Freitag, 10. Februar 2012

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Mittwoch, 1. Juli 2009

"RAP bringt RCP-Anwendungen in den Browser"

Rüdiger Herrmann

Das Rich Ajax Platform Projekt ist eines der Schlüsselprojekte für die neue Generation e4 der Eclipse-Plattform, da es darauf abzielt, RCP-Anwendungen ohne großen Aufwand Web-fähig zu machen. Wir sprachen mit Rüdiger Herrmann von EclipseSource über den Stand der Dinge bei RAP im aktuellen Eclipse-Galileo-Release.

JAXenter: Hallo Herr Herrmann. Sie sind Co-Lead des Eclipse Rich Ajax Platform (RAP) Projektes. Wie lässt sich RAP in wenigen Worten beschreiben?

Rüdiger Herrmann: Mit sehr wenigen Worten: RAP bringt RCP-Anwendungen in den Browser!

JAXenter: Wie tut RAP das?

Rüdiger Herrmann: Die Basis dafür bildet RWT, ein Nachbau des in Eclipse verwendeten Widget Toolkits SWT. RWT bietet die gleiche API wie SWT an und stellt die Widgets im Browser dar.

Darauf aufbauend bietet RAP die von RCP (Eclipse Rich Client Platform) bekannten APIs zur Anwendungsentwicklung an: ein auf OSGi basierendes Komponentenmodell (Equinox), Extension Points, SWT, JFace und die Workbench.

Damit ist es möglich, "Web 2.0 Anwendungen" in Java zu entwickeln, ohne sich mit Web-Technologien wie HTML und Javascript auseinandersetzen zu müssen. Die Stärken der Eclipse IDE können dabei voll genutzt werden.

Um einen Eindruck davon zu bekommen, wie eine RAP-Anwendung aussieht, können Sie eine der öffentlich zugänglichen Demos ausprobieren. Zum Beispiel den "EPP Wizard". Mit ihm kann man auf einfache Weise Eclipse-Installationen zusammenstellen und herunterladen. Oder CAS PIA, eine Anwendung zum Vertriebs- und Kontaktmanagement.

JAXenter: Warum ist es interessant, RCP-Anwendungen ins Web zu bringen?

Rüdiger Herrmann: Viele Java- und RCP-Projekte stehen heute vor der Aufgabe, ihre bestehende Anwendung ins Web zu bringen. Bei neuen Projekten wird oft von vorneherein die Anforderung gestellt, beide Plattformen (Desktop und Web) zu unterstützen.

Mit RAP ist es möglich, bestehenden Code und das Know-how der Entwickler für Web-Anwendungen weiter zu nutzen. In vielen Fällen lassen sich bestehende RCP Anwendungen mit wenigen Änderungen so umbauen, dass sie auf beiden Plattformen laufen.

Für die Entwicklung von RCP- und RAP-Anwendungen aus einer Codebasis hat sich der Begriff Single-Sourcing etabliert. In unterschiedlichen Projekten hat sich eine Reihe von Techniken bewährt, die es leicht machen, solche Anwendungen zu schreiben.

Weitere Informationen zum Thema Single-Sourcing finden Sie auf der RAP Webseite unter "Introduction" und "Documentation".

JAXenter: Was ist in der Galileo-Version von RAP neu?

Rüdiger Herrmann: Die augenfälligste Neuerung ist das neue Look & Feel, das hier zu sehen ist:

Screenshot: RAP Examples
Screenshot: RAP Examples

Zudem haben wir weitere APIs von SWT implementiert, um die Unterschiede zwischen den beiden Plattformen zu reduzieren. Neu ist unter anderem das DateTime Widget, die ExpandBar und Cell Editoren.

Ein Überblick über alle Neuerungen findet sich im "New & Noteworthy".

JAXenter: Welche Vorteile bringt die Beteiligung von RAP am Eclipse Galileo Release Train?

Rüdiger Herrmann: RAP beteiligt sich am Galileo Release Train, um seinen Anwendern eine mit den anderen teilnehmenden Eclipse-Projekten abgestimmte Version anzubieten.

JAXenter: Welche Entwicklungen stehen bei RAP in der nahen Zukunft an?

Rüdiger Herrmann: Ein Hauptaugenmerk wird weiterhin darauf liegen, Single-Sourcing zu vereinfachen. Das bedeutet, dass wir die Lücke zwischen Desktop und Web weiter verringern werden.

Die Arbeit am Look & Feel wird weitergehen, zum Beispiel Gradienten und abgerundete Ecken sind fest eingeplant und bereits in Arbeit.

Ein weiterer wichtiger Aspekt für die kommende Version wird die Integration mit e4 sein. Das e4 Projekt arbeitet an der nächsten Generation der Eclipse-Plattform.

Um weiterhin ein nützliches Framework zu sein, sind wir daran interessiert zu erfahren, welche Anforderungen die Community hat und diskutieren diese gerade.

JAXenter: Vielen Dank für dieses Gespräch!

Rüdiger Herrmann ist Sofwareentwickler bei EclipseSource and Co-Lead des Rich Ajax Platform (RAP) Projektes. Als einer der initialen Committer des RAP Projektes war Rüdiger verantwortlich für die Entwicklung von RWT, der RAP-Adaption von SWT (Standard Widget Toolkit). Sein besonderes Interesse gilt Test Driven Development und Pair-Programming, um die Entwicklung an RAP weiter zu verbessern.

(hs)

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