Mittwoch, 8. Oktober 2008

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April 2006
aus Linux Enterprise Ausgabe: 06.2004
Eine Frage der Interpretation
Neues aus der Ruby-Welt
von Markus Jais

Für die Neuimplementierung von Perl 6 wird dafür der Interpreter Parrot [1] entwickelt. Dabei handelt es sich im Prinzip um eine virtuelle Maschine die dann den Perl-Code ausführen kann. Das interessante an Parrot ist, dass er nicht auf Perl beschränkt ist. Es ist also durchaus möglich, auch Ruby oder Python auf Parrot laufen zu lassen. Damit wäre Parrot so etwas ähnliches wie die Laufzeit-Umgebung von .NET, auf der ja auch mehrere Sprachen laufen können. Das ganze Konzept beinhaltet viel Potenzial und man muss sehen, wohin die Entwicklung in Zukunft gehen wird. Ein Versuch, Ruby auf Parrot laufen zu lassen, ist Cardinal [2]. Das ganze ist noch ein sehr junges Projekt, aber wird hoffentlich viel Erfolg haben.


Ruby Refactoring Browser
Refactoring ist vor allem bei größeren Software-Projekten unerlässlich, um den Code effizient, flexibel und lesbar zu halten. Moderne IDEs wie z.B. Eclipse für Java bieten dazu heute vielfältige Möglichkeiten. Wer für die Ruby-Entwicklung Emacs oder Xemacs benutzt, findet jetzt unter [3] einen Refactoring-Browser für Ruby.

Jruby
Lange Zeit war es still um dieses Projekt. Es implementiert die Sprache Ruby in Java. Für Python ist das mit Jython [4] mittlerweile äußerst beliebt. Und die neue Sprache Groovy [5] hat viele Ähnlichkeiten mit Ruby und läuft auch auf Java. Mit Jruby kann man von Ruby aus auf die Java-Klassen zugreifen und praktisch Java-Anwendungen in Ruby programmieren. Es lässt sich auch als Skriptsprache in Java-Anwendungen einbinden. So kann man das beste aus beiden Welten benutzen. Die neue Version enthält eine Vielzahl von Verbesserungen. Wer viel mit Java zu tun hat, aber auch Ruby mag, dem wird Jruby evtl. einiges bieten können. Mehr zu dem interessanten Projekt unter [6].

Cgenerator
Da Ruby in C geschrieben ist, lässt es sich sehr gut mit C verbinden. Und das viel angenehmer als das z.B. bei Perl und C möglich ist. Man kann dadurch die Performance von Ruby-Anwendungen steigern oder bestehende C-Bibliotheken für Ruby verfügbar machen. Eine Software, die das Schreiben von C-Erweiterungen erleichert, ist Cgenerator. Es soll sich auch um das Memory-Management kümmern können. Dadurch lassen sich Memory Leaks vermeiden. Die aktuelle Version ist unter [7] zu finden. Eine Alternative dazu wären u.a. RubyInline [8] und Swig [9].

RubyGems
Hierbei handelt es sich um ein sehr interessantes Projekt. Perl-Programmierer haben mit dem CPAN-Modul die Möglichkeit, Perl-Module automatisch zu installieren. Das ist einfach und praktisch. Mit RubyGems liegt ein Pakatmanager für Ruby-Bibliotheken vor, der die Versionierung, Suche, Download und die Installation dieser Bibliotheken ermöglicht. Es bleibt zu hoffen, dass das in Zukunft für alle Ruby-Bibliotheken möglich sein wird. Das würde die Arbeit gerade auch für Ruby-Anfänger deutlich erleichtern. [10]

Borges
Borges hat mittlerweile Version 1.0.0 erreicht und erfreut sich immer größerer Beliebtheit bei Ruby-Programmierern. Es ist eine Portierung von Smalltalks Seaside-Framework für die Programmierung von Web-Anwendungen. Es bietet viele interessante Möglichkeiten und wird hoffentlich noch viele Fans finden. Leider hapert es momentan noch an der Dokumentation, aber das wird sich hoffentlich bald ändern. [11]

sql-serialize
sql-serialize erlaubt die Serialisierung von Ruby-Objekten in einer SQL-Datenbank. Die Verwendung ist sehr einfach, es genügt, dass die Klasse, welche es verwenden möchte, sql-serialize als Mixin verwendet. Wer viele Objekte in Datenbanken speichern will, der kann sich damit die Arbeit evtl. deutlich erleichtern. [12]
Markus Jais ist Software-Entwickler. In seiner Freizeit trifft er sich mit Freunden, geht Wandern und beschäftigt sich mit Ruby, Perl, Python, Java, PHP, XML, MySQL, PostgreSQL und lernt Spanisch und Französisch. Im Internet ist er unter www.mjais.de/ zu finden.

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