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zu Ausgabe: 10.2004
Höhere Mathematik
Neues aus der Python-Welt
von Markus Jais
Python und die Mathematik sind eigentlich ganz gute Freunde. Vielleicht nicht so gute Freunde wie Mathematica oder Matlab und die Mathematik, aber Python hat Mathematikern mittlerweile einiges zu bieten, vor allem mit dem Numarray [1]-Modul, welches vor kurzem in der Version 1.0 erschienen ist. Mit Hilfe von Numarray lassen sich viele numerische Berechnungen auf sehr effiziente Weise durchführen, ohne C, C++ oder Fortran verwenden zu müssen. Das verkürzt natürlich die Entwicklungszeit. Und auch Mathematiker haben heute nicht unbegrenzt Zeit. Wer sich für die Mathematik interessiert, sei es als Hobby oder beruflich, dem sei Python und Numarray ans Herz gelegt. Und wer die Mathematik immer als langweilig empfand, entdeckt vielleicht mit Python wieder Freude daran.

Durus
Oft ist der Python-Entwickler mit dem Problem konfrontiert, Objekte persistent zu machen. Es gibt hier viele Möglichkeiten, z.B. das Abspeichern in einer Datenbank oder in einer XML-Datei. Eine weitere interessante Möglichkeit ist Durus, eine Objekt-Datenbank. Mit Hilfe von Durus können Python-Objekte auf effiziente und einfache Weise persistent gemacht werden, sodass immer wieder darauf zugegriffen werden kann. Mehr zu dem interessanten Projekt unter [2]. Eine Alternative ist die ZODB [3], welche im Rahmen von Zope entstanden ist.

PyGTK 2.0 Reference Manual
Viele Open Source-Projekte haben das Problem mangelhafter oder gleich gar nicht vorhandener Dokumentation. Das hindert viele sehr interessante Projekte daran, einem Nischendasein zu entwachsen. Ein Beispiel dafür, wie es sein sollte, bietet PyGTK [4], die Python-Bindings für das Gtk+ GUI-Toolkit. Dort findet man nicht nur ein hervorragendes Tutorial, sondern auch die Referenz wurde kürzlich wieder aktualisiert. In dieser findet der Entwickler viele Details, die man im täglichen Umgang mit PyGTK benötigt. Es wäre schön, wenn alle Python-Projekte solch tolle Dokumentationen hätten.

IMDbPY
Kino-Fans freuen sich vielleicht über dieses Projekt hier. Mit IMDbPY kann man sich viele verschiedene Informationen zu Filmen und mehr mit Hilfe von Python besorgen. Man kann es in eigene Programme einbetten oder einfach nur kleine Skripte schreiben, um sich Infos für den persönlichen Gebrauch zu holen. Für Kino-Fans eine interessante Sache. [5]

Quixote 1.0
Das Web-Framework Quixote ist nun in Version 1.0 erschienen. Quixote ist ein einfach zu benutzendes Framework für Web-Anwendungen und setzt dabei auf ein Templating-System namens Python Template Language (PTL), dessen Syntax sich sehr stark an Python anlehnt. Quixote wird aktiv entwickelt und hat mittlerweile eine große Fangemeinde. Für Web-Programmierer lohnt es sich, Quixote mal näher anzuschauen. Mehr dazu unter [6].

PyNSource
Mit PyNSource lassen sich aus Python-Sourcecode UML-Diagramme erzeugen. Außerdem kann daraus Delphi- und Java-Code erzeugt werden. Bei kompliziertem und umfangreichem Python-Code kann so ein Werkzeug wertvolle Hilfe leisten, wenn es den Code als UML darstellen kann. Das hilft evtl., den Python-Code schneller und besser zu verstehen. [7]

Unununium
Unununium ist ohne Zweifel ein sehr ehrgeiziges Projekt. Es handelt sich dabei um nichts geringeres als ein Betriebssystem, welches hauptsächlich in Python geschrieben wird. Das ganze ist noch im Entwicklungsstadium und wie es am Ende mal ausschauen wird, ist noch nicht abzusehen, aber die Beschreibung auf der Website des Projekts [8] liest sich sehr interessant und ambitioniert. Wer schon immer mal an einem Betriebssystem mitprogrammieren wollte, aber Angst vor C hatte, findet hier vielleicht ein Betätigungsfeld. Bleibt nur noch, dem Projekt viel Erfolg zu wünschen.
Markus Jais ist Software-Entwickler. In seiner Freizeit trifft er sich mit Freunden, geht Wandern und beschäftigt sich mit Ruby, Perl, Python, Java, PHP, XML, MySQL, PostgreSQL und lernt Spanisch und Französisch. Im Internet ist er unter www.mjais.de/ zu finden.

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