Abgeguckt von der kostenpflichtigen Konkurrenten hat Gimp auch den Heilen-Stempel: Das Werkzeug überdeckt Pickel, Sensorstaub und andere lästige Störungen mit brauchbaren Pixeln aus der Umgebung. Man klickt zunächst mit gedrückter Strg-Taste auf die Kopierquelle, dann auf den Fehlerbereich. Das kennt man auch vom Klonwerkzeug, doch der Heilen-Stempel hat eine Besonderheit: Helligkeitsunterschiede zwischen Retuschebereich und Umgebung werden ausgeglichen. So entstehen keine unschönen Korrektur-Ränder.
Die Funktion ist freilich nur mit Einschränkungen zu genießen: Klickt man exakt einmal, etwa auf einen Staubfleck, dann überdeckt Gimp die Problempixel ganz ordentlich. Zieht man das Werkzeug jedoch zum Beispiel an einer störenden Stromleitung entlang, entsteht keine sinnvolle Korrektur.
Der Heilen-Stempel nutzt wie alle anderen Mal- und Retuschewerkzeuge weitere Gimp-Neuheiten: Der Pinseldurchmesser lässt sich jetzt mit den Tasten für die eckigen Klammern verkleinern und vergrößern, und man kann auch Pinselspitzen im .abr-Dateiformat von Photoshop verwenden.
Der Dialog "Objektivfehler" verbesssert kissen- und tonnenförmige Verzeichnung, stürzende Linien und Randabschattung (Vignettierung). Weil durch die Änderungen oft weiße Ecken entstehen, lässt sich das Bild zugleich soweit vergrößern, bis die leeren Ecken wieder ausgefüllt sind. Anders als bei seinen Pendants, etwa bei Photoshop Elements, ändert der Dialog jedoch keine schiefen Horizonte.
Wie alle anderen Filter-Dialoge zeigt auch der Befehl "Objektivfehler" eine verbesserte Vorschau. Zoomen und Verschieben fallen nun leichter. Die Vorschau im Dialogfeld ließ sich jedoch in der Testversion nicht über mittelüppige 512x384 Pixel ausdehnen – und eine Sofortvorschau an der Bilddatei gibt es generell nicht.