Montag, 12. Mai 2008





April 2007
ODF und OpenXML konvertieren
Wandelbar
Michael Seeboerger-Weichselbaum

ODF und OpenXML sind zwei Formate in OpenOffice 2 und Microsoft Office 2007, die zunächst nicht miteinander kompatibel sind. Mit den geeigneten Filtern und Tools ist es dann aber kein Problem, diese ineinander zu konvertieren.


OpenOffice hatte zuerst auf ein Format gesetzt, das die Inhalte in XML speichert. Mit OpenOffice 2.0 hielt das Open Document Format (ODF) Einzug. In einem früheren Beitrag [1] wurde das Format ausführlich dargestellt. Mit Veröffentlichung von Office 2007 ist Microsoft auch den Weg zu XML gegangen. In Word existiert das Format OpenXML mit der Dateiendung docx, das ebenfalls auf XML basiert. Das Problem bei beiden Formaten: trotz XML sind sie nicht untereinander kompatibel. Zunächst kann OpenOffice 2.x kein docx lesen und schreiben, umgekehrt kann Word 2007 kein ODF. Erschwerend kommt hinzu, dass beide Formate bei einem Gremium zur Standardisierung eingereicht wurden: ODF wurde als Erstes dem OASIS-Konsortium vorgelegt. ODF ist seit Mai 2005 ein verabschiedeter OASIS-Standard [2]. Microsoft hat dies ignoriert und mit OpenXML ein eigenes Format kreiert, das dem ECMA-Konsortium zur Standardisierung vorgelegt wurde [3]. Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses lag noch kein verabschiedeter Standard von ECMA vor. Ein Ausweg aus diesem Dilemma sind Filter, die die entsprechenden Formate ineinander konvertieren können bzw. sich in die entsprechenden Programme gleich direkt installieren lassen. Trotz unterschiedlicher offizieller Standards ist hier eine Besserung in Sicht, denn es existieren entsprechende Filter sowohl für Word 2007 als auch für OpenOffice 2.x für das jeweils andere Format. Für OpenOffice hat Novell einen Konverter [4] erstellt, der schnell und leicht in OpenOffice installiert werden kann. Benötigt wird minimal OpenOffice 2.0.4. Auf der Novell-Seite stehen Fassungen für Linux/Unix (als rpm-Paket) und für Windows (als oxt) bereit. Unter Windows wird der Konverter über den Package Manager bzw. Extension Manager hinzugefügt (im Menü Extras | Package Manager bzw. Extras | Extension Manager). Unter Linux muss nur das rpm-Paket ausgeführt werden. Nach einem Neustart steht der Filter beim Laden und Speichern direkt zur Verfügung. Microsoft hat im Sommer 2006 einen ersten Konverter für Word [5] vorgestellt, der ODF lesen und exportieren kann. Im Januar 2007 ist die offizielle Version 1.0 erschienen. Das Tool wird als Open-Source-Projekt bei Sourceforge entwickelt und benötigt minimal Word XP. Der Filter lädt ODF und konvertiert dieses in das hauseigene OpenXML-Format. Nach der einfachen Installation stehen zwei neue Menüeinträge bereit: "ODF-Datei öffnen" und "Speichern als ODF". Damit steht jetzt einem Austausch zwischen OpenOffice und Microsoft Office nichts mehr im Weg. Es bleibt zu hoffen, dass die Filter in zukünftige Versionen von OpenOffice und Word direkt integriert werden.


  1. Klaus Endelmann: Noch ein Kochbuch, in: XML & Web Services Magazin, 04/2005, S. 75–79
  2. OpenDocument Format for Office Applications (OpenDocument) v1.0
  3. TC45 – Office Open XML Formats
  4. OpenOffice, OpenXML Translator
  5. ODF Add-in für Microsoft Word
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