Im Bekanntenkreis wird man ja immer mal wieder darauf angesprochen, was man denn eigentlich beruflich so treibt. Nachdem ich in den letzten Jahren gemerkt habe, dass Stichwörter wie CMS, DMS, XML usw. beim Gegenüber einen leicht abwesenden Blick auslösen, bin ich – wenn es die Situation erfordert – zur allgemeinen Floskel Was mit Computern übergegangen. Das erweist sich allerdings mehr und mehr als fatal. Denn mittlerweile hat es sich eingebürgert, dass das wörtlich genommen wird. Und so finde ich mich oftmals – kaum, dass ich die Wohnung von Bekannten betreten habe – kriechend unter einem fremden Schreibtisch wieder und schraube lose Festplatten fest oder rüttel – nach außen höchst fachmännisch wirkend – am Netzwerkkabel herum. An guten Tagen bleibt mir das Herumbasteln am Rechner aber auch erspart. Dann wird mir lediglich ein Notebook gereicht, bei dem immer so Fenster aufgehen. Tja und dann sitze ich, installiere wie wild die fehlenden Updates und denke, dass ich meine Jobbeschreibung künftig doch etwas optimieren muss, um so PC-Reparaturdiensten entgehen zu können. Deutlich besser macht es da übrigens die ISO. Denn die legt in ihren Richtlinien zum Beispiel exakt fest, welche Anforderungen ein Dokumentenformat erfüllen muss, damit es die ISO-Zertifizierung erhält. Dass aber das längst noch kein Grund ist, dass sich alle Beteiligten an die Vorgaben halten, beweist Microsoft gerade eindrucksvoll mit der Umsetzung von OOXML in der aktuellen Betaversion von Office 2010.
Microsoft nutzt OOXML nichtDie ISO kritisiert Microsoft ausdrücklich in Sachen OOXML. Denn laut ISO hat Microsoft die vom Standardisierungsgremium abgelehnte Version des OOXML-Formats unverändert in die aktuelle Betaversion 2010 seines Office-Pakets übernommen. Unter den beanstandeten Mängeln befindet sich beispielsweise das integrierte VML-Format, das sogar von Microsoft selbst als veraltet betitelt wird. Laut ISO ist die Normierung von OOXML mittlerweile ernsthaft gefährdet. Vor einer möglichen Normierung müsse sich Microsoft öffentlich zur Umsetzung der Strict-Variante von OOXML verpflichten und die Unterstützung in einem Service-Pack nachliefern. Mittlerweile hat Microsoft eine Stellungnahme zu den Vorwürfen der ISO veröffentlicht. Darin heißt es, dass die von der ISO zertifizierte Strict-Variante spätestens mit der nächsten Office-Version unterstützt wird. Zudem kündigte Microsoft eine enge Zusammenarbeit mit der ISO an, um die Anforderungen schnellstmöglich umzusetzen.
XML Sitemaps mit BildernXML Sitemaps bestehen üblicherweise aus einfachen XML-Elementen, aus denen Suchmaschinen Informationen über die Webseite auslesen können. Bislang konnten in diese Sitemaps ausschließlich Webdokumente aufgenommen werden. Google hat nun eine Erweiterung der XML Sitemaps vorgestellt, mit der sich ab sofort auch Bilder einbinden lassen. Dabei sollen die Bilder jeweils einem Webdokument zugeordnet werden, auf der sie eingebunden wurden.
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9"
xmlns:image="http://www.google.com/schemas/sitemap-image/1.1">
<url>
<loc>http://example.com/sample.html</loc>
<image:image>
<image:loc>http://example.com/image.jpg</image:loc>
</image:image>
<image:image>
<image:loc>http://example.com/photo.jpg</image:loc>
</image:image>
</url>
</urlset>
Im entsprechenden Eintrag der Webmaster-Tools-Hilfe sind die zahlreichen optionalen Parameter aufgeführt, durch die sich die Bilder detailliert beschreiben lassen. Bislang ist übrigens unklar, ob diese neue Bilderfunktion für XML-Sitemaps in dieser Form auch von den anderen Suchmaschinen wie z.B. Bing unterstützt wird.
Patentklage gegen Apple erweitert
Das jüngst erschienene iPad von Apple stößt nicht überall auf Gegenliebe. Das gilt auch und gerade für das im US-Bundestaat Texas ansässige Unternehmen EMG Technology. Denn EMG erneuerte jüngst die bereits im November 2008 gegen Apple eingereichte Patentklage. Laut EMG verstößt auch das iPad gegen das Patent 7,441,196, das ein Gerät und eine Methode zur Manipulierung eines Bereichs auf dem Bildschirm eines drahtlosen Geräts zum Betrachten, Zoomen und Scrollen von Internet-Inhalten beschreibt. Ebenso wird in diesem Patent eine Methode für die Umwandlung von HTML- in XML-Inhalte für mobile Endgeräte beschrieben. Im Januar 2009 erweiterte EMG Technology sein Patent dahingehend, dass es auch für die Navigation im Internet auf TV-Geräten mittels Fernbedienung gilt. Bislang ging man bei EMG lediglich davon aus, dass Apple die patentierten Technologien innerhalb von iTunes Store, iPhone, iPhone touch und im Apple TV nutze. In der erneut erweiterten Patentklage wird nun auch das iPad mit einbezogen. Als Verhandlungsbeginn für den anstehenden Patentprozess wurde der 12. September 2011 festgesetzt.
Java-Erfinder verlässt OracleBereits am 2. April hat James Gosling Oracle verlassen. Dabei ist Gosling nicht irgendein Oracle-Mitarbeiter. Vielmehr gilt er als Erfinder von Java und ist zuletzt Chief Technology Officer von Oracles Client Software Group des Unternehmens gewesen. Nachdem sich in jüngster Zeit Gerüchte über einen Abschied Goslings gehäuft hatten, bestätigte der seinen Ausstieg bei Oracle in seinem Blog persönlich. Gründe für die Kündigung nennt er allerdings nicht. Bemerkenswert ist aber sicherlich, dass Gosling nach der erfolgreichen Übernahme von Sun durch Oracle in seinem Blog einen herzlichen Abschiedsgruß an Sun unter dem Titel So long, old friend... veröffentlichte.
XML-Tool der WocheGerade in Intranets wird nach wie vor der Internet Explorer gerne und oft eingesetzt. Wenn Sie selbst Intranetlösungen für solche Microsoft-affinen Unternehmen entwickeln, sollten Sie einmal einen Blick auf das Internet Explorer Administration Kit 8 werfen. Denn damit können Sie Ihren Kunden personalisierte Pakete des IE8 anbieten. Diese Personalisierung beginnt beim Hinzufügen bestimmter Web Slices, geht über die Konfiguration der Willkommen-Seite und setzt sich mit der Integration bestimmter Suchanbieter fort. Dank des Internet Explorer Administration Kits 8 können Sie Ihren Kunden also maßgeschneiderte IE8-Pakete anbieten. Eine ausführliche Produktbeschreibung des Tools finden Sie unter http://msdn.microsoft.com/de-de/ie/cc889351.aspx.
Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne
unter
xml@medienwerke.de entgegen.
Bis nächste Woche
Ihr Daniel Koch
Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in
Berlin. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung
und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter dk@medienwerke.de.
Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über
Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und
informiert über die neuesten Entwicklungen der
Standardisierungsgremien.
























Kommentare
Es soll sogar Menschen geben, die aus lauter Verzweiflung Linux installiert haben, nur um sagen zu können: "Mit Windows kenne ich mich nicht aus". #zitieren