Freitag, 9. Januar 2009 |
Im Rahmen der Finanzkrise ist nun auch Sun gezwungen, drastische Maßnahmen zu ergreifen. Nach dem deutlichen Einbruch seiner Quartalszahlen zieht das Unternehmen jetzt Konsequenzen und entlässt rund 5000 bis 6000 seiner Mitarbeiter – etwa 15 bis 18 Prozent der Belegschaft. Wer genau von diesen Streichungen betroffen sein wird, soll sich in den kommenden Wochen zeigen. Bisher sollen die Mitarbeiter zumindest noch nicht näher informiert worden sein.
But you have to stop to change direction. Jonathan Schwarz, 2008
Die Entlassungen werden Sun dabei bis zu 600 Millionen US-Dollar kosten, dem gegenüber will man in den Folgejahren allerdings 700 bis 800 Millionen US-Dollar jährlich einsparen können.
Beobachtet man die jüngsten Äußerungen von Suns amtierenden CEO, Jonathan Schwartz, so wird von den laufenden Maßnahmen wohl insbesondere der Sektor der Enterprise-Systeme im Mainframe-Bereich betroffen sein. Er bildet eines von Suns klassischen Standbeinen und soll laut Schwartz Jahr für Jahr für rücklaufende Gewinne verantwortlich sein. Gleichzeitig soll der Software-Bereich strategisch weiter gestärkt und zu einer Schlüsselrolle für das weitere Wachstum des Unternehmens ausgebaut werden.
Drei Sektoren stellt Sun dabei heraus:
Today, we have taken decisive actions to align Sun's business with global economic realities ... Jonathan Schwarz, 2008
Insbesondere im Markt für Cloud Computing glaubt Sun Fuß fassen zu können und sieht sich gegenüber Amazon und Google sehr gut aufgestellt. Die Chancen lägen darin, dass Suns Plattform besonders für Entwickler attraktiv sei – Amazons Angebot würde eher Administratoren ansprechen und Google nur für eine kleine Teilmenge der Entwickler, die sich mit Python und der Bindung an Google abfinden könnten, in Frage kommen.
Zunächst einmal hat aber Suns Executive Vice President Software, Rich Green, kurzfristig seinen Hut genommen und mit sofortiger Wirkung das Unternehmen verlassen. Green war bereits in der Zeit von 1989 bis 2004 als Vice President of Programming Tools bei Sun beschäftigt, verließ seinen Arbeitgeber anschließend aber für zwei Jahre, um das damalige Start-up Cassatt mit aufzubauen. 2006 kehrte Green schließlich wieder zurück, unter anderem um sich mit für die neue Open-Source-Strategie einzusetzen. Näheres zu seinem jetzigen Ausscheiden ist noch nicht bekannt, ebenso wenig, ob es im Zusammenhang mit der kommenden Welle von Entlassungen oder auch der neuen strategischen Ausrichtung innerhalb des Unternehmens steht.