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zu Ausgabe: 12.2003
Glaubensfrage?
Neues aus der Ruby-Welt
von Markus Jais
Python ist nicht der Feind! Immer wieder ließt man Diskussionen, ob Ruby oder Python (oder Perl, PHP) besser ist. Wenn Ruby aber mal wirklich im großen Stil erfolgreich sein will, dann müssen nicht die Python-, sondern die Java-, Visual Basic-, C++- und C#-Programmierer überzeugt werden, dass Ruby eine wirkliche Alternative sein kann. Glaubenskriege innerhalb der Open Source-Sprachen sind da meiner Meinung nach wenig hilfreich. Natürlich hat jeder seine Vorlieben und das ist auch gut so. Es ist aber auch locker für Python und für Ruby Platz. Was es Neues aus der Ruby-Welt gibt, möchte ich Ihnen nachfolgend berichten.

cerise
In der Java-Welt ist heute J2EE in aller Munde und jeder redet über Enterprise JavaBeans, Servlets etc. Das Ganze ist außer des Hypes aber durchaus auch ein mächtiges Framework für Business-Anwendungen. cerise folgt nach Angaben des Autors denselben Mustern wie J2EE, soll aber dank Ruby deutlich flexibler sein. Es ist zwar noch in der Entwicklung, aber es bleibt zu hoffen, dass der Einstieg in die Arbeit mit cerise nicht so komplex ist wie der mit J2EE. Mehr zu dem interessanten Projekt unter [1].

Radical
Ein weiteres interessantes Projekt für die Entwicklung von Webanwendungen ist der Web Application Server Radical. Die neue Version bringt viele Verbesserungen, wie z.B. FastCGI-Unterstützung, einen modulareren Aufbau und Verbesserungen in der Geschwindigkeit. Zusätzlich besitzt Radical u.a. auch eine mächtige Template Engine. [2]

QuiXML
Hierbei handelt es sich um eine weitere XML-Bibliothek für Ruby. Sie ist in C geschrieben und baut auf expat auf. Dadurch ist QuiXML sehr schnell. QuiXML hat eine intuitive API und ist einfach zu benutzen. Für XML-Anwender auf jeden Fall einen Blick wert. [3]

log4r und log-debug
Es war einige Zeit etwas still um log4r. Aber jetzt tut sich wieder etwas. Jetzt soll es sich auch unter Ruby 1.8 wieder ohne Warnings benutzen lassen. Außerdem kann man über den syslogd loggen. log4r orientiert sich an Log4j für Java. Mehr dazu unter[4]. Ein weiteres Modul für Logging steht mit log-debug zur Verfügung. [5]

Linguistics
Linguisten aufgepasst! Hier gibt es etwas Interessantes. Mit Linguistics kann man Ruby um eine linguistische Methode erweitern. Das Ganze soll sprachneutral sein. Für jemanden, der sich mit der Materie auseinander setzt, möchte oder muss, könnte das Modul evtl. ganz hilfreich sein. [6].

soap4r
Alle reden von Web Services. Wer sie nicht benutzt, ist out. Zumindest könnte man diesen Eindruck gewinnen, wenn man die Marketingabteilung mancher Firmen hört. Wer Web Services einfach nur einsetzen möchte, findet mit soap4r eine SOAP 1.1- und WSDL 1.2-Implementierung, die für viele Web Service-Aufgaben hervorragend geeignet ist. [7]

wxruby
WxWindows ist ein C++ GUI-Toolkit, was sowohl auf Unix und Linux als auch auf Windows läuft. Die Python-Bindings dafür erfreuen sich in der Python-Community schon lange großer Beliebtheit. Nun gibt es auch eine erste Version für Ruby. wxruby wird bestimmt viele Freunde unter Ruby-Fans finden. Beispielprogramme und eine einfache API-Dokumentation sind bereits vorhanden. Bleibt zu hoffen, dass es bei Ruby-Programmierern genauso beliebt wird wie bei Python. [8]

extmath
extmath stellt zusätzlich zu Rubys Standardbibliothek noch weitere mathematische Funktionen und Konstanten zur Verfügung. So findet sich da z.B. eine Vielzahl an trigonometrischen und logarithmischen Funktionen. [9]

dbi-dbrc
Das ist ein Zusatzmodul für Ruby/DBI. Damit lässt es sich vermeiden, Benutzernamen und Passwörter für Datenbankverbindungen direkt in den Ruby-Code zu schreiben, indem es eine spezielle Konfigurationsdatei auswertet. [10]
Markus Jais ist Softwareentwickler. In seiner Freizeit trifft er sich mit Freunden, geht Wandern und beschäftigt sich mit Ruby, Perl, Python, Java, PHP, MySQL, PostgreSQL und lernt Spanisch und Französisch. Im Internet ist er unter www.mjais.de/ zu finden.

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