alle notwendigen Funktionen und Features für die tägliche Arbeit eines PHP-Entwicklers bereitstellen. Außerdem ist es unser Ziel, das Eclipse-Ökosystem im Ganzen zu fördern, indem wir einerseits selbst weitere Projekte auf den Weg bringen und andererseits eine flexible PDT-Plattform zur Verfügung stellen, die offen ist für Erweiterungen von Seiten Dritter.
JAXenter: Bei der gerade erschienenen Galileo-Version 3.5 der Eclipse-Plattform trägt PDT ja die Versionsnummer 2.1. Welche Neuerungen gibt es seit dem letzten PDT-Release zu verzeichnen?
Michael Spector: Vor allem ist hier die Unterstützung von PHP 5.3 zu nennen. Eclipse PDT ist die erste und einzige IDE, die bereits PHP 5.3 unterstützt. Außerdem konnten seit der letzten Version 2.0 natürlich zahlreiche Bugs behoben werden, was an sich schon ein großer Fortschritt im Reifeprozess des Projekts darstellt, insbesondere was die Mächtigkeit und Zuverlässigkeit der integrierten Funktionen und der Plattform im Ganzen anbelangt.
JAXenter: Warum sollte ein PHP-Entwickler zu PDT greifen und nicht zu einer anderen IDE?
Michael Spector: Projekte, die auf der Eclipse-Plattform entwickelt werden, haben offensichtliche Vorteile gegenüber anderen Projekten:
Zum einen wird das Projekt weitergepflegt, worüber vor allem auch die Eclipse Foundation ein wachsames Auge behält. PDT musste zudem strikte Qualitätsstandards einhalten, um überhaupt am integrierten Galileo-Release von Eclipse teilnehmen zu können. Außerdem ist es die Architektur der Eclipse-Plattform, die große Vorteile mit sich bringt, da sie die einfache Integration von beliebigen Eclipse Plug-ins erlaubt und so der IDE eine riesige Flexibilität verleiht.
Was speziell das PDT-Projekt angeht, so kommen die meisten Entwickler von Zend Technologies, dem führenden PHP-Unternehmen. Es besteht also kein Zweifel daran, dass alle Entwickler von PDT über viele Jahre Erfahrung bei der Arbeit mit und für die PHP-Community verfügen.
JAXenter: Wo siehst du PDT in einem Jahr? Welche Erweiterungen sind nach Galileo geplant?
Michael Spector: Da gibt es jede Menge zu tun. Die Verbesserung des Type Inference Mechanismus zum Beispiel, welcher die Grundlage aller fortgeschrittenen Funktionen von PDT wie Autovervollständigung, Smart Navigation, Mark Occurrences oder Refactoring darstellt, und zwar durch die statische Analyse von PHP-Code.
Verbesserungen der Indizierungs-Infrastruktur des DLTK (Dynamic Language Toolkit), eines der Eclipse-Projekte, auf dem PDT basiert, um eine bessere Performanz für dynamische Sprachen wie PHP zu erzielen. Man sieht hier, dass wir einen generischen Ansatz verfolgen, der mehr als nur das PDT-Projekt umfasst. Die Integration von PDT mit weiteren Eclipse-Plug-ins steht außerdem auf dem Programm, z.B. wartet bereits die Mylyn Brigde für PDT auf die Aufnahme ins CVS Repository.
Und natürlich werden wir auch auf die Community hören, denn es liegen schon mehr als hundert Verbesserungsvorschläge im Eclipse Bug Tracking System vor.
JAXenter: Vielen dank für dieses Gespräch!
Michael Spector arbeitet als Software Architekt bei Zend Technologies. Er verfügt über einen Bachelor in Computer Science an der Bar-Ilan Universität (Israel) und ist seit Beginn des PDT-Projekts im Jahr 2006 aktiv an dessen Entwicklung beteiligt.



















Kommentare