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10.2005
Flash 8: Blitzgewitter
von Matthias Kannengiesser
Komfortabler und stabiler: Die neue Entwicklungsumgebung von Flash 8, dem Grundpfeiler des Macromedia Studio 8, lässt ein Blitzgewitter am Horizont erwarten. MX Magazin hat die nächste Generation genauer unter die Lupe genommen und wirft einen Blick auf die Optimierungen und Neuerungen.
Installation und Benutzeroberfläche Gleich vorweg: Wie auch bei den anderen neuen Programmen des Macromedia Studio 8 haben wir eine Beta-Version von Flash 8 getestet. Auffällig ist dabei: Schon die fast fertige Version benötigt deutlich mehr Platz als die Vorgängerprogramme. Bei der Installation setzt Macromedia wie bereits in Flash MX 2004 auf die Produktaktivierung, die der von Windows XP ähnelt. Die Aktivierung kann hierbei automatisch über das Internet erfolgen. Alternativ hierzu kann man auch die 24-Stunden-Aktivierungs-Hotline nutzen. Erste Eindrücke Die Benutzeroberfläche ist insgesamt wesentlich komfortabler zu bedienen als die der Vorgänger. Weniger Arbeitsschritte bei mehr Übersicht zeichnen die neueste Generation aus. Bewegungsabläufe, Effekte und Übergänge entstehen nun im Handumdrehen. Es müssen keine längeren Wartezeiten in Kauf genommen werden, wie dies bisher in Flash MX 2004 der Fall war, wenn beispielsweise Zeitleisteneffekte in Flash-Anwendungen zum Einsatz kommen sollten. Ein Beispiel für die komfortablere Arbeitweise sind die Bedienfelder, die sich übersichtlich in Bedienfeldsätzen anlegen lassen - widerspenstige Bedienfelder wie die Bibliothek können nun endlich fixiert und in benutzerdefinierte Bedienfeldsätze integriert werden. Besonders positiv fällt darüber hinaus die übersichtliche Auflistung innerhalb des Fenster-Menüs auf. Auch im Hardware-Bereich zeigt sich Erfreuliches: Macromedia hat die Unterstützung von Systemen mit zwei Monitoren deutlich verbessert - Flash 8 präsentiert sich dabei wesentlich performanzschonender als die Vorgängerversion. ![]() Farbmischer: Der Farbmischer bietet nützliche Eigenschaften. Anwenderunterstützung Ein stark erweitertes Hilfesystem samt umfangreicher Dokumentation in Form von rund einem Dutzend PDF-Dateien liefert sowohl Einsteigern als auch alten Flash-Hasen das erforderliche Know-how, um erfolgreich mit Flash 8 arbeiten zu können. Die Beschreibungen zu den Erweiterungen und neuen Funktionen sind dabei erfreulicherweise umfassend - interessante Beispiele und Tutorials ermöglichen eine schnelle Integration der Neuerungen in die eigenen Flash-Projekte. Abzuwarten bleibt, ob es eine vollständige deutsche Übersetzung der umfangreichen Dokumentationen zu Themen wie Flash Lite, Flash-Erweiterungen etc. geben wird. Standard- und Professional-Version Auch in dieser Flash-Generation wird zwischen einer Basis- beziehungsweise einer Standard-Version und einer Professional-Version unterschieden. Die Professional-Version enthält, wie bereits in Flash MX 2004, zusätzliche Datenbearbeitungsfunktionen und Komponenten und ermöglicht den Einsatz von Flash-Anwendungen und -Präsentationen. Die Professional-Version bietet dem Anwender erweiterte Einstellungs- und Importmöglichkeiten in Zusammenhang mit dem neuen Video-Codec On2 VP6. Auf den als selbstständige Anwendung zur Verfügung gestellten Flash 8 Video Encoder muss der Nutzer der Standard-Version ebenfalls verzichten. Auch in punkto ActionScript bleibt der Zugriff auf die Klassen für die Filter, Füllmethoden und für Custom Anti-Aliasing lediglich den Nutzern der Professional-Version vorbehalten. Zur besseren Übersicht beachten Sie bitte die Tabelle mit den Neuerungen, auf die lediglich die Nutzer der Professional-Version Zugriff haben. ![]() Effekte: Die Beispiele zu den Erweiterungen können sich durchweg sehen lassen. Erweiterungen und Neuerungen in Flash In der folgenden Übersicht führen wir die Bestandteile auf, die sowohl in der Standard- als auch in der Professional-Version vorzufinden sind. Die Zuweisung von komplexen linearen und radialen Verlaufsmustern wird mit dem Farbmischer und dessen Optionen zum Kinderspiel. Einem Verlaufsmuster lassen sich hierbei bis zu 16 Farben zuweisen; durch die neue Überlauf-Option können die Verlaufsmuster noch optimiert werden. Die Verarbeitung von Bühnenformen (Vektorformen) auf einer Ebene wird durch den Objektzeichen-Modus wesentlich vereinfacht. Lästige Überlappungen und Verschmelzungen gehören somit der Vergangenheit an. Ganz nebenbei wurden auch noch die Umrisslinien optimiert. Die Umwandlung in Füllungen ist nun nicht mehr notwendig, um eine optimale Darstellung der Umrisslinien zu gewährleisten. Eine weitere Verbesserung stellt die erweiterte Arbeitsfläche dar, welche die Bühne umgibt. Hier kann man Objekte ablegen, die zu einem späteren Zeitpunkt auf der Bühne platziert werden sollen. Der verbesserte Widerruf-Modus (Undo) stellt jedem Objekt auf der Bühne oder innerhalb der Bibliothek eine individuelle Widerrufsliste zur Verfügung. Einsteigern wird der neue Skript-Assistent (Skripthilfe) innerhalb des Aktionen-Bedienfelds gute Dienste erweisen. Wer ist schon auf Anhieb in der Lage, sich sämtliche Argumente der unzähligen ActionScript-Methoden zu merken? Alte Flash-Hasen werden eine auffällige Ähnlichkeit mit dem Normalmodus aus Flash 5 und MX feststellen. Macromedia kommt somit den angehenden Entwicklern entgegen, die sich vor allem aus der Gruppe der Flash-Designer rekrutieren, und bietet nun mehr als nur ein Verhalten-Bedienfeld, das den Normalmodus in Flash MX 2004 abgelöst hatte. ![]() Video-Encoding: Beeindruckende Videoeffekte mithilfe des Alphakanals. Die Neuerungen in Flash Professional Folgende Erweiterungen und Neuerungen sind den Anwendern der Professional-Version vorbehalten: Die Bewegungskontrolle von Tweening-Animationen ermöglicht eine Optimierung von Bewegungsabläufen, ohne zusätzliche Schlüsselbilder einsetzen zu müssen. Eine Vor-/Rück-Bewegung kann ohne weiteres mit lediglich zwei Schlüsselbildern realisiert werden. Grafische Filtereffekte und Füllmethoden können ohne weitere Umstände mithilfe des Eigenschaften-Bedienfelds für Flash-Objekte zugewiesen werden. Erweiterte und optimierte Text-Anti-Aliasing-Optionen stellen das Sahnehäubchen dar - möglich macht dies die neue Textwiedergabe Saffron. Hiermit gehören unleserliche Textpassagen in Flash-Anwendungen der Vergangenheit an. ![]() Filtereffekte: Flash 8 bietet eine Fülle von kombinierbaren Filtereffekten. ![]() Füllmethoden: Flash 8 ermöglicht Füllmethoden, die man sonst nur aus Anwendungen wie Fireworks oder Photoshop kennt. Fazit In punkto Funktionsvielfalt, Stabilität und Performanz stellt die neuste Flash- Generation einen Meilenstein dar. Allein auf Entwicklungen wie Saffron zur besseren Textdarstellung haben Flash-Entwickler schon viel zu lange warten müssen. Als weiteres Highlight gehen die grafischen Effektmöglichkeiten wie der Schlagschatten durch - hier darf man auf neue Anwendungen gespannt sein, die die gebotenen visuellen Möglichkeiten ausnutzen. Dass Macromedia weiter verstärkt auf den Videoeinsatz im Web drängt, zeigt die Integration des neuen Encoders, der die Anzeigequalität erheblich verbessert, die Installation des Flash Player 8 auf dem jeweiligen Client vorausgesetzt. Was die Möglichkeiten zur Erstellung von Inhalten für mobile Geräte auf Dauer bieten, lässt sich jetzt noch nicht abschätzen, dafür ist der Markt noch nicht stark genug angelaufen. ![]() Glühende Objekte: Beeindruckende grafische Spielereien mit der Glow-Filter-Klasse. Kritikpunkte gibt es sicherlich immer noch welche: Flash 8 wird wahrscheinlich wieder nicht jedem gerecht, und zur eierlegenden Wollmilchsau hat es auch nicht gereicht. Flash-Designer vermissen vielleicht noch die eine oder andere Funktion aus Anwendungen wie Photoshop, Freehand oder Illustrator, genauso wie Flash-Entwicklern diverse Funktionen aus Eclipse oder Mehrfachvererbungen und abstrakte Klassen fehlen werden, die in Flash 8 ausgespart sind. Einen seltsamen Nachgeschmack hinterlässt die Trennung in die zwei Flash-Versionen ? die Basic-Version bietet im Vergleich zur Professional-Ausgabe erheblich weniger, was sich im Preisunterschied nur bedingt widerspiegelt ? während die Preispolitik für Flash Professional 8 gerechtfertigt erscheint, hätte gerade eine deutlich günstigere Einsteigerversion das Potenzial, neue Flash-Entwickler heranzuziehen. Insgesamt zeigen die Neuerungen und Optimierungen der Benutzeroberfläche und der ActionScript-Bestandteile jedoch deutlich, dass Flash eine zukunftsorientierte Technologie ist und bleibt. Mittendrin statt nur dabei: Das Blitzgewitter ist noch lange nicht an uns vorbeigezogen! Gekürzte Version - der vollständige Artikel ist in MX Magazin 10/2005 nachzulesen. Systemanforderungen, Preise und Verfügbarkeit Anforderungen für Windows
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