Donnerstag, 4. Dezember 2008

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CREATE OR DIE!!
 
April 2006
aus MX Magazin Ausgabe: 10.2005
Fireworks 8: Herbstfeuerwerk
von Frank Kudermann

Feuerwerke sind spektakulär und erregen große Aufmerksamkeit. Wird auch das neue Macromedia Fireworks seiner Metapher gerecht? Das MX Magazin hat schon mal eine Probezündung vorgenommen.


Installation und erster Eindruck
Die ersten Schritte und Eindrücke verlaufen weitgehend ähnlich wie bei der Begutachtung von Dreamweaver 8 ab: Auch hier vermisst man die MX-Bezeichnung. Installer und Produktaktivierung verhalten sich ebenfalls konform, was aber bei der Zugehörigkeit zur gleichen Produktgruppe - auch als Studio 8 erhältlich - zu erwarten war. Und wie bei Dreamweaver erschließen sich die Neuerungen nicht sofort auf einen Blick. Das Interface ist quasi identisch mit dem der Vorgängerversion, wenn man von den drei neuen Panels erst einmal absieht. Allerdings fällt zumindest in der getesteten OS-X-Version auf, dass genau diese nicht Mac-konform gestaltet wurden, sondern ein Macromedia-eigenes Halo-Interface besitzen, sodass manche der neuen Elemente ein bisschen wie ein visueller Fremdkörper wirken und oft nur notdürftig an das gewohnte Aqua-Feeling angepasst wurden.


Fireworks 8: Die gewohnte Benutzeroberfläche.

Performance und Stabilität
Performance und Stabilität sind weitgehend gleichauf mit der Vorgängerversion, sodass wie bisher auch keine größeren Probleme in dieser Hinsicht zu erwarten sind. Die getestete Betaversion lief jedenfalls ohne einen einzigen Absturz und ohne sich durch grobe Fehler negativ bemerkbar zu machen. Riesige Bitmaps in Druckauflösung sollte man aber auch in Zukunft nicht in Fireworks bearbeiten. Das Programm ist nach wie vor für den Einsatz im Webgrafik-Bereich ausgelegt. Auch Filter mit extremen Einstellungen wie der Gaußsche Weichzeichner dauern ihre Zeit, aber das ist wohl der Preis für die allgegenwärtige Live-Editierbarkeit, also die Möglichkeit, derartige Einstellungen und Effekte jederzeit korrigieren zu können, ohne dass sie in das entsprechende Objekt eingebrannt werden.

CSS-Menüs
Sehr angenehm ist auch die Möglichkeit, einfach und schnell komplexere, beliebig verschachtelte Pop-up-Menüs in Fireworks zu bauen und sich den entsprechenden Code zur weiteren Verarbeitung in Dreamweaver erzeugen zu lassen. Nachdem Fireworks sich schon früher der CSS-Technologie zugewandt hatte und man Layouts als CSS-Ebenen ausgeben konnte, ist man bei Macromedia einen Schritt weiter gegangen und hat die Pop-up-Menüs mit der Option erweitert, diese ebenfalls CSS-basiert auszugeben. Dadurch verringert sich der erzeugte Code im Gegensatz zu den bisher erstellten Tabellenstrukturen erheblich. Wer allerdings erwartet, dass sich damit das zugehörige JavaScript erledigt hat, wird erst einmal enttäuscht sein, denn so ganz ohne geht es nach wie vor nicht. Allerdings ist das benötigte Skript auf sage und schreibe 10 Prozent (!) der bisherigen Größe zusammengeschrumpft. Zusätzlich wird die CSS- genauso wie die JavaScript-Datei separat angelegt, was sich weiterhin positiv auf Dateigrößen und damit auch die Ladezeiten auswirken sollte. Reine Rollovers wie bei den Buttons werden allerdings wie bisher ausgegeben Man darf gespannt sein, ob Macromedia in Zukunft auch dort einen CSS-basierten Output liefert, der dann ganz ohne JavaScript auskommt - was heutzutage mit modernen Browsern eigentlich problemlos möglich wäre.


Kompatibler: Fireworks nach Flash kopiert früher (links) und heute (rechts).

Stapelweise
Die Stapelverarbeitung wurde ebenfalls überarbeitet: Neben der Einführung von neuen Optionen, beispielsweise beim automatischen Umbenennen oder Skalieren von Dateien, lässt sich jetzt auch ein entsprechendes Log-File ausgeben.

Flash-Integration
Verbessert wurde die Integration von Flash. Gingen früher oft Formatierungen beim Hin- und Herkopieren verloren, ist dies jetzt nicht mehr der Fall. Die meisten Überblendungen werden nun mit übernommen, ebenso wie viele Effekte (beispielsweise Schlagschatten oder Weichzeichner). Damit dies funktioniert, ist allerdings der Flash Player 8 notwendig, da die Fireworks-Parameter in die neuen Flash-Effekte transformiert werden, um diese darzustellen. Im Test funktionierte das allerdings nur von Fireworks Richtung Flash, umgekehrt wurde eine mit Flash-Effekten versehene Form nur als Bitmap und ohne Effekte in Fireworks eingesetzt. Zusätzlich werden beim Austausch zwischen Flash und Fireworks Farbwerte richtig kodiert (Flash verwendet für Farbkodierungen eine leicht abweichende Notation).

Blendend aufgelegt
Zum ersten Mal zündet Fireworks dann so richtig, wenn es um die verschiedenen Überblendungsmodi geht: Diese können wie bisher im Gegensatz zu Photoshop auch für jedes Objekt angewandt werden statt nur pro Ebene. Dieser Vorsprung an Funktionalität wurde jetzt noch weiter ausgebaut. Schaut man sich die neuen Überblendungsmodi an, springt einem eine verblüffend lange Liste entgegen. Sage und schreibe 39 verschiedene Einträge zählt man, darunter so exotische Effekte wie SPIEGELN, ABKÜHLEN oder XOR. Das Herumspielen mit den verschiedenen Effekten macht viel Spaß, die grafischen Möglichkeiten werden dadurch enorm erweitert.


Geblendet. Ausgangsbild (oben links) und ein paar Beispiele für die neuen Überblendungen.

Das Runde und das Eckige
Für Grafiker interessant ist die Möglichkeit, die Einstellung der so genannten Auto-Formen per Dialog durchzuführen. Diese existieren zwar seit Fireworks 7, deren Manipulation beschränkte sich aber auf eine rein visuelle Methode, die nicht immer offensichtlich war. Dafür gibt es jetzt ein eigenes Panel namens EINSTELLUNGEN FÜR AUTOMATISCHE FORMEN, wo sich die verschiedenen Parameter bequem eingeben lassen.

Auswahlmöglichkeiten
Gearbeitet wurde im Weiteren an der Auswahl von Bildteilen. So lässt sich jetzt eine Auswahl in ein Pfadobjekt umwandeln und umgekehrt. Ebenso wurde eine Option namens LIVE-AUSWAHLRAHMEN hinzugefügt, mit der sich zum Beispiel Änderungen am Rand der Auswahl (also HART, ANTI-ALIAS oder FEDER) sofort begutachten und nachträglich korrigieren lassen. Sehr hilfreich ist die Möglichkeit, mehrere Auswahlrahmen pro Datei speichern zu können statt wie bisher nur einen.


Lange Liste: Die neuen Möglichkeiten zur Überblendung.

Schattig
Es gibt zwei neue Möglichkeiten, Schatten zu erzeugen. Neben dem bekannten Schlagschatten kann man auch einen EINFARBIGEN SCHATTEN hinzufügen, wobei die Bezeichnung etwas irreführend ist, denn das Ergebnis erinnert mehr an eine Extrusion als an einen Schatten (s. Bild). Eine andere Möglichkeit findet sich etwas abseits unter dem Menüpunkt BEFEHLE | KREATIV | SCHATTEN HINZUFÜGEN. Dort kann man einen perspektivischen Schatten hinzufügen, der aber als vektorbasierte Auto-Form und nicht als Live-Effekt abgebildet ist, sodass man ihn bei einer Änderung der zugrunde liegenden Form noch einmal anwenden muss.


Einstellungssache: Das neue Panel zum Verändern der Auto-Formen.

Fremde Zeichen
Mussten für die Eingabe von Sonderzeichen früher Programme von Drittherstellern oder schwer zu merkende Tastenkombinationen benutzt werden, hat Macromedia jetzt eine praktische Palette zur Verfügung gestellt, mit deren Hilfe diese Zeichen einfach per Mausklick in den Text einfügt werden können. Allerdings ist die Zeichenauswahl auf die Standardeinstellung begrenzt. Ein Interface zum Hinzufügen weiterer Zeichen wäre wünschenswert.

Bildbearbeitung
Um die Bearbeitung von pixelbasierten Daten zu erleichtern, wurde ein neues Panel namens BILDBEARBEITUNG kreiert. Hier finden sich - ähnlich wie in der Code-Symbolleiste in Dreamweaver - die wichtigsten Funktionen in einem gemeinsamen Panel, die sonst über das Benutzer-Interface verstreut zu finden waren. Dazu gehören etwa die ZUSCHNEIDEN- und WEICHZEICHNER-Tools ebenso wie Filter- oder Ansichtsoptionen.


Freie Auswahl: Ein Bildbereich einmal als Auswahlrahmen (links) und in einen Pfad konvertiert.

Und sonst?
Außer den beschriebenen Features wurde an vielen Stellen Detailarbeit betrieben. So ist nicht nur die Zusammenarbeit mit Flash verbessert, auch Freehand-Formatierungen werden jetzt beim Kopieren und Einfügen besser übertragen. Beim Im- und Export versteht Fireworks jetzt QuickTime-, PICT-, SGI-, TGA-, MacPaint- und JPEG-2000-Dateien. Der JPG-Export wurde verbessert, sodass noch kleinere Dateigrößen möglich sind. Pfade, an denen Text ausgerichtet ist, lassen sich nun direkt bearbeiten. Ebenso ist es jetzt möglich, auch einzelne Objekte - anstatt wie früher lediglich ganze Ebenen - zu sperren. Fireworks merkt sich in der neuen Version die zuletzt verwendeten Schriften und Optimierungseinstellungen für neue Dokumente. Außerdem wurde die Unterstützung für Eingabetabletts verbessert, ebenso wie die Funktionalität verschiedener Tools wie FARBE ERSETZEN oder ROTE AUGEN ENTFERNEN. Eine Menge neuer Muster, Texturen und Stile rundet die Neuerungen ab, wobei sich darunter interessanterweise erstmals auch Beispieldateien im Zusammenhang mit der Gestaltung für mobile Geräte befinden.


Pixelzentrale: Das neue Panel für die Bildbearbeitung.

Fazit
Der ganz große Knalleffekt ist diesmal eher ausgeblieben. Es finden sich einfach keine grundlegend neuen und spektakulären Funktionen im Programm, die feuerwerkstypische Ooohhss und Aaaahhs auslösen könnten, sieht man einmal von der mittlerweile wirklich beeindruckenden Menge an Überblendungen ab. Trotzdem wird das Update sich sicherlich für viele lohnen, denn Macromedia hat eine Menge Detailarbeit geleistet. Entwickler und Kreative, die ihr Studio-Paket upgraden, werden die Neuerungen so oder so gerne mitnehmen. Der größte Vorteil von Fireworks, nämlich die pixelbasierte Ausgabe von vektorbasierten Daten und der Live-Charakter von Transformationen und Filtern, bleibt ohnehin bestehen. Und so bleibt zu hoffen, dass auch Fireworks einen eventuellen Wechsel in die Adobe-Produktreihe gut übersteht.


Systemanforderungen, Preise & Verfügbarkeit
Anforderungen für Windows
  • Windows 2000, Windows XP
  • 800 MHz Pentium-3-Prozessor,
  • 256 MB Hauptspeicher,
  • 2 GB auf der Festplatte
Anforderungen für Macintosh
  • OS X 10.3 oder 10.4
  • 600 MHz G3-Prozessor,
  • 256 MB Hauptspeicher,
  • 2 GB auf der Festplatte
Preise
  • Vollversion: 359 Euro, Update: 179 Euro
    (Preise zzgl. MwSt., Angaben ohne Gewähr)
Verfügbarkeit
  • in Englisch ab September 2005,
  • deutsche Version kurz danach

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick
  • CSS-Menüs
    Pop-up-Menüs können jetzt auch mit einem CSS-lastigen und dadurch erheblich verkürzten Code ausgegeben werden
  • Stapelverarbeitung
    Verbesserung der Stapelverarbeitung
  • Überblendungen
    25 neue Überblendungsmöglichkeiten
  • Auto-Formen
    Neues Panel für Auto-Formen; Parameter können jetzt auch nummerisch und per Dialog eingegeben werden
  • Live-Auswahlrahmen
    Auswahl kann jetzt in einen Pfad umgewandelt werden und umgekehrt
  • Schatten
    Neue Schatteneffekte: perspektivisch und extrudierend


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