Community Management ist vor allem im eCommerce und Marketing ein bedeutsames Thema, gilt es doch zunehmend, Kundenbeziehungen, die einst nur in der realen Welt bestanden, auch virtuell abzubilden und mit Leben zu erfüllen. Spezielle Software-Lösungen schlagen hier eine Brücke zwischen Content Management-Systemen auf der einen und klassischer Forums-Software auf der anderen Seite. go-Community von Blackbit interactive ist ein Vertreter in dieser Gattung der Community Management-Systeme.
Grundlegend neu ist der Ansatz, den Blackbit interactive mit der Content Community Management-Software go-Community verfolgt, im Prinzip nicht, denn grundsätzlich handelt es sich bei dem modular aufgebauten System um ein Content Management-System, das mit einer sehr ausgeweiteten User Management-Funktionalität heterogene Benutzergruppen abbilden will. Der Grundgedanke, den der Anbieter abbildet, ist die Verbindung von klassischen Online-Redakteuren, die beispielsweise in Unternehmen angesiedelt sind, mit externen Autoren sowie mit weiteren Mitarbeitern aus den Unternehmen selbst, die ebenfalls Inhalte beisteuern sollen. Verschiedene Benutzer mit jeweils speziellem Know-how sollen ihr Wissen auf einer zentralen Plattform bündeln. So können Unternehmen bei der Erstellung von Inhalten für das Web nicht nur auf ihre interne Kompetenz zurückgreifen, sondern auch externe Experten oder Kunden einbinden. Es geht also darum, dass sehr unterschiedliche Benutzergruppen die Inhalte einer Website generieren und somit eine gradierte Zugangsregelung erfolgen muss. Aus diesem Grund liegt einer der Schwerpunkte von go-Community beim Benutzermanagement.

Abb. 1: Das Portal von Dr. Tigges
Ein Beispiel für die Content-Erstellung durch verschiedene Benutzergruppen ist die Website des Reiseanbieters Dr. Tigges. Auf dem Reiseportal finden sich Informationen zu den Reisen, die das Unternehmen im Programm hat. Reiseleiter können sich in einer eigenen Sektion vorstellen und potenziellen Kunden damit zeigen, wer sie auf ihrem nächsten Trip begleiten wird. In der so genannten Lounge wiederum haben Kunden die Möglichkeit, eigene Reiseberichte mit Fotos zu publizieren. Es werden also vielfältige Inhalte von sehr verschiedenen Benutzergruppen auf einer einheitlichen Plattform erstellt.
go-Community nutzt den Prime Base Application Server sowie den Prime Base Datenbankserver. Damit sind Nutzer - und dies gilt es im Vorfeld grundsätzlich zu überdenken - an eine proprietäre Technologie gebunden, wenn sie sich für diese Lösung entscheiden. Blackbit selbst begründet diese Wahl mit der hohen Performance, die ein gut abgestimmtes System, bei dem Kunden eine komplette Lösung geboten wird, erreichen könne. Außerdem sollen die von Blackbit entwickelten Smart Tags eine leichte Handhabung und Anpassung des Systems ermöglichen. Die Software ist auf Linux-, Unix- und Windows-Systemen sowie auf den verschiedenen Plattformen von Apple einsetzbar. Sie unterstützt außerdem alle Webserver, die den Einsatz von CGI ermöglichen. Explizit genannt werden Apache, der Internet Information Server von Microsoft sowie iPlanet. Die Prime Base-Technologie unterstützt außerdem Schnittstellen und Standards wie SQL, ANSI SQL Level 2, ODBC, JDBC und EOF Adapter für Windows NT.
Wir zeigen Ihnen im folgenden, wie der Core von go-Community aufgebaut ist und welche Funktionalitäten die Module Publisher, Address, Market und E-Card bieten. Der Test erfolgte dabei auf einem von Blackbit bereits eingerichteten Testzugang.
Userverwaltung
Die Userverwaltung geht leicht von der Hand und beschränkt sich im wesentlichen auf die Einteilung in verschiedene Gruppen. Ein User füllt entweder ein Registrierungsformular auf dem Frontend aus und wird automatisch in die Benutzerverwaltung eingetragen oder er wird vom Administrator manuell erfasst. Der Administrator legt hierzu verschiedene Gruppenkategorien wie beispielsweise
Gast,
Kunde,
Mitarbeiter etc. fest, denen jeweils unterschiedliche Schreibrechte zugewiesen werden. So darf ein User, der in die Kategorie
Gast eingeteilt wurde, Artikel bzw. Texte schreiben, diese jedoch nicht selbsttätig frei schalten. Ganz anders verhält es sich mit der Gruppe des Super-Redakteurs: dieser beinahe omnipotenten Gruppe angehörend hat man unbegrenzten Einfluss im Bereich Content, d.h. es dürfen nicht nur eigene Texte, sondern auch die der anderen User editiert, frei geschaltet, offline genommen und auch gelöscht werden. Somit steht der Super-Redakteur eine Stufe unter dem Administrator, der sowohl im Bereich Content als auch im technischen Bereich der go-Community Hand anlegen darf, neue Module, Templates und Kategorien erstellt sowie die User den Gruppen zuordnet.

Abb. 2: Die Benutzer-Verwaltung
Der Vorteil einer Einteilung in User-Gruppen wird schnell ersichtlich: im Gegensatz zu der herkömmlichen Rechte-Verwaltung anderer CM-Systeme, bei der die Rechte-Vergabe für jeden einzelnen User erfolgt, können so größere Usergruppen und darin Privileges (Rechte) mehrerer go-Community-Module zusammengefasst werden wie beispielsweise für die Mitglieder der Gruppe
Redaktion. Wird ein neuer User dieser Gruppe zugewiesen, erhält er automatisch alle Rechte, die für die Gruppe eingerichtet worden sind.
Komponenten und Smart Tags
Die Komponenten, bestehend aus HTML-Tags und go-Community Smart Tags, sind Bausteine eines Templates - einzelne Komponenten werden in verschiedenen Templates verwendet. So kann z.B. die Komponente
Headlines in mehreren Templates zum Einsatz kommen, bei einer Styleänderung aber muss nur die Komponente selbst bearbeitet werden; diese Veränderung überträgt sich dann auf alle Templates. go-Community-Smart Tags sind vom System vorgegebene Tags, die z.B. Datum (
), Redaktionskürzel (
) oder besagte Headline (
) ausgeben.
Um Daten einzugeben, benutzt man so genannte
goFields, die ebenfalls vom System vorgegeben sind.
erzeugt ein einzeiliges Textfeld. Mit dem Attribut
name = ... erstellt man die Beschriftung des Eingabefeldes in der Eingabemaske, das Attribut
size kennzeichnet dessen Größe. Mit dem Attribut
maxlenght wird die Textmenge in Zeichen begrenzt, die der Autor eingeben darf:
<goField type="string" name="Subline" size="40" maxlenght="200">
Mediendatenbank inklusive
go-Community kommt mit einer integrierten Mediendatenbank daher, in der sich Bilder, Videos und Dateien, die zum Download freigegeben werden, archivieren lassen. Um häufig benutzte Bilder wie beispielsweise Seitenelemente (Hintergrundgrafiken, Buttons) schnell wiederzufinden, lassen sich sämtliche in der Mediendatenbank befindliche Objekte mit einem individuellen Dateinamen ausstatten; zusätzlich kann eine Beschreibung hinzugefügt werden und verwandte Mediendatenbank-Objekte (für ein Möbelhaus wären dies z.B. Bilder von unterschiedlichen Tischen, Stühlen etc.) können in Kategorien eingeteilt werden.

Abb. 3: Die Mediendatenbank
Übersicht total
Als besonders nützlich erweisen sich die in go-Community integrierten Funktionen des automatischen Newsletter-Versands und des Reportings (User-Zugriffe auf verschiedene Inhalte etc.). Die automatische Newsletter-Funktion ermöglicht es, an registrierte User eine vordefinierte Anzahl an News zu einem bestimmten Zeitpunkt zu versenden. Je nach Interessenschwerpunkt abonniert der User unterschiedliche Kategorien, bekommt so auf einfache Art und Weise einen Überblick über alle veröffentlichten Artikel, Newsmeldungen und Beiträge, die seit seinem letzten Login online geschaltet wurden, und bleibt somit auf dem neuesten Stand. Über die Reporting-Funktion kann das Surfverhalten der User analysiert werden. Man unterscheidet dabei zwischen den folgenden Bereichen:
- Traffic: Unter Traffic werden Zugriffe auf bestimmten Content innerhalb eines vordefinierten Zeitrahmens dargestellt.
- Errors: Fehler wie z.B. nicht angezeigte Bilder können in einer Statistik erfasst werden; auch wird deren Häufigkeit protokolliert.
- Agents: Gibt an, von welchem Betriebssystem aus und mit welchem Browser auf betreffende Seiteninhalte zugegriffen wird.
- Reference: Unter Reference kann der Betreiber einer Community einsehen, von welcher Internetadresse die Besucher auf dessen Internetauftritt gelangen.
- Stories: Gibt an, welche Beiträge am häufigsten abgerufen werden.
- Nodes: Macht deutlich, wie oft ein bestimmter Punkt in der Navigation angeklickt wird.
- Downloads: Gibt an, wie oft eine bestimmte Datei heruntergeladen wird.
- Visitors: Zeigt an, wer die Community besucht und welche Inhalte von der betreffenden Person abgerufen werden.
Die Berücksichtigung aller genannten Bereiche ermöglicht eine exakte Analyse des Surfverhaltens sämtlicher User.
Fazit
Mit go-Community liefert Blackbit interactive ein mächtiges, mit vielen Funktionen ausgestattetes Content Community Management-System. Besonders durch nützliche Funktionen wie das Newsletter-Feature weiß go-Community zu begeistern und glänzt deshalb in den Bereichen Übersichtlichkeit/Benutzerfreundlichkeit. Wünschenswert wäre jedoch ein weiterer Ausbau der Funktionen - eine Erweiterung um eine Poll-Funktion wäre zu begrüßen. Als Start in den Community-Alltag scheint go-Community besonders für Einsteiger bzw. mittelständische Unternehmen geeignet. Wie und ob sich das CCM durch eigenprogrammierte Module erweitern lässt, konnten wir während unserer kurzen Testphase leider nicht in Erfahrung bringen.
Ein Basissystem der go-Community-Software ist bereits für rund 10.000 Euro erhältlich. Je nach den gewünschten Lizenzen erreicht man bei den Kosten aber auch problemlos einen sechsstelligen Investitionsbetrag. Vorteil des modularen Aufbaus der Software ist hier, dass Kunden zwischen ihren Anforderungen an das System und der möglichen Investitionssumme einen ausbalancierten Mittelweg einschlagen können.
Links