Samstag, 13. März 2010

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Montag, 29. Juni 2009

Geschäftsprozesse modellieren mit Java Workflow Tooling

Florian Lautenbacher

Das Projekt Java Workflow Tooling (JWT) ist im Paket des Eclipse 3.5 Galileo Release enthalten und auch zum ersten Mal in einem Eclipse Simultan-Release vertreten. Im Gespräch mit JAXenter stellt Projekt-Leiter Florian Lautenbacher den Newcomer vor.

JAXenter: Hallo Herr Lautenbacher. Können Sie das Projekt "Java Workflow Tooling" (JWT) kurz beschreiben?

Florian Lautenbacher: Das Java Workflow Tooling (JWT) Projekt erlaubt es, Geschäftsprozesse auf der Eclipse-Plattform zu modellieren und sie mit den für die Ausführung benötigten technischen Informationen anzureichern. Kommunikationsengpässe zwischen dem Geschäftsprozessmanagement und der IT-Seite führen häufig dazu, dass in Geschäftsanwendungen jeweils nur eine Sicht im Fokus steht. Eine sinnvolle Verbindung ist aber meist nicht vorhanden. In JWT können Prozesse hingegen aus der Sicht der Fachabteilung modelliert und dabei gleichzeitig die implementierungsspezifischen Details aufgenommen werden, die für die Ausführung auf der jeweiligen Zielplattform notwendig sind.

JAXenter: Was ist ein typischer Use-Case für das Projekt?

Florian Lautenbacher: Der typische Use-Case ist die Modellierung und Anreicherung eines Geschäftsprozesses, um diesen letztendlich auf der Zielplattform auszuführen. Die Modellierung kann direkt im JWT Workflow Editor erfolgen. Alternativ kann aber auch ein Prozess, der mittels BPMN modelliert wurde, über eine Transformation importiert werden, um anschließend die benötigten Implementierungsdetails hinzuzufügen. Dabei können die Prozessschritte verfeinert sowie die jeweiligen Ausführungsinformation (z.B. Web Service Schnittstellen, Java-Operationen, etc.) ergänzt werden. Anschließend folgt die Generierung von Code, welcher auf der Prozess-Engine deployed und ausgeführt werden kann.

JAXenter: Was ist in der Galileo-Version von JWT neu?

Florian Lautenbacher: JWT ist erstmalig Teil des jährlichen Release Trains. Für Galileo wurde speziell Wert auf die Kompatibilität mit existierenden Prozess-Engines (wie beispielsweise Bonita) gelegt, sowie auf die Integration von service-orientierten Features in Zusammenarbeit mit Projekten der SOA Tools Platform (STP) wie BPMN, SCA oder IM.

JAXenter: Welche Prozesse mussten durchgeführt werden, um am Eclipse Galileo Release Train teilzunehmen?

Florian Lautenbacher: Eclipse stellt eine ganze Reihe an Anforderungen, die für die Integration in das jährliche Release erfüllt werden müssen (insgesamt wurden 22 notwendige und 6 optionale Voraussetzungen von der Eclipse Foundation vorgegeben). So muss beispielsweise der Buildprozess voll automatisch ablaufen, die APIs klar spezifiziert werden, Erweiterungen und Verbesserungen der User-Schnittstelle vorgenommen, auf vordefinierten Paketen aufgebaut sowie einige zusätzliche Dokumente erstellt werden. Die Teilnahme am Release Train hat uns geholfen, die Qualität des Projektes wie auch des Entwicklungsprozesses und dadurch die Reaktivität und Agilität insgesamt stark zu verbessern.

JAXenter: Welche Perspektive haben Sie für das JWT-Projekt? Wohin führt der Weg zu Eclipse 4.0 (Codename e4)?

e4 sieht neben diversen anderen Verbesserungen die Ausrichtung auf web-basierte Technologien vor. So wird zukünftig die Entwicklung und Ausführung von Software häufiger in einem Web-Browser stattfinden. Derselbe Wandel vollzieht sich auch bei der Planung, Modellierung und Implementierung von Geschäftsprozessen. Diese können anfangs in einem Browser modelliert und später um technische Informationen verfeinert werden.

In e4 wird die Modellierung noch komfortabler (z.B. neue Layoutmechanismen, zusätzliche Modellierungskonstrukte) und JWT wird weitere Sprachen z.B. für die Prozessausführung unterstützen. Bereits im nächsten Release wird die Integration mit JBoss jBPM vorangetrieben, die Laufzeitunterstützung verbessert sowie eine Möglichkeit zur Simulation und zum Monitoring von Prozessen hinzugefügt.

JAXenter: Vielen Dank für dieses Gespräch!

Florian Lautenbacher ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Augsburg. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Nutzung semantischer Technologien zur Verbesserung der Modellierung von Geschäftsprozessen sowie deren Ausführung. Er ist Projektleiter des 2007 gegründeten Eclipse-Projekts JWT.

(hs)

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