Dokumentation ist oft der Schwachpunkt bei Open Source-Software. Für Ruby gibt es zwar mittlerweile einige sehr gute Bücher und auch Tutorials im Internet, aber gerade die Neuerungen der Version 1.8 haben es noch in kein Buch geschafft. Evtl. sind die Verlage hier noch etwas zu zurückhaltend. In Japan gibt es über 30 Bücher, da Ruby dort einen sehr hohen Stellenwert hat. Aber auch in der englischsprachigen Welt tut sich etwas. Unter [1] gibt es jetzt eine etwas ungewöhnliche, aber sehr unterhaltsame Einführung in Ruby. Unbedingt lesenswert. Eine generelle Übersicht über Ruby-Dokumentation gibt es unter [2]. Einige weitere Neuigkeiten aus der Ruby-Welt können Sie nachfolgend lesen.
xmlformat
Paul DuBois, hauptsächlich bekannt durch seine hervoragenden MySQL-Bücher, stellt mit xlmformat [3] ein Modul zur Formatierung von XML-Dokumenten zur Verfügung. Das kann man oft gebrauchen, wenn man XML-Dokumente lesbarer gestalten möchte. Neben einer Ruby-Version enthält das Paket auch eine Perl-Version. Auf der Website des Autors findet sich übrigens auch eine hervorragende Dokumentation zum Thema Ruby und MySQL. [4]
webunit
Unit Tests haben sich mittlerweile im großen Umfang durchgesetzt. Vor allem Bibliotheken lassen sich damit hervorragend testen und so Bugs schnell beseitigen. Aber auch das Testen von Websites kann man zumindest teilweise mit Unit Tests automatisieren. Hier kommt
webunit zu Hilfe, eine Ruby-API, die genau für diesen Zweck entwickelt wurde. Für Webentwickler bestimmt eine interessante Sache. [5]
webrick-fcgi
Seit Version 1.8.0 von Ruby ist das Webrick Toolkit zum Schreiben von Webanwendungen Bestandteil der Ruby Standard-Bibliothek. Es bietet u.a. Servlets, SSL-Unterstützung und einiges mehr. Unter [7] gibt es jetzt eine API, die auch das FastCGI-Protokoll für Webrick zur Verfügung stellt.
drbfire
Dieses Modul implementiert das DRb Firewall Protocol, das die Kommunikation über Firewalls hinweg mit DRb erlaubt. DRb ist ein verteiltes Objekt-System für Ruby, ähnlich Javas RMI. Es lassen sich damit Methoden von entfernten (Remote) Objekten aufrufen. Das ganze ist nicht so komplex wie z.B. Corba, aber für viele Probleme ausreichend. [8]
ruby-ifconfig
System- und Netzwerkadministratoren kennen das
ifconfig-Kommando zum Konfigurieren von Netzwerkkarten unter Unix und Linux. Mit
ruby-ifconfig gibt es nun eine Bibliothek, mit der man von Ruby aus auf die Funktionalität von
ifconfig zugreifen kann. Damit lassen sich mit Hilfe von Ruby-Skripten Aufgaben der Netzwerk- und Systemadministration automatisieren. [9]
RubyRoot
RubyRoot hat nichts mit dem Linux-Root-Benutzer zu tun, sondern ist eine Ruby-Schnittstelle zu dem
C++ ROOT-Paket, einem leistungsfähigen Framework für objektorientierte Daten-Analyse. Das ganze ist eine sehr mächtige Software und
RubyRoot stellt den größten Teil der Funktionalität nun auch für Ruby-Programmierer zur Verfügung. [10]
Ruby/Libburn
Wer von seinen Daten regelmäßig Backups macht und diese auf CDs brennen möchte, kann das jetzt mit Ruby/Libburn automatisieren. Es ist eine Ruby-Schnittstelle zur
libburn-Bibliothek zum Lesen und Beschreiben von optischen Speichern wie CDs. [11]
runt
Hierbei handelt es sich um eine Ruby-Implementierung von Design Patterns zur Entwicklung von zeitbasierten Anwendungen, also um Muster für zeitliche Abläufe und wiederkehrende Ereignisse. Wer so etwas für seine Anwendungen benötigt, sollte sich
runt einmal näher anschauen. [12]
Markus Jais ist Software-Entwickler. In seiner Freizeit trifft er sich mit Freunden, geht Wandern und beschäftigt sich mit Ruby, Perl, Python, Java, PHP, XML, MySQL, PostgreSQL und lernt Spanisch und Französisch. Im Internet ist er unter www.mjais.de/ zu finden.
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