Donnerstag, 4. Dezember 2008

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April 2006
aus PHP Magazin Ausgabe: 6.2004
Kistenweise Wissen
Wissensmanagement für kleine und mittlere Teams
Martin Rabl

Der Begriff Wissensmanagement ist in unserer mittlerweile immer mehr als wissensbasierter Gesellschaft bezeichnete Arbeits- und Lebensumgebung ein beliebtes Schlagwort geworden, um das zu charakterisieren, was oft fehlt: eine Art und Weise, zielgerichtet und effizient Wissen zu verwalten, zu gestalten, und vor allem - zu nutzen.


Mit Wissen wird hier etwas nicht Fühlbares im taktilen Sinne bezeichnet, wohl aber etwas manchmal Erfahrbares. Wer ist nicht schon einmal nervös bei der Suche nach Informationen zu dieser einen interessanten Technologie gewesen, über die der Chef gerade jetzt einen kurzen Bericht haben will? Irgendein Kollegen hat da mal davon erzählt, und er hat das auch in einem kleinen Projekt eingesetzt ... wer war das gleich noch mal, und was hat er noch mal schnell gesagt? Spätestens jetzt würde ein gut gepflegtes Wissensmanagementsystem einige Schweißausbrüche ersparen.

Wissensmanagement steuert qua definitionem den Umgang mit der kostbaren Ressource Wissen und fördert den gezielten Einsatz in Unternehmen und Organisationen. Es ist also kein Selbstzweck, sondern wird eingesetzt, um die gemeinsamen Ziele ohne Umwege und kostspielige Recherchen nach bereits erworbenem Wissen zu erreichen. Das Wissen selbst kann dabei in vielen Erscheinungsformen vorliegen: zum einen in digitaler Form als Dokumente, Grafiken, oder Videos, was heutzutage eigentlich schon fast der Normalzustand darstellen dürfte. Zum anderen steckt es - das Wissen - in den Köpfen der Mitarbeiter. Die lassen sich (noch) nicht so leicht digitalisieren, weshalb man ihnen einen Anreiz schaffen muss, ihr Wissen in die digitale und damit gut speicher- und durchsuchbare Form zu übertragen. Letzteres dürfte die schwerste Aufgabe bei der Einführung eines Wissensmanagementsystems (WMS) darstellen - die Motivation der Mitarbeiter, ihr Wissen und ihr Metawissen (zum Beispiel Wo ist was?, Wer weiß was? etc.) anderen zur Verfügung zu stellen.

Wer weiß wieso und vor allem: was?
Kanalisiert und gesteuert werden soll durch ein WMS die Erhebung und Nutzung von Wissen durch die Mitarbeiter eines Unternehmens oder einer Organisation.

Einsatzbereiche für ein solches System gibt es viele - die Einschränkung stellt hier nur die eigene Phantasie dar.
Kleinere Wissensmanagementsysteme werden sehr gerne zur Projektverfolgung und -unterstützung bei kleineren und mittleren Projekten eingesetzt. Darüber hinaus kann das generierte Wissen aus dem Projekt Kollegen in anderen Gruppen oder Teams helfen und unterstützen - manche Fehler macht man dann nur einmal, und gute Ideen verbreiten sich schnell und werden immer wieder genutzt. Das Rad muss nicht wirklich jedes Mal aufs Neue erfunden werden ... Andere Systeme sollen die Erzeugung von FAQs unterstützen und werden explizit für die Sammlung von Lösungen genutzt. Natürlich darf man nicht vergessen, dass auch Dokumentenmanagementsysteme (DMS) in eine Kategorie mit WMS gehören.

Das Wissen der Welt im Browser?
Systeme, die ein Wissensmanagement in Unternehmen unterstützen, gibt der Markt mittlerweile viele verschiedene her. Manches System bringt dabei auch einen eigenen Client mit, der mehr oder minder gut mit dem darunter liegenden Betriebssystem harmoniert, was die Nutzung dann allerdings auf ein besonderes Betriebssystem beschränkt - es sei denn, der Client ist mit Java erstellt, mit allen Vor- und Nachteilen.

Unter anderem auch deshalb ist mittlerweile den meisten Anwendungen gemeinsam, dass der doch überall auf den verschiedensten Betriebssystemen verfügbare Webbrowser als kleinster gemeinsamer Nenner und damit als Schnittstelle zum Wissen hin genutzt werden kann. Serverbasiert sind übrigens die meisten Wissensmanagementsysteme, die für Teamarbeit sowieso.

Eines dieser Wissensmanagement-Tools wird in diesem Artikel vorgestellt. Bei der Entwicklung gab es neben der technischen Struktur drei Vorgaben: Die Software sollte leichtgewichtig sein und möglichst wenig Ressourcen verbrauchen, im Browser laufen und es sollte so einfach zu bedienen sein, das die Nutzer es mögen (und dadurch mehr Wissen zur Verfügung stellen).


Abb. 1: Die KnowledgeBase nach dem Einloggen. Links sieht man den Wissensbaum.

Es war einmal
Die ersten Ansätze für ein browserbasiertes Wissensmanagement-Tool wurden bereits Ende 1999 geschaffen, damals noch als Teil eines Minimal-CMS. Die Verwaltung der Daten war hier noch als sehr rudimentär anzusehen; man konnte Dateien auf den Server in eine Struktur hoch laden, man konnte sie vom Server holen - nichts besonderes, läuft zwar auch heute noch, ist aber in der Summe unbefriedigend, weil zu eingeschränkt nach allen Seiten. Im Zuge einer Diplomarbeit im Jahr 2000 wurden die Ideen neu gefasst und vom Konzept her als Wissensmanagementsystem angelegt. Nun sollten nicht nur digitale Dokumente (Acrobat, Word etc. - wie wir sie alle kennen) verwalten werden können, sondern auch schlichte Geistesblitze (als Ideen) bekannt oder nur einfach Tipps und Tricks - oder was einem sonst noch so im täglichen Arbeitsleben unter die Finger kommt, Hauptsache digital und damit speicherbar. Dazu wurde zunächst versucht, die Attribute von Wissen - eben Dateien, Ideen, Tipps uvm. - zu generalisieren und in einer Datenbank abzubilden. Auf die Art und Weise waren die Benutzer frei, Wissen zu speichern wie man wollte, andererseits konnte die technische Realisierung einfacher angegangen werden. Einziges Problem war die damals verwendete Basis Java und JSP - trotz der Leistungsfähigkeit von Java und der Java Server Pages hat sich der Autor oftmals und ganz dringend PHP gewünscht ... manches geht in PHP einfach schneller und trotzdem elegant. Den Benutzern war's egal, das System lief zufrieden stellend, wenn auch etwas lahm.

Etwa Ende 2001 stellte sich ausgelöst durch einen Kunden aus dem Automotive- und Engineering-Bereich erneut die Frage nach einem browserbasierten Wissensmanagementsystem. Das alte Java-Tool wollte niemand mehr anfassen, trotz guter Ideen, und bei den make-or-buy-Gedanken für das Projekt stand für den Kunden das buy angesichts der Kosten und Folgekosten eher auf verlorenem Posten. So kam das Java-Konzept noch einmal zu Ehren - aber nur als Konzept und Ideenausgangspunkt. Entstanden ist dann mit einigen Iterationen ein weitgehend objektorientiertes Framework für alle Basisdienste eine Webanwendung, das auch gleich für das Intranet des selben Kunden genutzt werden konnte. Die Hauptapplikation auf diesem Framework war die FAST KnowledgeBase (Kosename KBase). Das gesamte Framework und die KBase wurden dieses Mal komplett in PHP implementiert, unter tatkräftiger Hilfe von diversen Open-Source-Tools wie beispielsweise Antiword, MySQL und der Template-Engine patTemplate.

Zusammengefügt ergeben sich in dem Projekt im Moment insgesamt 53.000 Zeilen PHP- und JavaScript-Code inklusive Code-Dokumentation im PHPdoc-Format - an sich nicht so viel, und das zeigt wiederum, wie leistungsfähig PHP ist.

Basistechnologie
  • PHP ab 4.2.1
  • Webserver: Apache mind. 1.3 (Unix oder Win32) oder IIS ab 5.0
  • Datenbank: MySQL ab 3.2.51
  • Browser: bedingt Netscape 4, Netscape6/Mozilla/Derivate und neuer, Microsoft Internet Explorer ab 5.0, bedingt Safari ab 1.2.2
  • Serverbetriebssystem: Unix, Windows 2000/XP
  • Beim Betrieb unter Windows müssen noch die GNU-Win32-UnixTools auf der Shell im Pfad erreichbar installiert werden. Mit den von Microsoft freigegebenen Unix-Layer wurde noch nicht getestet, es ist aber zu erwarten, das die KnowledgeBase auch unter dieser Umgebung läuft.
  • Als Out-Of-The-Box-WAMP für Windows-Systeme hat sich übrigens XAMPP ab Version 1.0 sehr bewährt.

Die Kraft der Wissensatome in der Kiste
Das Konzept hinter der KnowledgeBase erscheint vielleicht im ersten Moment ein wenig eigentümlich, da es möglichst an das wirkliche Leben angelehnt ist, entsprechend sind auch die einzelnen Begriffe gewählt.
Kern der Sache sind die so genannten Wissensatome, die ein Stück Wissen enthalten. Das kann eine Screenshot-Grafik vom letzten Serverabsturz genauso sein wie ein Vorstandsprotokoll oder ein Tipp, wie man den Server direkt von der Kaffeeküche aus wieder neu starten kann.
Diese Atome schwirren nun nicht im luftleeren Browserraum umher, sondern sind ihrerseits in eine Art Container eingefügt. Der Container wirkt dabei wie eine Kiste, in die man etwas mal eben so reinwirft - und das ist durchaus so gewollt (Erinnerungen an die eigene Kindheit sind nicht zufällig, somit durchaus absichtlich). Ein Container selbst muss nicht ein einziges Wissensatom enthalten, um einfach präsent zu sein (es gibt ja auch leere Kisten für später). Auf diese Art und Weise hat man auch gleich eine erste Ordnungsstruktur, und so nebenbei kann der Container über seine Metadaten auch schon Wissen transportieren.

Unsere Wissenskisten ihrerseits können (und sollten auch) mit den so bezeichneten Foldern in einen größeren Bezug gestellt werden. Optisch - das sieht man auch deutlich im Screenshot - stellen sie sich mit einem Ordner-Symbol dar und zeigen dadurch auch gleich, wofür sie zuständig sind: die Ordnung. Dabei sind Folder und Container technisch sehr eng miteinander verwandt - beide unterscheiden sich letztlich nur in einem Feldwert in der zugrunde liegenden Datenbanktabelle.

Durch diese Einteilung mit Folder und Container können die Einträge in einem hierarchischen Wissensbaum eingeordnet werden, der eine mehr intuitive Suche in der Menge des gespeicherten Wissens ermöglicht. In der Wahl des Ordnungssystems ist der Nutzer bzw. sind die Nutzer frei bis auf zwei vom System bereits vorbelegte Hauptordner. Übrigens bezeichnet der Begriff Wissensbaum in der Semantik der KnowledgeBase nichts anderes als die in einer hierarchischer Struktur dargestellte Gesamtheit des gespeicherten Wissens.

Übrigens wird bis einschließlich der jetzt aktuellen Version 2.1 der KnowledgeBase nicht jedes Wissen in der Datenbank gespeichert. Eine Datei, die ein Wissensatom darstellt, wird direkt auf der Serverfestplatte in einer dem im Browser dargestellten Wissensbaum entsprechenden Verzeichnishierarchie gespeichert. Die Metadaten der Datei bleiben aber in der Datenbank. Im Moment überlegen wir aber, ob wir Dateien nicht auch als BLOB direkt in der Datenbank speichern. Zumindest wollen wir hier eine Wahlmöglichkeit schaffen. Einer unserer Kunden war aber vor einiger Zeit eigentlich ganz froh, das wenigstens seine Dateien auf der Platte lagen, als der Datenbankserver aufgrund eines Hardwarefehlers ins Nirwana verschwand - nein, er hatte kein Backup.


Abb. 2: Ab in die Kiste - Wissen in einem Container

Wer suchet, der wird finden
Um an das gespeicherte Wissen heranzukommen, bietet die KnowledgeBase, wie eigentlich alle Systeme dieser Klasse, verschiedene Suchfunktionen an. Dabei wird zumindest bei uns die eher ins Intuitive anzusiedelnde Suche im Wissensbaum (hm - mal sehen, was ich hier finde ...) ebenfalls zu den Suchfunktionen gerechnet.

Eine andere Möglichkeit ist die Suche über alle Daten mit einem Stichwort - das wird bei diesem Tool als Einfache Suche bezeichnet, die noch ergänzt wird durch die Parametrisierungsmöglichkeiten der erweiterten Suchfunktion, die unter anderem auch eine Drop-Down-Liste von häufig vorkommenden Stichwörtern zur Verfügung stellt. Mit diesen Stichwörtern können übrigens die Wissensatome genauer eingeordnet werden - natürlich ist man dort auch frei, eigene Stichwörter zu vergeben, die dann auch gleich mit in den Stichwortindex aufgenommen werden.

Die Suchfunktion wertet übrigens auch Inhalte von in das System geladenen digitalen Dokumenten aus, wobei es sich hier verschiedenen Tools aus der Open-Source-Szene wie beispielsweise antiword für die Untersuchung von Word-Dateien, pdftotext für Acrobat-Dokumente oder xlhtml für Excelarbeitsblätter bedient. Das System ist diesbezüglich sehr offen - existiert ein externer Konverter für einen Dateitypen, kann er dem System einfach durch Eintrag in die Filter-Konfiguration aktiviert werden.


Abb. 3: Die erweiterte Suche mit Stichwortlisten

Nachrichten
Eine eher versteckte Funktion innerhalb der Software stellt das Newsletter-System dar. Hier geht es nicht um Nachrichten aus aller Welt, sondern um eine Benachrichtigung, wenn sich Wissen im System verändert hat. In diesem Fall wird eine E-Mail an alle interessierten Personen geschickt. In den Interessentenkreis aufgenommen werden kann man durch einen Mausklick auf ein Abonnements-Symbol, welches im jeweiligen Container angezeigt wird. Ebenso kann man sich auch wieder abmelden. Für den großen Überblick steht auch ein Menüpunkt zur Verfügung, der einem Nutzer alles von ihm zur Benachrichtigung vermerkte Wissen auflistet. Hier kann die Abo-Liste dann auch gepflegt werden. Je nach Grundkonfiguration des Systems werden bei Neuanlage, Änderungen oder Löschaktionen Mails an die Abonnenten verschickt. In diesen Newsletter-Mails steht dann im Normalfall, welches Wissen an welchem Ort mit welcher Aktion verändert wurde. Der Text der versendeten E-Mail ist übrigens vom Administrator mit einem einfachen Texteditor anpassbar.


Abb. 4: Liste der abonnierten Newsletter mit Pfad zum Wissen

Kreuzbergs Liebling
Grundsätzlich ist die KnowledgeBase mandantenfähig. Das heißt, verschiedene Nutzergruppen, (Mandanten), können innerhalb eines eigenen Wissensbaums arbeiten, und nur die Mitglieder einer Gruppe können auf dieses Wissen zugreifen. Das ist gerade dann von Vorteil, wenn verschiedene Teams an verschiedenen Projekten arbeiten und gespeichertes Projektwissen vor Einblick durch andere geschützt werden soll - eine virtuelle Spanische Mauer, wenn man so will. Natürlich werden dadurch die Möglichkeiten, Wissen zu verteilen, etwas eingeschränkt auf die Mitglieder des jeweiligen Mandanten (sei es ein hier abgebildetes Team, Abteilung, Geschäftsbereich etc). Aber an sich sollen ja viele Menschen das Wissen nutzen können - um dieses Problem etwas in den Griff zu bekommen, wurde ein besonderer Speicherbereich geschaffen, der schlicht mit Allgemein benannt ist. Hier können Mitarbeiter Mandanten-übergreifend Wissen speichern und nutzen (unsere Kunden und Kollegen nutzen den Bereich gerne für die Speicherung von Aktuellen Speiseplänen über Skript Tricks bis hin zu Zünftige Witze).

Um einem Mandanten auch ein eigenes Äußeres geben zu können, kann dieser ein so genanntes Templateset nutzen, das die ganze Benutzerschnittstelle an die Wünsch des jeweiligen Mandanten anpasst (Farben, Schriftarten, Grafiken etc.). Dabei ist jedem Mandanten genau ein Templateset zugewiesen, das aber im laufenden System per Mausklick ausgetauscht werden kann.

Vom Lesen und Schreiben
Natürlich ist es wichtig, Wissen in das System einzupflegen, sonst würde man dieses nicht brauchen. Im Best Case darf jeder Mitarbeiter nicht nur Artikel lesen (Leserecht), sondern auch die Sammlung ergänzen (Schreibrecht). Aber das muss von Fall zu Fall entschieden werden. Der KnowledgeBase ist das grundsätzlich egal: Man kann allen alle Rechte geben, oder nur wenigen, und alle anderen schauen zu. Das Benutzer sind dabei Gruppen zugeordnet (mindestens einer), die wiederum gewisse Rechte haben oder nicht. Diese Gruppen werden auch als Rollen bezeichnet, und genau dafür werden sie in der Praxis genutzt: um Nutzern Rollen innerhalb der KnowledgeBase zuzuordnen. Die Rollen können dabei beliebige Namen und ein beliebiges Rechteprofil haben. Innerhalb eines maximal freien Mandanten sind alle KBase-Nutzer Mitglieder einer einzigen Gruppe, die alle Rechte hat. In einem etwas mehr geregelten Mandanten dagegen kann es Rollen mit Namen Administrator, Redakteur, Chefredakteur oder Praktikant geben, die je nach Ausprägung der Rolle mehr oder weniger Rechte zugeordnet bekommen - und damit die Nutzer, die die jeweilige Rolle ausfüllen. Die Benennung von Rollen kann sich dabei von Mandant zu Mandant trotz ähnlichem Rechteprofil unterscheiden - sie haben ja auch nichts miteinander zu tun, da sie verschiedenen Bereichen angehören.

Ich will an dieser Stelle niemanden weiter verwirren, es sei nur soviel gesagt: das Rechtesystem wirkt sich auf Mandanten, Benutzer und Wissen aus und ist sehr flexibel konfigurier- und einsetzbar. Im Moment wird geplant, das System um Workflowfähigkeiten zu erweitern, um damit auch rechtebedingte Freigabemechanismen zu realisieren.


Abb. 5: Die Hotlist zeigt nach dem Einloggen auf einen Blick die neuesten Einträge

Du darfst rein, und Du nicht!
Welche Benutzer sich einloggen dürfen, wird im Benuterzmanagementsystem entschieden. Hier sind in verschieden Tabellen der Datenbank der KBase die Profile gespeichert, die einem Nutzer seine Rechte eröffnen und auch Authentifikationsdaten wie Login und (natürlich verschlüsselt) Passwort enthalten. Prinzipiell ist es möglich, ein Single-Sign-On im betrieblichen Umfeld zu implementieren. Dabei meldet sich der Benutzer mit seinem gewohnten Login und Passwort an der KnowledgeBase an. Diese nutzt zum Abgleich beispielsweise LDAP-Server im LAN zur Authentifikation (Stimmt das Passwort?), um anschließend aus den eigenen Datenbanken das aktuell gültige Rechteprofil des Benutzers herauszusuchen. Unterstützt werden können technisch beliebige Authentifikations-Protokolle - auch Closed Source. Die Protokoll-Komponente des Benutzermanagementsystems nutzt ein Treiberkonzept, wobei ein Treiber relativ einfach programmiert und anschließend konfiguriert werden kann. Der Treiber erzeugt übrigens einen Layer zwischen dem Protokoll und der intern genutzten Benutzerdatenstruktur der KnowledgeBase.

Aktuell werden beim Kunden hauptsächlich LDAP-Server genutzt, die Implementierung eines ActiveDirectory-Treibers ist geplant, der für SAMBA (und Derivaten von Microsoft) ist in Arbeit.

Erfahrungen der Kunden
Die ersten Einsatzerfahrungen der Kunden, bei denen die KnowledgeBase im Einsatz ist, gleichen sich auffallend: Die Mitarbeiter freunden sich recht schnell und ohne große Schulung mit dem System an - Bäume, in denen etwas abgelegt werden kann, sind vertraut - und oft dauert es auch nicht lange, bis beispielsweise manche Bereiche im Wissensbaum schon fast persönlich werden und eine Metakultur aufgeprägt bekommen: Da finden sich plötzlich auch zum Beispiel Witze in der Wissensdatenbank.
Einige Kunden nutzen das System, um Versuchsprotokolle und -videos abzulegen, andere speichern ihre Projektdokumentation sortiert ab, wieder andere laden viele Grafiken, Verfahrensbeschreibungen oder Excel-Arbeitsblätter mit Kalkulationen in die Datenbank. Auch Dateien mit 70 MByte Größe wurden problemlos geladen, in diesem speziellen Fall allerdings erst nach einer kleinen Anpassung in der Konfigurationsdatei von PHP.

Vorteil ist nach Aussage der Kunden, dass es eben nicht so viele Knöpfe gibt, an denen man drehen kann oder muss, wenn die KnowledgeBase genutzt wird. Interessant die Erfahrung bei einer Präsentation bei einem weiteren Kunden aus der Automobilbranche: Hier wurde das Produkt HyperWave mit der FAST KnowledgeBase verglichen - und die anwesenden Ingenieure, die dringend ein Wissensmanagementsystem suchten, würdigten dem großen System aus Graz zwar interessierte, aber eher ob der Funktionsfülle sorgenvolle Blicke. Bei dem doch vergleichsweise kleinen System KnowledgeBase wollte jeder mal probieren ... Dieser Kunde betreibt das System heute übrigens mit etwa 70 Usern und plant einen Ausbau auf 250 bis 300 User - die Grenze der konkurrierend (gleichzeitig) auf das System zugreifenden User setzt hier natürlich der Serverrechner.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten der KBase
Ist das Wissen erst einmal im Repository - der Datenbank - abgelegt, hat man viele Möglichkeiten, darauf zuzugreifen. Im Grunde genommen ist auch die KBase selbst nur eine Anwendung auf die Wissensdaten, was heißt: Andere Anwendungen könnten - die entsprechenden Berechtigungen auf das Wissen vorausgesetzt - auf die in der KBase-Datenbank gesammelte Wissensbasis zugreifen. Sinnvoller erscheint mir aber ein anderer Weg: die Ergänzung um weitere Funktionen mit Modulen. Wir haben zum Beispiel an einen FAQ-Generator gedacht, der beliebige Teilbäume in FAQ-Dokmente verwandelt. Auch eine Idee ist die Integration eines Lösungsmanagement-Moduls.
Gerade auch wegen der großteils objektorientierten und modularisierten Architektur lassen sich viele verschiedene Ideen realisieren und in das Wissensmanagementsystem KnowledgeBase einbinden. Dank Open Source mit PHP wird dabei die Umsetzung erleichtert.

Begriffe in der KBase
Um das Konzept der KnowledgeBase verständlicher zu gestalten, haben wir bei der Entwicklung auf Begriffe zurückgegriffen, die ein wenig an die persönliche Erfahrungswelt anknüpfen.
Dabei bezeichnet zum Beispiel der Begriff Wissensatom die kleinste Einheit des Wissens in der KBase mit verschiedenen Eigenschaften wie z. B. Autor und natürlich dem Inhalt. Der Container in dieser Begriffswelt stellt einen Behälter für Wissensatome dar, wobei jeder Containter Wissensatome enthalten kann, aber nicht muss. Ein Ordner erleichtert bzw. ermöglicht erst die Anordnung der Container z. B. nach Themen. Ordner können nicht nur Container, sondern auch Ordner enthalten und bilden auf diese Art und Weise den Wissensbaum. Der Wissensbaum stellt in letzter Konsequenz die Gesamtheit des in der KBase gespeicherten Wissens dar, wobei jeder Mandant einen eigenen, von den anderen Mandanten getrennten Wissensbaum sein Eigen nennt. Der ist im Grunde aber auch nur ein Teilzweig des gesamten in und mit der KnowledgeBase gespeicherten Wissens.

__destruct()
Wissensmanagement bewahrt einen Schatz, der nicht gehoben, sondern bloß gezeigt werden muss. Zuviel Wissen in einem Unternehmen oder einer Organisation versickert ins informationelle Nirwana, beispielsweise wenn die Wissensträger das Unternehmen verlassen.
Wenn niemand da ist, der es bewahren und weiterer Nutzung zuführen kann, wird es unter Umständen ziemlich teuer für ein Unternehmen.

Unterstützt durch ein gut zu handhabendes Tool, stellt sich die Mammutaufgabe gleich viel einfacher da, auch weil dann die Aufgabe als viele kleine Aufgäbelchen auf viele Schultern verteilt werden kann.
Die Frage nach dem Return-Of-Invest bei der Einführung eines Wissensmanagementsystems kann man nicht stellen, genau betrachtet ergibt sie sich auch nicht: die Investition in Wissensmanagement hilft, die anderen Investitionen eines Unternehmens zu bewahren. Aber natürlich soll man bei der Suche nach einem WMS Gedanken darüber machen, ob und wie die Mitarbeiter der Firma das System nutzen werden. WM-Systeme, welche die Mitarbeiter mit purer Funktionsfülle erschlagen, und dabei ihre Fähigkeiten auch noch in tiefen Menüstrukturen verstecken, können bei ihrer Einführung bereits schon tot sein, weil nicht sie nicht oder nicht gerne genutzt werden. So etwas kann gerade auch dann geschehen, wenn ein WMS über die Köpfe der Mitarbeiter hinweg eingeführt wird - mit Schulung allein ist es da oft nicht getan.
Das Unternehmen FAST (www.fast.de) wurde 1993 als eingetragener Verein auf Anregung des wissenschaftlich-technischen Beirats der Bayerischen Staatsregierung gegründet. Ein kontinuierliches Wachstum führte Anfang 2000 zur Umwandlung in eine GmbH, mit der Bayerischen Landesbank und Softlab - dem Systemhaus der BMW Group - als Gesellschaftern.
Heute ist FAST ein modernes Serviceunternehmen auf dem Gebiet der Informationstechnologie.
Als kompetenter Dienstleister für IT-Projekte werden Unternehmen und Institutionen jeder Größenordnung im Hinblick auf den individuellen, gewinn bringenden Einsatz neuester Informations- und Kommunikationstechnologien unterstützt.
Martin Rabl (martin.rabl@fast.de) ist seit Ende 2000 bei FAST als Softwarearchitekt und Projektleiter beschäftigt. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Wissensmanagement und Intranet-Lösungen auf Basis von PHP und JSP.


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