Es wird viel über die unterschiedlichen Facetten von serviceorientierten Architekturen (SOA) wie technische Infrastruktur, Service Management oder SOA Governance diskutiert. Seltener jedoch geht es um die Frage, wie sich eine SOA im Unternehmen einführen lässt. Dabei sind die Implikationen für ein Unternehmen bei einer SOA-Einführung weitaus umfassender, als dies bei klassischen Projekten der Fall ist. Ein angepasstes Vorgehen ist erforderlich, um eine langfristig erfolgreiche SOA einzuführen. Dieses Vorgehen adressiert das Buch "Enterprise SOA einführen".
Das Buch gibt zunächst eine Einführung in serviceorientierte Architekturen aus Sicht des Unternehmens. Anhand einer griffigen Analogie werden mögliche Potenziale dargestellt. In Kapitel zwei wird als Vorgehensmodell das SOA Adoption Programm von SAP vorgestellt. Es definiert die groben Phasen einer SOA-Einführung. Kapitel drei beschreibt im Rahmen der Evaluierungsphase detailliert eine Methodik, mit der sich eine individuelle Roadmap für die SOA-Einführung entwickeln lässt. Im folgenden Kapitel werden insgesamt zwölf Beispiele aus dem Unternehmensumfeld aus sechs unterschiedlichen Branchen gegeben. Dabei wird exemplarisch gezeigt, wie die Roadmap-Methodik konkret angewendet werden kann. Dieses Kapitel macht etwa ein Drittel des Buches aus. Obwohl es in dieser Breite wohl nicht für alle Leser interessant sein dürfte, verleiht es dem Buch einen sehr guten Praxisbezug. Das nächste Kapitel gibt eine Hilfestellung zur Ermittlung des Reifegrades des eigenen Unternehmens in Bezug auf eine SOA. Dies erfolgt durch ein dynamisches Stufenmodell, das auf Basis von über 500 durchgeführten Roadmap-Projekten entwickelt wurde. Zudem wird näher erläutert, wie die einzelnen Stufen erreicht werden können.
Das Buch richtet sich an IT-Manager und Berater, die mit der Einführung einer SOA im Unternehmen betraut sind. Es eignet sich primär für SAP-Kunden, die ihre IT in Richtung einer SOA verändern möchten. An vielen Stellen im Buch wird daher auf die SAP-spezifischen Dienstleistungen verwiesen. Technische Fragestellungen werden nicht behandelt. Dieser Umstand ist positiv zu bewerten, da das Buch somit auch für Leser interessant ist, die sich nicht im SAP-Umfeld bewegen. Die dargestellte Roadmap-Methodik und das Stufenmodell lassen sich leicht auch auf Nicht-SAP-Projekte übertragen. Das Buch ist modular aufgebaut, sodass sich der Leser die für ihn interessantesten Kapitel heraussuchen kann. Der Erzählstil ist eher faktisch und daher leider manchmal etwas ermüdend. Positiv ist, dass die Autoren viele Erfahrungen in das Buch haben einfließen lassen, die es dem Leser ermöglichen, eigene Fehler in ihren SOA-Projekten zu vermeiden.
Insgesamt ist das Buch sehr empfehlenswert, da es dem Leser eine bewährte Methodik vermittelt und Argumentationshilfen eines führenden SOA-Anbieters an die Hand gibt, um eine serviceorientierte Architektur strukturiert einzuführen.



