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10.2002
Enterprise-Tools für die Profiliga
PHP-Produkte von Maguma und Zend
von Richard Samar
Die Beliebtheit und der verstärkte Einsatz der Open Source-Webskriptsprache PHP [1] hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Wo bei anderen Technologien nach einer gewissen Hype-Phase das Wachstum stagniert, scheint dieses bei PHP noch kein Ende zu nehmen. Die Zielgruppe reicht vom kleinen Hobbyprogrammierer bis hin zu Entwicklungsteams größerer Unternehmen. Gerade letztere Gruppe hat in der Regel aber andere Ansprüche an Tools und Dienstleistungen für eine Technologie. In Sachen Support gibt der Markt noch sehr wenig her. So ist zum Beispiel ThinkPHP [2] eines der wenigen Unternehmen, das professionellen PHP-Support mit einer garantierten Reaktionszeit bietet. Bei Tools rund um die Entwicklung von PHP sieht es jedoch ganz anders aus. Neben einer Großzahl kostenloser Produkte gibt es zwei Unternehmen, die ihre gesamte Produktpalette der beliebten Webskriptsprache widmen: die Maguma AG aus Bozen, Italien, und Zend Technologies Ltd. aus Ramat Gan, Israel. Linux Enterprise nahm sich die Produkte genauer unter die Lupe und sprach jeweils mit der Unternehmensführung.
Schreibt man für seine private Homepage ein kleines Gästebuch oder verwaltet den Inhalt mit einem kleinen CMS, so bietet sich hier PHP geradezu an, da PHP mittlerweile sogar für kleinste Webspace-Accounts angeboten wird. Was aber wenn man als Unternehmen ein PHP-basierendes Shopsystem mit vielen Tausend Besuchern pro Stunde hat, in einem größeren Entwicklungsteam an dem PHP-basierenden Intranet des Konzerns arbeitet oder gar Softwareprodukte verkauft, die in PHP geschrieben sind? Dies sind typische Szenarien, bei denen die Webskriptsprache selbst nicht direkt weiterhelfen kann, sondern Zusatztools notwendig werden. Grund zur Besorgnis besteht jedoch nicht: Die Produkte der zwei hier vorgestellten Unternehmen - Maguma und Zend - schaffen Abhilfe. Beide Unternehmen sind in der PHP-Community sehr gut bekannt. Die Maguma AG wurde von Tobias Ratschiller im Sommer 2000 gegründet. Ratschiller war davor als New Media-Berater in Projekten tätig, bei denen stark PHP eingesetzt wurde. Zudem hielt er Seminare über PHP und war unter anderem Ko-Autor von Webanwendungen mit PHP 4.0 entwickeln, eines der bekanntesten PHP-Bücher. Zend Technologies Ltd. hat seine Wurzeln sogar noch tiefer in der Entwicklung und Community von PHP. Zend wurde im Jahre 1999 unter anderem von Zeev Suraski und Andi Gutmans gegründet. Suraski, CTO von Zend, und Gutmans entwickelten im Rahmen eines Studienprojekts die Zend Engine [3], welche bis heute das Herzstück von PHP ausmacht und wie PHP selbst Open Source ist. Auch heute noch sind Suraski und Gutmans stark involviert bei der Entwicklung der Zend Engine und PHP. Erst vor kurzer Zeit erschienen offizielle Alpha-Versionen der Zend Engine 2, welche die Basis für PHP 5 sein wird. Das Portfolio beider Unternehmen hat eine kleine Schnittmenge, unterscheidet sich ansonsten aber von einander. Zudem deuten die Preisunterschiede und Einsatzgebiete der Tools unterschiedliche Zielgruppen an. Die gemeinsame Schnittmenge ergibt sich bei den Entwicklungsumgebungen. Beide Unternehmen bieten als Teil ihrer Produkte eine PHP-IDE an. Aber auch hier kristallisieren sich Unterschiede heraus. Welches Produkt geeigneter ist hängt ganz von den persönlichen Bedürfnissen ab. Die IDE ist jedoch nur ein kleiner Teil der gesamten Produktpalette beider Unternehmen. Auf den Entwicklungsprozess kommt es an - Maguma Enterprise Environment for PHP Maguma bietet mit dem Enterprise Environment for PHP erstmals ein Softwareprodukt für PHP an, das sich nicht isoliert auf die Entwicklung selbst konzentriert, sondern viel mehr den gesamten Entwicklungsprozess unterstützen soll. Hauptzielgruppe sind hier ganz klar Entwicklungsteams in Unternehmen. Nicht nur das Enterprise im Namen des Produkts kennzeichnet das. Die Software besteht aus Maguma Enterprise Server for PHP und der IDE Maguma Studio for PHP. Der von Maguma vorgegebene Prozess zur Entwicklung von Webanwendungen basiert auf drei Phasen: Entwicklung, Staging, Live-Schaltung. Dabei wird wie es sich bei professioneller Softwareentwicklung gehört, das Configurationmanagement nicht außer Acht gelassen. Maguma setzt hier auf CVS [4]. Interessant sind nicht Kdie Phasen selbst, die jedes Systemhaus durchläuft, sondern die Vereinfachung des Prozesses durch die Software. Zur Programmierung verwendet ein PHP-Entwicklungsteam Maguma Studio. Programmierte Module werden vom lokalen Rechner in das CVS Repository eingespielt und auf dem Entwicklungsserver, der während der Entwicklung zu benutzen ist, vorgehalten. Ist das Projekt soweit fertig gestellt, wird eine Version auf einen so genannten Staging-Server gespielt, wo es von QA-Teams oder speziellen Testgruppen abgenommen werden kann. Dies können bei Systemhäuser beispielsweise externe Kunden sein oder bei Konzernen interne Fachabteilungen, die das Projekt in Auftrag gegeben haben. Besteht die Version die Abnahmetests, so kann direkt diese Version live gestellt werden. Andernfalls durchläuft die Entwicklung eine weitere Iteration, bei der Fehler beseitigt werden oder neue Wünsche realisiert werden können. Maguma Enterprise Server for PHP: Alles verwalten war noch nie so einfach Die Serversoftware von Maguma läuft auf allen aktuellen Linux-Distributionen. Die Installation bedarf für erfahrene Linux-Administratoren einen geringen Aufwand. Versteht man jedoch wenig von den DNS-Einstellungen unter Linux, wie man Paketabhängigkeiten überprüft und ggf. notwendige Pakete nachinstalliert oder davon, was ein cvspserver ist, so wird man entsprechende Kompetenzen einkaufen oder auf den Support von Maguma selbst zurückgreifen müssen. Beides sollte jedoch in den seltensten Fällen Realität werden, da solche Basics von Linux-Admins in Unternehmen beherrscht werden. Mittels der vorbildlichen Dokumentation sollte die Installation problemlos gelingen. Die Besonderheiten der Serversoftware sind der durch Maguma vereinfachte Installationsprozess und die Administrationsoberfläche. CVS Repository, Entwicklungs-, Staging- und Live-Server sowie der Datenbankserver können flexibel auf verschiedenen physikalischen Systemen laufen. Sie können sich aber auch teilweise oder gar ganz auf einer Maschine befinden. Maguma macht hier keine Einschränkungen. Die weiteren Komponenten bestehen komplett aus freier Software in einer Kombination, wie sie häufig bei PHP Projekten zu finden ist:
![]() Abb. 1: Die Oberfläche vom Maguma Enterprise Server vereinfacht die Verwaltung verschiedener Sites und vieles mehr. Maguma Studio for PHP Die IDE aus dem Hause Maguma kommt in zwei verschiedenen Varianten. Einmal in einer Professional Version, welche Bestandteil des Maguma Enterprise Environments ist, und einmal in einer Light Version. Lediglich die erstgenannte hat die Funktionen, um mit dem Maguma Server zu kommunizieren, und kann momentan nur als Teil des Gesamtpakets erworben werden. Geplant ist auch eine Version separat vom Gesamtpaket, das vermutlich unter dem Namen Maguma Studio Desktop Edition erscheinen wird. Von den Features lässt die IDE kaum Wünsche offen: Projektverwaltung, enorme Anpassungsfähigkeit, ein Klassenbrowser, FTP-Anbindung und vieles mehr sind eine Selbstverständlichkeit. Betonen muss man jedoch, dass sehr viele (auch freie) IDEs all diese Features implementiert haben. Die Installation von Maguma Studio for PHP ist unheimlich einfach und enthält optional fertig konfiguriert eine aktuelle PHP-Version und den freien DBG Debugger [8] von Dmitri Dmitrienko. Zudem enthält die IDE diverse Hilfen und Dokumentationen wie zum Beispiel für PHP, MySQL, HTML und CVS. Maguma Studio Light ist fairerweise kostenfrei bei Maguma downloadbar und als Geschenk an die PHP-Community und Privatpersonen zu sehen, für die im Vergleich zu Unternehmen das Gesamtprodukt eher uninteressant sein sollte. Taktisch doppelt klug, da vergleichsweise sehr viele freie IDEs für PHP verfügbar sind und Maguma Studio auf der ehemals freien IDE PHP Coder basiert, an dem Maguma die vollen Rechte erworben hat. Seit dem Erwerb wurde die IDE verbessert, was nun auch der Community zu Gute kommt. ![]() Abb. 2: Formular zur Eingabe der Anmeldedaten für den CVS-Zugriff bei Maguma Studio Professional Maguma Studio Professional glänzt mit der zusätzlichen Anbindungsmöglichkeit an den Maguma Server. Hierbei lassen sich entwickelte Dateien direkt in das auf dem Server befindlichen CVS Repository hochladen (committen) und herunterladen (auschecken). Diff-Funktionen, Anzeige der aktuellen Revision, Lesen vom Verlauf der Logdateien und viele weitere CVS-Funktionen sind komfortable in die IDE integriert. ![]() Abb. 3: Maguma Studio Professional: PEAR::Auth Modul ausgecheckt und direkt in der IDE geöffnet Interessant ist, dass die CVS-Schnittstelle kein proprietäres Kommunikationsprotokoll von Maguma verwendet. Somit lässt sich neben der Kommunikation zum Maguma Server das Ganze auch für normale CVS-Zugriffe benutzen. Die Abbildung 3 zeigt die Professional-Variante, bei der direkt aus dem CVS-Repository von PHP das komplette PEAR-Modul ausgecheckt wurde und Dateien von PEAR::Auth in der IDE geöffnet wurden. Unten im Bild sind zudem Verlaufsdokumentationen von CVS zu sehen, die rechte Fensterseite zeigt zu jeder einzelnen Datei die aktuelle Revision an und rechts oben kann man dem Klassenbrowser die vorhandenen Methoden der Klasse entnehmen. Neben den vielen positiven Features gibt es jedoch ein großes Manko bei der IDE: Sie ist lediglich für MS Windows verfügbar. Ob dies ein Vorteil oder Nachteil ist, hängt von den Vorlieben der Entwickler oder den Vorgaben des Unternehmens ab. Die Unterstützung für Linux könnte in Zukunft dazu kommen. Als separates weiteres Tool hatte die Maguma AG lange Zeit den Visual Builder angekündigt, das visuelle Modellierung und Entwicklung von Webanwendungen ermöglichen soll. Dieses Produkt befindet sich momentan nicht im Gesamtpaket und ist für die Zukunft als Bestandteil des Maguma Studio Professional geplant, das sich dann von vielen anderen PHP-IDEs stark abheben würde. Entwickeln, Schützen, Skalieren - Die Produkte von Zend Technologies Beim Angebot seiner Produkte schlägt Zend einen etwas anderen Weg als Maguma ein. Im Zentrum steht nicht nur rein die Entwicklung der PHP-Applikation, die mittels Zend Studio in verschiedenen Varianten abgedeckt wird, sondern auch die fertige Applikation an sich. Zend bietet zusätzlich zum Zend Studio Produkte an, um den Quellcode von PHP-Applikationen zu schützen und die Performance von laufenden Applikationen auf Live-Servern zu verbessern, ohne Hardware aufrüsten zu müssen. Vorteil dieser Zendprodukte ist, dass zur Entwicklung Know-how notwendig ist, das neben Zend wenigen Personen vorbehalten ist. Zend Studio Das Zend Studio besteht aus zwei Paketen, die unabhängig voneinander erworben werden können, dem Zend Studio Server Package und dem Zend Studio Client Package. Letzteres setzt sich zusammen aus der eigentlichen IDE Zend Development Environment und dem Zend Information Center, das ein im Webbrowser ablaufendes Hilfesystem ist, welches unter anderem das PHP-Manual und andere nützliche Infos enthält und auch Hilfe für die Zend-Produkte integriert. Während Maguma auf den freien DBG Debugger setzt, kommt die IDE von Zend mit einem hauseigenen Debugger, der optimal mit dem eigenen Produkt zusammenspielt. Auch der Installationsprozess ist unheimlich einfach und in wenigen Minuten durchzuführen. Nach der Installation ist alles notwendige installiert, um sofort loslegen zu können. Vorteile, die man nicht mit jeder der kostenlosen IDE-Alternativen hat, bei denen man teilweise sehr aufwändig erst den Debugger zum Laufen bringen muss. ![]() Abb. 4: Zend Development Environment - die IDE mit integriertem Debugger, Klassenbrowser und vielen weiteren Features, die das PHP-Entwicklerherz höher schlagen lassen. Während das Client-Paket des Zend Studios nur einseitiges Debugging ermöglicht, kann man mit dem Server-Paket die Entwicklung auf einem Server betreiben und das Debugging remote darüber laufen lassen. Somit können auch mehrere Entwickler im Team an einem Projekt arbeiten und serverseitig ihre Projekte debuggen. Der Server setzt ähnlich wie Maguma PHP und den Apache Webserver auf. Schade ist, dass hier nicht MySQL mit installiert wird, das sehr typisch beim Einsatz von PHP ist. Andererseits beschränkt sich Zend somit nicht nur auf eine Datenbank und sieht seine Kompetenzen ganz klar bei PHP. Das Center des Server-Pakets lässt sehr bequem Einstellungen von PHP ändern und Zugriffe auf den Webserver gewähren beziehungsweise sperren. Die Einstellung der php.ini über ein GUI fehlen leider beim Maguma-Produkt, das ansonsten Einstellungen zu MySQL über die Administrationsoberfläche bietet. Sehr viel mehr als diese zwei Features konnten beim Zend Server Center jedoch nicht gefunden werden. Auch wenn der Server von Zend Parallelen zu Magumas Server hat, besteht der große Unterschied in der CVS-Anbindung, die beim Zend Studio fehlt, und die einfache Möglichkeit, Daten von einem Testserver auf einen Live-Server zu stellen. ![]() Abb. 5: Zend Server Center: Einfacher kann man die PHP-Einstellungen nicht konfigurieren. Abgesehen von einer CVS-Schnittstelle, die Zend in Zukunft unbedingt integrieren sollte, fehlt es der IDE sonst an keinen Funktionen. Syntax Highlighting, Autovervollständigung, Projektverwaltung, FTP-Schnittstelle und der Klassenbrowser sind nur wenige der vielen Features. Entwickler sollten sich etwas Zeit nehmen und das Handbuch durcharbeiten, da man dort interessante Features entdeckt, die man später nicht mehr missen möchte. Beispielsweise kann man mittels STRG+/ ganze markierte Codeblöcke auskommentieren bzw. die Kommentare entfernen. Speziell bei diesem Feature ist Zend leider ein kleines Missgeschick passiert und so ist standardmäßig das Ganze auf das US-Tastaturlayout ausgelegt. Man muss also STRG+# drücken. Die IDE lässt sich jedoch ebenfalls stark anpassen und dies gilt nicht zuletzt für alle Tastaturkürzel. Funktionsmäßig geben sich die IDEs von Maguma und Zend keine massiven Unterschiede. Zend setzt jedoch nicht nur auf MS Windows. Die IDE wurde in Java geschrieben und läuft somit problemlos auch auf Linux. Die früheren Versionen brachten einerseits Performanceprobleme (wegen Java) und Installationsprobleme (wegen der Notwendigkeit des JRE) mit sich. Beide Bedenken kann man in der aktuellen Version 2.5 ausschließen. Auch das Java Runtime Environment (JRE) wird mitgeliefert und isoliert installiert, ohne dass der Benutzer es mitbekommt. Neben Linux und anderen Unix-Derivaten wird seit neustem sogar MacOS X unterstützt. Die neuste Version der IDE von Zend ist nicht frei verfügbar. Jedoch bietet Zend ebenfalls eine freie Variante der IDE an, welche auf der Version 2.0 basiert und unter dem Namen Zend Studio Personal Edition geführt wird. Der Debugger und Support werden für diese IDE aber nicht angeboten und sie ist ausschließlich zu nicht-kommerziellem Einsatz gedacht. Codeprotection mit dem Zend Encoder - Hier werden Sie geholfen PHP ist Open Source und sehr viele Tools und Skripte, die in PHP selbst geschrieben werden, sind ebenfalls Open Source und stehen sogar oftmals unter GPL. Wenn Sie als Unternehmen Software entwickeln, die Sie als Produkt verkaufen möchten, ist es weniger naheliegend, diese als Open Source weiter zu geben. Möchte man nur sicher gehen, dass sich Kunden, die sich für PHP-Experten halten, aber keine sind, nicht an den Code wagen, etwas kaputt machen und dem Auftragnehmer die Schuld in die Schuhe schieben, kann man beispielsweise MD5-Hashs von allen Dateien bilden und diese mit den MD5-Hashs der geänderten Dateien vergleichen. Hat der Kunde im Nachhinein mitprogrammiert, lässt sich das schnell aufdecken. Spätestens aber bei der Produktentwicklung, bei der das gleiche Softwareprodukt an eine beliebe Zahl von Kunden verkauft werden soll, möchte man sein geistiges Werk oftmals nicht der Welt offenbaren. Es ist nur legitim, für solche kommerziellen Zwecke auf kein Open Source-Tool zu hoffen, sondern ebenfalls zu kommerziellen Produkten zu greifen. Mit dem Zend Encoder kann man PHP-Dateien in einem internen Format von Zend verschlüsseln. Die Erweiterung der Dateien lautet nach wie vor .php, der binäre Inhalt lässt sich jedoch nicht mehr mit dem menschlichen Auge lesen. Abhängig vom Code wird die Datei leicht größer oder kleiner als der Ursprung. Neben der Verschlüsselung optimiert Zend zuvor noch den PHP-Code, sodass Reverse Engineering nochmals erschwert wird. Diese PHP-Dateien laufen nicht bei einer normalen PHP-Installation und benötigen das Zusatzprodukt Zend Optimizer [9], das aber frei verfügbar ist. Damit macht es Zend jedem möglich, mit dem Zend Encoder verschlüsselte PHP-Dateien benutzen zu können, ohne für die reine Nutzung verschlüsselter Dateien Lizenzkosten zahlen zu müssen. Lediglich die Entwickler der Datei oder Applikation muss eine Lizenz des Encoders erwerben. Auch das Vermischen verschlüsselter und nicht verschlüsselter Dateien stellt kein Problem dar. Baut Ihre Software zum Beispiel auf PEAR-Pakete auf, so können sie diese mittels include() oder require() einbinden und müssen nur Ihren eigenen Quellcode verschlüsseln. Den Encoder gibt es ebenfalls für Linux und Windows und er liegt in Form eines Kommandozeilenprogramms vor. In der aktuellen Version 2.0 enthält der Encoder zudem ein GUI-Frontend, womit ganze Projekte verwaltet und direkt über das GUI verschlüsselt werden können. ![]() Abb. 6: Ein Klick genügt und das GUI des Zend Encoders macht das Verschlüsseln ganzer Projekte zum Kinderspiel. Performance-Boost mit dem Zend Accelerator PHP ist nicht zuletzt durch seine Performance sehr beliebt. Wer den Prozess bei der Ausführung von PHP-Skripten kennt, weiß aber, dass ein Skript bevor es eigentlich ausgeführt wird, in einen Bytecodeformat kompiliert und erst anschließend ausgeführt wird. Dies findet auch unabhängig von konkurrierenden Zugriffen auf die gleiche Seite und die gleichen Skripte statt. Abhängig von der Komplexität der Applikation und den Zugriffen bleibt die Performance von PHP erhalten. Bei sehr großen Seiten, die zudem sehr viele gleichzeitige Besucher haben, kann dies anders sein. Richtwerte hier anzugeben ist sehr schwer, da es auf die Hardware und die Komplexität der Skripte ankommt. Jeder, der größere Anwendungen schreibt, sollte daher so genannte Stresstests durchführen und schauen, ob die Performance des Servers stabil bleibt oder aber herunter geht. ![]() Abb. 7: Der Zend Accelerator kann bei einigen Skripten das Dreifache oder mehr an Performance bringen. Im negativen letztgenannten der zwei Fälle kann der Zend Accelerator eine Lösung sein. Eine Selbstverständlichkeit bei anderen Technologien wie zum Beispiel Java Servlets, bei PHP jedoch nicht grundsätzlich vorhanden, wird mit dem Accelerator möglich: Der Bytecode des kompilierten Skripts wird gecached. Bei jedem weiteren Zugriff wird auf diesen Cache zurückgegriffen, die Kompilierung des Skripts spart man sich damit und verliert diesen enormen Overhead. Die Performance einer Webanwendung hängt von verschiedensten Faktoren ab. Zu einigen Problemen könnte solch ein Bytecode-Cache die Lösung sein. Oftmals könnte der Flaschenhals aber auch bei der Datenbank, dem Datenmodell und den Datenbankabfragen liegen. Kann man dort jedoch keine weitere Optimierung durchführen, so kann der Zend Accelerator dort nur sehr wenig machen. Die Oberfläche des Accelerators informiert durch verschiedenste Statistiken, ob und wie sehr der Einsatz sich lohnt. Auf eine vage Kalkulation, wie sehr der Zend Accelerator preisliche Vorteile gegenüber einer Skalierung über Hardware bringt, wird hier verzichtet. Diese hängt von verschiedenen Faktoren ab: Preis der Hardware, Unterhaltskosten (Strom, Raummiete) etc. und der Bezahlung des Personals, das für die Administration zuständig ist. Die tatsächlichen TCO muss so jedes Unternehmen für sich bestimmen. Die Lizenzierung des Zend Accelerators ist CPU-abhängig. Günstigere Alternativen Obwohl der Fokus dieses Artikels auf den Portfolios von Maguma und Zend liegt, möchten wir nicht verschweigen, dass es in fast allen Bereichen Alternativprodukte gibt. An IDEs gibt es mittlerweile eine Vielzahl guter kostenloser und auch kommerzieller Produkte. Genannt seien hier nur die freien IDEs Weaverslave [10] und PHPEdit [11], das ebenfalls eine Integration des DBG Debugger hat. Für weitere IDEs können Sie einen Blick auf die passende Seite der FAQ der deutschen PHP-Newsgroup [12] werfen. Mittlerweile gibt es einen kostenlosen PHP-Accelerator [13] und sogar einen Konkurrenz-Encoder [14] der Firma inCube, welcher jedoch nicht kostenlos ist. Während für Privatpersonen und Unternehmen mit kleinem Budget hier echte Alternativen existieren, könnte der Schuss bei größeren Unternehmen nach hinten losgehen. Der Preisfaktor allein ist nicht entscheidend, sondern auch Garantien, Haftung, Dokumentation und Support. Wer auf eine vorbildliche Dokumentation und guten Support Wert legt, sollte darin den Mehrwert sehen, den er bei Unternehmen wie Maguma oder Zend eher hat. ...und die Community kommt nicht zu kurz Auf kommerzielle Produkte und Dienstleistungen für PHP reagiert die PHP-Community oder zumindest ein größerer Teil relativ allergisch. Immer ist dieser Grund jedoch nicht berechtigt und man muss ziemlich genau hinsehen, um so sagen, ob Unternehmen lediglich mit PHP Geld machen und die Community ausnutzen, wie oftmals argumentiert wird, oder aber auch der Community einen Mehrwert bringen und so für PHP etwas tun. Zu den Teams von Maguma und Zend gehören auch, wie auch den Interviews zu entnehmen ist, Personen, die stark in der Entwicklung von PHP involviert sind und somit sehr viel für PHP tun. Zudem bieten beide Unternehmen kostenlose IDEs and und unterstützen über ihre Webseiten, ihr Sponsorship und ähnliches PHP und somit direkt oder indirekt die Community. Zend Technologies hat sogar auf seiner Webseite einen eigenen Menüpunkt Community und bietet hierüber nicht nur Archive von Mailinglisten und Foren zum Wissensaustausch an, sondern auch diverse Tutorials, Code-Beispiele oder fertige Codeteile. Sicherlich gibt es Unternehmen, die die Community nicht unterstützen. Bei Maguma und Zend trifft dies zumindest nicht ganz zu. Wir sprechen Entwickler an, die im Team entwickeln Interview mit Tobias Ratschiller, CEO der Maguma AG Linux Enterprise: Herr Ratschiller, wie beurteilen Sie das Potenzial von PHP für den Einsatz in Unternehmen momentan und im Hinblick auf die Zukunft? Ist PHP im Enterprise Realität oder doch eher eine Rarität? Tobias Ratschiller: PHP ist in vielen kleinen und mittleren Unternehmen, aber auch in Großkonzernen bereits heute Realität. Zu den Anwendern unseres Produktes zählen beispielsweise Volkswagen, Dresdner Bank oder Mobilcom. PHP wird dort - gemeinsam mit anderen Technologien - in teilweise sehr umfangreichen Projekten eingesetzt. Einige Konzerne, mit denen wir Gespräche führen, planen sogar, PHP in manchen Abteilungen als Standardtechnologie für Webanwendungen zu etablieren. Noch vor einem Jahr war das deutlich anders. PHP war eine Grassroots-Bewegung, ähnlich wie früher Linux. Die Zeichen stehen also gut, dass sich PHP in Zukunft als Open Source-Standard für Webanwendungen durchsetzen wird. LE: Auf welche Marktsegmente konzentriert sich Ihr Unternehmen? Rein auf das Angebot von Softwareprodukten oder auch auf weitere PHP-Dienstleistungen wie allgemeinen PHP-Support, Softwareentwicklung, Schulungen oder Beratung? Ratschiller: Maguma positioniert sich als Softwarehersteller, d.h. wir konzentrieren uns auf die Entwicklung sowie den Vertrieb kommerzieller Anwendungen für den Einsatz von PHP in Unternehmen. Natürlich ist auch der Support unserer Produkte besonders wichtig, da sich gerade Kunden im Open Source-Bereich einen kompetenten und gut verfügbaren Ansprechpartner wünschen. Für Schulung, Beratung und Implementierung sowie Systemintegration, Projektmanagement und Design setzen wir hingegen auf externe Partner wie Web-Agenturen, Systemintegratoren, ISVs und IT-Beratungshäuser. Mit unserem Produkt Maguma Enterprise Environment for PHP sprechen wir momentan den stark wachsenden PHP-Markt an. Mittelfristig wollen wir aber auch andere Technologien unterstützen. LE: Welche Personenkreise sind Teil der Zielgruppen Ihrer Produkte? Gehören hierzu eher kleine und mittelständische Unternehmen, größere Unternehmen oder auch Privatpersonen? Gibt es gegebenenfalls verschiedene Preis- und Lizenzmodelle für private beziehungsweise nichtkommerzielle Nutzung Ihrer Produkte? Ratschiller: Wir sprechen mit Maguma Enterprise Environment for PHP in erster Linie Softwareentwickler an, die professionelle PHP-Applikationen im Team entwickeln. Für diese Anwender sind Themen wie Produktivität, Qualitätssicherung und Skalierbarkeit besonders wichtig. Die Größe der Unternehmen spielt hierbei eine untergeordnete Rolle. Die Software ist sowohl für kleine und mittlere Unternehmen als auch für Konzerne gut geeignet. Für den privaten Einsatz bieten wir seit November 2001 Maguma Studio Light kostenlos zum Download auf unserer Website an. LE: PHP ist eine Open Source-Sprache und es gibt eine Vielzahl an frei verfügbaren ergänzenden Tools, die eine Alternative zu Ihren Produkten sein könnten. Welchen Mehrwert bietet Maguma seinen Kunden? Ratschiller: Maguma verfolgt ein klassisches Businessmodell, d.h. wir bieten mit unserer Software einen Nutzen, der ohne uns nicht so einfach zu erreichen ist. Dabei verwenden wir für die Basistechnologie Open Source-Komponenten. Bei Maguma Enterprise Environment for PHP besteht dieser Nutzen einerseits in der Zusammenführung der Technologien in einer abgestimmten Umgebung. Andererseits bieten wir eine leistungsstarke Entwicklungsumgebung sowie Tools für die Entwicklung im Team, Best-Practices zur Qualitätssicherung und Management-Anwendungen für verteilte Web-Umgebungen. Einer unserer Kunden konnte beispielsweise mit unserem Produkt innerhalb von nur einer Woche seine Produktivität in der Anwendungsentwicklung um 25 Prozent steigern. LE: Wie sehen Sie PHP im Vergleich zu ASP, JSP oder ColdFusion? In wieweit analysieren Sie bei der Entwicklung Ihrer Produkte den Markt bezüglich des Angebots an Tools und Dienstleistungen für diese Konkurrenztechnologien? Ratschiller: PHP liegt gegenüber den anderen Technologien gut im Rennen. Die Open Source-Skriptsprache wurde speziell für das Internet entwickelt und ist schon länger am Markt. Das brachte Vorteile im Funktionsumfang und in der Handhabung. Wir sehen uns aber andere Technologien immer sehr genau an. Vieles, was zum Beispiel bei WebObjects oder Visual Studio schon Standard ist, bedeutet im PHP-Bereich noch eine echte Neuerung. Unser Ziel ist es, solche Vorteile in unsere Produkte zu integrieren und auch für PHP-Anwender zugänglich zu machen. LE: Sehen Sie Zend Technologies Ltd. als direkten Konkurrenten oder sehen Sie zumindest Teile von deren Produktpalette als optimale Ergänzung zu Ihrem Portfolio? Ratschiller: Zend Technologies, NuSphere und ActiveState sind direkte Konkurrenten zu unserem kostenlosen Maguma Studio Light. Wir werden allerdings in Zukunft eine erweiterte Version von Maguma Studio Light zu einem vergleichbaren Preis anbieten. Für das Maguma Enterprise Environment for PHP betrachten wir Zend nicht als Mitbewerber. Das haben auch unsere Kunden in mehreren Gesprächen bestätigt: Für sie sind Features ausschlaggebend, die tatsächlichen Nutzen für die professionelle Entwicklung in einem Team bringen - und das sind nun einmal die Versionskontrolle sowie Tools zur Qualitätssicherung und zur Bereitstellung bzw. zum Management verteilter Web-Systeme. Der Editor spielt dabei ein untergeordnete Rolle. Der Zend Accelerator und der Zend Encoder sind tatsächlich sinnvolle Ergänzungen zu unseren Produkten. Einige unserer Kunden verwenden allerdings auch die frei verfügbaren Substitutionsprodukte der Open Source-Community. LE: Wie beurteilen Sie die jüngsten Entwicklungen von PHP? Welche neuen Chancen und Möglichkeiten wird Ihrer Meinung nach PHP 5 für die Zukunft bringen? Ist Ihr Unternehmen dabei sich hierauf vorzubereiten oder ist das Thema PHP 5 momentan noch uninteressant für Maguma? Ratschiller: Maguma-Entwickler wie Jani Taskinen, der gerade den Active Award für seine Open Source-Arbeit erhalten hat, sind selbst aktiv an der Entwicklung von PHP beteiligt. Natürlich sind jegliche Neuerungen bei PHP für uns außerordentlich wichtig und werden in unserer Produktstrategie berücksichtigt. Das gilt auch für PHP 5. Mit PHP 5 wird dem Markt eine noch größere Palette an Features für die Entwicklung komplexer Anwendungen zur Verfügung stehen. Hierfür sorgt insbesondere die Verbesserung der objektorientierten Spracheigenschaften. LE: Besten Dank für dieses Interview, Herr Ratschiller. Unternehmensprofil Maguma AG Gründungsjahr: Mai 2000 Standorte: Bozen, Italien (Hauptsitz); München, Deutschland (Support/Vertrieb); Novosibirsk, Russland (Entwicklung) Anzahl der Mitarbeiter: 19 Webseite: www.maguma.com/ Wir haben immer ein Auge auf den Fortschritt Interview mit Doron Gerstel, CEO von Zend Technologies Ltd. Linux Enterprise: Herr Gerstel, wie beurteilen Sie das Potenzial von PHP für den Einsatz in Unternehmen momentan und im Hinblick auf die Zukunft? Ist PHP im Enterprise Realität oder doch eher eine Rarität? Doron Gerstel: Seit Januar 2001, als wir mit unseren ersten kommerziellen Produkten auf den Markt gegangen sind, haben wir eine dramatische Evolution von PHP beobachten können. PHP entwickelte sich von einer kult-ähnlichen alternativen Skriptsprache zu der beliebtesten serverseitigen Skriptsprache überhaupt, die von mehr Seiten benutzt wird als ASP. Aufgrund einer großen Anzahl von Antriebskräften auf dem Markt wie beispielsweise die Popularität und Stabilität von Linux und Apache führen Unternehmen sehr rasch auch PHP ein. Wir haben eine Verlagerung unseres Kundenbestands bemerkt, der mehr und mehr zu den Fortune500 Unternehmen wie IBM, Motorola und UPS geht. Zudem gehören prominente deutsche Unternehmen wie Lycos Europe oder OnVista dazu. Dies ist ein deutlicher Aufwärtstrend, der weitergehen wird. LE: Auf welche Marktsegmente konzentriert sich Ihr Unternehmen? Rein auf das Angebot von Softwareprodukten oder auch auf weiteren PHP-Dienstleistungen wie allgemeinen PHP-Support, Softwareentwicklung, Schulungen oder Beratung? Gerstel: Momentan konzentrieren wir uns auf die Entwicklung von Softwareprodukten, die dem kompletten PHP-Projektlebenszyklus folgen: Entwicklung, Schutz, Skalierung. Derzeit bieten wir keine anderen Dienstleistungen an, investieren aber massiv in den stetigen Aufbau der Zend.com PHP Community, die PHP-Programmierer auf allen Ebenen unterstützt. LE: Welche Personenkreise sind Teil der Zielgruppen Ihrer Produkte? Gehören hierzu eher kleine und mittelständische Unternehmen, größere Unternehmen oder auch Privatpersonen? Gibt es gegebenenfalls verschiedene Preis- und Lizenzmodelle für die private beziehungsweise nichtkommerzielle Nutzung Ihrer Produkte? Gerstel: Die Webseite von Zend ist eine verfügbare Ressource für alle PHP-Interessierten, unabhängig davon ob Einzelpersonen oder Großunternehmen. Als Teil unseres Wunsches, die weite Verbreitung und den starken Einsatz von PHP zu fördern, haben mehrere unserer Produkte eine Ein-Lizenz-Politik, die für nicht gewerblichen Gebrauch gedacht ist. Unser Hauptfokus- und Zielmarkt liegt aber bei Einzelpersonen und Unternehmen, die an kommerziellen Lösungen für die PHP-Entwicklung interessiert sind. LE: PHP ist eine Open Source-Sprache und es gibt eine Vielzahl an frei verfügbaren ergänzenden Tools, die eine Alternative zu Ihren Produkten sein könnten. Welchen Mehrwert bietet Zend seinen Kunden? Gerstel: Die frei verfügbaren ergänzenden Tools dienen der starken Verbreitung von PHP und haben somit dazu beigetragen, Einzelpersonen und SOHOs (small office, home office) zu fördern, die Sprache einzusetzen. In diesem Sinne unterstützen auch wir dieses Modell, indem wir die freie IDE Zend Studio Personal Edition anbieten. Die Produkte des Zend Portfolios haben diverse große Vorteile gegenüber der Open Source-Tools: 24x7 Support - alle Evaluierer und Kunden der Zend Produkte haben Zugang zu dem Online Helpdesk von Zend (übrigens in PHP geschrieben), der sofortigen, individuellen Support für alle Benutzer anbietet. Integrative Zusammenarbeit - alle Zendprodukte haben ein hohes Niveau der Produktinteroperabilität. Zum Beispiel können PHP-Anwendungen im Zend Studio entwickelt werden und darauf sofort im Zend Encoder verschlüsselt werden. Stabilität - Zend versichert ein hohes Niveau an Produktstabilität, bei der sowohl neusten Betriebssysteme als auch PHP-Versionen unterstützt werden. Der Releasezyklus von Zend versichert eine minimale Verzögerung zwischen den PHP-Releases und neuen Produktreleases, welche immer neuste PHP-Versionen unterstützen. Dokumentation - Alle Zendprodukte enthalten eine ausführliche Dokumentation, die sich aus Trouble Shooting, Installationsanweisungen und User Manual zusammensetzt und unseren Kunden hilft, innerhalb kürzester Zeit Experten unserer Produkte zu werden und sie produktiv und effizient einzusetzen. Man kann daher sagen, dass der Preis nicht der einzige Entscheidungsfaktor bei der Auswahl einer technischen Lösung ist. Wir haben herausgefunden, dass wenn Unternehmen den Gesamtnutzen berücksichtigen, die Mehrheit den Preis gerechtfertigt sieht. LE: Wie sehen Sie PHP im Vergleich zu ASP, JSP oder ColdFusion? In wieweit analysieren Sie bei der Entwicklung Ihrer Produkte den Markt bezüglich des Angebots an Tools und Dienstleistungen für diese Konkurrenztechnologien? Gerstel: PHP befindet sich in dem gleichen Bereich wie die anderen von Ihnen genannten Technologien. Es ist eine der stärksten Webplattformen heutzutage und die selbstverständliche Entscheidung für Unternehmen, die auf Unix setzen. Was die von Ihnen angesprochene Analyse angeht - wir haben immer ein Auge auf den Fortschritt, den die anderen Technologien machen und die Tools, die sich daraus ergeben. Beispielsweise war das Hauptziel bei dem Release vom Zend Studio, PHP mit anderen Technologien gleich zu stellen. LE: Sehen Sie die Maguma AG als direkten Konkurrenten oder sehen Sie zumindest Teile von deren Produktpalette als optimale Ergänzung zu Ihren Portfolio? Gerstel: Es gibt eine kleine Überlappung der Zielgruppe beim Zend Studio und Maguma Coder. Aber diese Überlappung existierte sogar bevor Maguma dieses Produkt (dessen früherer Name PHP Coder war) erworben hat. Jedoch sind Entwicklungswerkzeuge nur ein Teil der Produktpalette von Zend. Kein anderes Unternehmen auf dem Markt liefert eine integrierte Lösung, die vom frühen Stadium der Entwicklung über die Distribution und denEinsatz bis hin zur Wartung den Entwickler unterstützt. LE: Wie beurteilen Sie die jüngsten Entwicklungen von PHP? Welche neuen Chancen und Möglichkeiten wird Ihrer Meinung nach PHP 5 für die Zukunft bringen? Ist Ihr Unternehmen dabei sich hierauf vorzubereiten oder ist das Thema PHP 5 momentan noch uninteressant für Zend? Gerstel: Das Wachstum von PHP ist erstaunlich. Es ist heutzutage auf mehr Servern installiert als irgendeine andere Scripting-Technologie. Was PHP 5 betrifft, ist diese Frage ein wenig falsch formuliert, da auf vielen Wegen PHP 5 bereits von Zend selbst entwickelt wird. Der Schlüsselbestandteil in PHP 5 - die neue Zend Engine 2 - wird zur Zeit von Zends Andi Gutmans, Zeev Suraski und Stanislav Malyshev entwickelt. Selbstverständlich sind aufgrund der Open Source-Basis dieses Projekts auch andere Personen involviert, jedoch wird der Hauptteil des Codes von Zend-Mitarbeitern geschrieben. Zend ist zweifellos in der bestmöglichen Position, um die Features von PHP 5 zu unterstützen, sobald PHP 5 erscheint. LE: Besten Dank für dieses Interview, Herr Gerstel. Unternehmensprofil Zend Technologies Ltd. Gründungsjahr: November 1999 Standorte: Ramat Gan, Israel Anzahl der Mitarbeiter: 25 Vertriebspartner: Wick Hill GmbH, Deutschland Webseite: www.zend.com/ Enterprise Tools mit Enter-Preisen Alles Gute hat seinen Preis und wie aus der Produktvorstellung und den Interviews die Zielgruppen deutlich werden, sind auch die Preise dementsprechend positioniert. Besonderheit bei Zend ist, dass alle Produkte über die Webseite in Form einer Testversion bezogen werden können. Teilweise haben diese kleine Einschränkungen, können aber einen guten Eindruck vom Funktionsumfang geben. Bei Maguma kann die Light IDE heruntergeladen werden. Eine Evaluierung des Gesamtsystems ist ebenfalls möglich, wird zur Zeit jedoch nicht als Download über die Webseite angeboten, so wie es Zend macht. Das Enterprise Environment von Maguma kostet: 1.995,- Euro. Weitere Client-Lizenzen sind zu je 195,- Euro erhältlich. Die Zend-Produkte sind alle in Form einer normalen Version und einer Plus Version erhältlich. Letztere beinhaltet Updates und Support für ein Jahr. Für Schulen und Universitäten gibt Zend einen Rabatt von 25 Prozent. Preise für Zend Produkte: Zend Studio 2.0: 215,00 Euro Zend Studio 2.0 Plus: 275,00 Euro Zend Encoder 2.0: 2.665,00 Euro (eine 1-Jahres Lizenz kostet hier: 1.065,00 Euro) Zend Encoder 2.0 Plus: 3.200,00 Euro (eine 1-Jahres Lizenz kostet hier: 1.290,00 Euro) Zend Accelerator 2.0 für 1-Intel CPU: 2.080,00 Euro Zend Accelerator 2.0 für 2-Intel CPUs: 2.775,00 Euro Zend Accelerator 2.0 für 4 und weitere Intel CPUs: 4.440,00 Euro Zend Accelerator 2.0 für 1-Solaris CPU: 2.775,00 Euro Zend Accelerator 2.0 für 2-Solaris CPUs: 5.550,00 Euro Zend Accelerator 2.0 für 4 und weitere Solaris CPUs: 9.715,00 Euro Fazit Die Produkte der zwei Unternehmen Maguma und Zend konkurrieren nur in einem kleinen Bereich. Im übrigen gibt es doch Unterschiede und unterschiedliche Zielgruppen. Für größere Teams und größere Anwendungen ist der von Maguma vorgegebene Prozess und die einfache Handlung ein enormer Vorteil. Man muss für sich selbst entscheiden, ob man jene Tools, die eigentlich kostenlos sind, selbst installieren möchte oder den Preis für den Komfort von Maguma bezahlt. Je nach Projektumfang sollte dies jedoch nur einen kleinen Teil des Budgets beanspruchen. Auch die Entscheidung für Zend Studio kann richtig sein. Vor allem wenn man eine solch professionelle PHP-IDE möchte, die auch unter Linux läuft, gibt es wenige Alternativen zur Zeit. Leider bietet hier Maguma (noch) nichts. Neben dem kleinen Vorteil bei Zend, dass die Produkte alle sowohl auf Windows als auch Linux und anderen Unix-Derivaten laufen, sind viele der Produkte in Deutsch und Englisch verfügbar. Die IDE ist sogar in sehr vielen weiteren (auch vielen asiatischen) Sprachen verfügbar. Ob das ein KO-Kriterium in der englischsprachigen IT-Welt ist, sei jedoch dahin gestellt. In beiden Fällen gilt: Die Arbeitseffizienz steigt zweifellos, wenn man als Entwickler eingespielt mit seiner IDE arbeitet. Und jeder Entwickler liebt es, von professionellen Tools die lästigen Arbeiten abgenommen zu bekommen, um sich auf den Kern seiner Aufgabe zu konzentrieren. Verkauft man als Unternehmen PHP-Software und möchte den Code schützen, so bietet zwar inCube mittlerweile eine Alternative zum Zend Encoder, doch hat Zend mit Suraski und Gutmans im Team Heimvorteil. Zudem existiert bei Zend die längere Erfahrung. Ähnliches gilt beim Accelerator. Da Zend ohnehin Testversionen anbietet, lohnt ein Ausprobieren auf alle Fälle. Die Entscheidung kann man immer noch im Nachhinein treffen. Unternehmen können sich ebenfalls bzgl. Testversionen an Maguma wenden. Wer den großen Teil von deren IDE kennen lernen möchte, kann auf alle Fälle die Light Version herunterladen. Die Zunahme an PHP-Benutzern und der starke Einsatz von PHP bedarf Unternehmen, die PHP sowohl in der Community, aber auch mit kommerziellen Produkten unterstützen. Ein Aspekt, den leider nicht jeder in der PHP-Community sieht. Soll PHP mit den Großen konkurrieren, so sind Tools wie von den vorstellten Unternehmen mehr als notwendig, da in größeren Projekte andere Aspekte wie Dokumentation, Support oder einfach, dass ein Unternehmen hinter einer Technologie steht, eine wichtige Rolle spielen. Somit tragen Maguma und Zend direkt und indirekt dazu bei, dass PHP noch beliebter wird und noch mehr eingesetzt wird. Den in den Interviews genannten Kunden beider Unternehmen entnehmen wir, das PHP auf dem besten Wege ist. Da kann man nur sagen: Weiter so! Richard Samar (richard-samar.de/) ist freiberuflicher Berater und Softwarearchitekt und wohnt in der Nähe von Frankfurt/Main. Seit vielen Jahren ist er PHP-Enthusiast und der deutschsprachigen PHP-Community wohl bekannt. Zusammen mit Christian Stocker hat er das Buch PHP de Luxe (php-de-luxe.de/) geschrieben, das momentan aktuellste deutsche PHP-Profi-Buch. Links
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