Freitag, 9. Januar 2009 |
Als Chief Architect ist man manchmal so etwas wie der Darth Vader unter den Developern. Eine bedrohliche Präsenz, unter der man als Sturmtruppen-Entwickler nie so ganz weiß, wann man mit einem Projekt über die nächste Klippe geführt wird. Aber wie kann es eigentlich überhaupt dazu kommen, von der dunklen Seite der Macht verführt zu werden? Pete Johnson, nach zwölf Jahren als Entwickler und Projektleiter selbst zum Chief Architect ernannt, nennt auf dzone.com fünf Gefahren, denen man in einer Architekten-Karriere ausgesetzt ist – und wie man ihnen tapfer begegnen kann.
When the responsibility escalates to little or no coding and being in charge of the long term direction of multiple projects simultaneously, when that person spends more time in meetings than anything else and gets this "architect" title, the bridges start to get burned and the hate begins to flow. Before long, that guy you used to enjoy going on lunchtime burrito runs with asserts himself in ways you never thought possible and seems to be leading your project team, as well as the others he's been given jurisdiction, over an irrational cliff. Pete Johnson, 2008
Man könnte leicht auf die Idee kommen, mit einem "Architect" im Titel über den Dingen zu stehen. Schließlich ist es der Architekt, der am Ende des Tages für alles gerade stehen muss.
Bevor Sie zum Despoten weden – beziehen Sie Ihr Team in die Urteilsfindung mit ein. Kommunizieren Sie Ihre Beweggründe, das erhöht die Chance, dass das Team Ihren Entscheidungen folgen wird.
Wenn die Zeit für Meetings draufgeht, wird es schwierig, technisch immer auf dem Laufenden zu bleiben. Als dunkler Fürst neigt man häufig dazu, sich in solchen Situationen auf bewährte Erfahrungen zu verlassen und diese als Best Practise auf alle Situationen anwenden zu wollen. Auf ollen Kamellen zu beharren ist vielleicht bequem, aber:
[...] just because it's what you know, you erode your credibility with the folks on the front lines, and eventually, with management. Pete Johnson, 2008
Versuchen Sie so oft wie möglich, mit ihren Programmierern in Kontakt zu bleiben, oder versuchen Sie sich an etwas Prototyping. So vergessen Sie nicht, was es heißt, ein Programmierer zu sein. Und verdienen sich vielleicht sogar ein wenig Respekt.
Ihre Stellung erlaubt es Ihnen, Arbeit an andere zu delegieren. Ewoks skalpieren, zum Beispiel.
Wenn Sie dabei nicht nur Verachtung ernten wollen, denken Sie aber daran, nur dann zu delegieren, wenn es unbedingt sein muss. Und wenn es der Terminkalender wieder erlaubt – schauen Sie, ob Sie Ihren Angestellten nicht wieder unter die Arme greifen können.
Als Chief Architect verantworten Sie nicht nur Ihre Projekte, sondern dürfen auch die Lorbeeren ernten. Ein Schurke behält das Lob für sich. Als guter Anführer teilen Sie die Credebility natürlich mit Ihren Kollegen (dafür dürfen Sie aber ja auch einen eigenen Dienstwagen fahren).
In Ihrer gehobenen Stellung haben Chief Architects auch einen besseren Überblick über die allgemeinen Prozesse und Ihr Netzwerk ist weiter ausgebaut. Mögliche Karrierechancen wittern Sie daher früher, als Ihr Team.
Geben Sie diese Informationen an Ihre Mitarbeiter weiter. Kurzfristig springt vielleicht nicht viel dabei heraus – aber ein kleiner Mitarbeiter heute ist vielleicht schon ein großer Partner morgen. Er wird es Ihnen danken.
Developers hate architects when they're cocky, when they don't keep up their technical skills, when they don't want to do any of the dirty work and always pass such things off to others, when they take credit where it isn't due, and when they bounce around to all the great jobs without helping anybody else rise through the ranks. Pete Johnson, 2008Davor schützen soll man sich am besten mit ein paar einfachen Tricks können. Sich nicht im Elfenbeinturm verschanzen, mit anderen Interagieren oder auch einfach, indem man bei Problemen den Rat von Kollegen einholt.
Welche Tipps würden Sie Ihrem Chief Architect mit auf den Weg geben?